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Median-Klinik in Bad Sülze soll Traumazentrum werden

Bad Sülze Median-Klinik in Bad Sülze soll Traumazentrum werden

Vom Moorbad zum Kompetenzzentrum: Vor 20 Jahren verließen die Patienten das einstige Sanatorium.

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Physiotherapeut Christoph Bugs testet die therapeutischen Qualitäten des Moorbades unter Aufsicht von Katrin Kräplin.

Quelle: Susanne Retzlaff

Bad Sülze. Herbert Krumbholz ist ein fleißiger Patient „mit vollem Dienstplan“. In Bad Sülze ging der der 61-Jährige zum ersten Mal ins Moor und ist begeistert: „Man fühlt sich wie neugeboren. Hab schon überlegt, mir zu Hause auch so eine Pfütze zu graben“, sagt er schmunzelnd. Er freut sich über den Komfort, „es ist immer jemand da, die Versorgung ist gut und das Personal nett und freundlich“. Gestern wurde das 20-jährige Bestehen der Median-Klinik gefeiert.

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Physiotherapeut Christoph Bugs testet die therapeutischen Qualitäten des Moorbades unter Aufsicht von Katrin Kräplin.

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Katrin Kräplin hat im September 1971 noch im Bad Sülzer Sanatorium ihre Ausbildung zur Masseurin und medizinischen Bademeisterin begonnen. „Eine Super-Arbeit“, strahlt die 60-Jährige aus Bad Sülze, die sie zu keinem Zeitpunkt irgendwo anders ausüben wollte. „Wir haben ein tolles Klima, sonst wäre ich nicht schon so lange hier.“ Sie ist eine der beiden dienstältesten Mitarbeiterinnen des Hauses.

„Man muss die Mitarbeiter hinter sich haben,“ weiß Klinikdirektorin Brigitte Hanisch, seit November 1988 im Amt. Sie erinnert sich an den Umzug vom Sanatorium ins Klinikum nach der Übernahme durch den neuen Betreiber im September 1993. Einen ganz genauen Plan hatte sie gemacht, Tag und Stunde festgelegt, wer was wann wohin bringt, nur die neuen Badewannen blieben da, Betten und Stühle hat sich das Landschulheim Marlow gesichert. „Am 12. September zogen rund 60 Patienten in das neue Haus und am 13. September reisten schon die ersten Neuaufnahmen an“, beschreibt sie den reibungslosen Übergang. „Den aus der alten Klinik übernommenen Mitarbeitern wurde ein unbefristeter Vertrag angeboten“, erläutert Brigitte Hanisch. Etwa 80 Mitarbeiter von 123 aus dem damaligen Sanatorium seien übernommen worden. Die Erzieher wurden teilweise umgeschult und dann wieder eingestellt. Hanisch freut sich über ihre hochqualifizierten Mitarbeiter, 14 deutschsprachige Fachärzte unterschiedlicher Richtungen arbeiten im Hause zusammen.

Besonderes Augenmerk wird der klinischen Neuropsychologie geschenkt. Wiebke Borgwald leitet die Abteilung, in der kognitive Defizite wie Seh-, Sprach- oder Konzentrationsstörungen nach Operationen oder Schlaganfällen nun auch ambulant behandelt werden. Vor allem die Wiedereingliederung in Beruf und Alltag hat sich die Klinik auf die Fahnen geschrieben und spezielle Kompetenzen aufgebaut.

Aktuell steht für Brigitte Hanisch die Weiterentwicklung der Klinik zum Traumazentrum ganz oben auf der Agenda.

Untergetaucht im Moorbad ist inzwischen Christoph Bugs. Der Physiotherapeut testet unter Aufsicht von Katrin Kräplin erstmals am eigenen Leib die therapeutischen Qualitäten des auf 41 Grad warmen Moores. Die Klinik verfügt über die Förderrechte, baut das Moor eigenständig ganzjährig ab und bereitet es auf. Es ist salzhaltig, deswegen schmieren es sich die Frauen manchmal ins Gesicht und überraschen die Masseurin mit indianischem Outfit. Soweit geht Bugs nicht. „Warm, aber sehr angenehm“, genügt ihm fürs erste Mal.

Viele Übernahmen
147Mitarbeiter werden aktuell in der Median-Klinik in Bad Sülze beschäftigt, viele arbeiteten schon im einstigen Sanatorium.

230 Betten für Patienten stehen in 187 Zimmern zur Verfügung. Der Konzern betreibt im Norden der Republik drei Kliniken.

3000Patienten im Jahr erfahren in Bad Sülze ihre Anschluss-Heilbehandlung

 

Susanne Retzlaff

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