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Nach Citti-Übernahme: Famila baut 90 Arbeitsplätze ab

Stralsund Nach Citti-Übernahme: Famila baut 90 Arbeitsplätze ab

Gewerkschaft Verdi drängt mit dem Betriebsrat auf sozial verträgliche Lösungen Betriebsbedingte Kündigungen dennoch befürchtet

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Gedrückte Stimmung herrscht dieser Tage unter den Mitarbeitern im „Markt der Lebensfreude“. Nach der Übernahme von Citti will Famila hier im Strelapark Arbeitsplätze abbauen, da der Einzelhändler nicht mehr alle Angebote des Großhändlers Citti bedienen wird.

Quelle: Foto: Stefan Sauer

Stralsund. 90 von 160 Citti-Mitarbeitern sollen nach der Übernahme durch Famila den Markt am Grünhufer Bogen in Stralsund verlassen. Diese Nachricht wurde den Beschäftigten am Dienstagabend auf einer Versammlung durch Famila-Geschäftsführer Christian Lahrtz überbracht.

„Wir wollen fair sein und Veränderungen rechtzeitig kommunizieren“, sagt Bärbel Hammer, Sprecherin bei Famila, gestern der OSTSEE-ZEITUNG. Bei der Bekanntgabe zur Übernahme der Citti-Flächen im Strelapark hatte Famila erklärt, dass man auf 1500 Quadratmeter Verkaufsraum verzichte, weil Gastronomie- und Großverbrauchertrakt nicht benötigt werden. Dabei hatte Bärbel Hammer klargestellt, dass am Ende des Prozesses nicht alle Mitarbeiter benötigt würden. Zu deren beruflichen Perspektiven sollten nach der Citti-Übernahme, die am 25. März geplant ist, Gespräche geführt werden.

Umso größer ist der Schock bei vielen Beschäftigten. Viele hatten sich daran geklammert, dass ihre Arbeitsverträge nach den gesetzlichen Regelungen zum Betriebsübergang ein Jahr vor Veränderungen sicher seien. Doch diese enthalten auch einen Absatz, der zwar Entlassungen wegen Übergangs eines Betriebs für unwirksam erklärt. Unberührt bleiben davon aber Kündigungen des Arbeitsverhältnisses aus anderen, etwa betriebsbedingten Gründen.

„Am Betriebsübergang halten wir fest“, betont Bärbel Hammer. „Uns geht es jetzt darum, Mitarbeitern frühzeitig Perspektiven aufzuzeigen.“ Das Unternehmen betreibt in Norddeutschland 85 Märkte, davon im Landkreis Vorpommern- Rügen vier. Freie Jobs in der Handelskette sollen auch den Betroffenen in Stralsund angeboten werden. „Wir wollen die Umstrukturierung sozial verträglich gestalten“, so die Famila-Sprecherin. Dazu habe man sich mit Betriebsrat und Gewerkschaft verständigt. Offen ist derzeit, über welchen Zeitraum sich der Arbeitsplatzabbau im Strelapark erstrecken wird.

Sigrid Knoll bestätigt, dass sie mit Famila im Gespräch ist. Die Verdi-Gewerkschaftssekretärin kam am Dienstagabend mit zur Belegschaftsversammlung. „Wir betreuen den Betriebsrat bei der Strukturveränderung und stehen Mitarbeitern als Ansprechpartner zur Verfügung“, betonte sie. Schon heute werde es arbeitsrechtliche Schulungen für die Arbeitnehmervertretung durch einen Anwalt geben.

„Unser Ziel ist es, diesen für viele so schmerzlichen Prozess soweit wie möglich sozial verträglich abzufedern“, sagt Sigrid Knoll. So sollen in den nächsten Tagen mit dem Betriebsrat erste Schwerpunkte für den Sozialplan zusammengetragen werden. Jedoch befürchtet die Gewerkschafterin, dass am noch nicht feststehenden Tag X betriebsbedingte Kündigungen für Einzelne nicht verhindert werden.

Für die Arbeitsagentur Stralsund bestätigt Günther Gerner, operativer Geschäftsführer der Agentur, dass man bei Bekanntwerden von Massenentlassungen auf das Unternehmen zugehe und Beratung anbiete.

Noch sei jedoch keine Entlassungsanzeige in der Behörde eingegangen.

Vor drei Wochen hatte Citti angekündigt, sich von den Märkten in Rostock und Stralsund zu trennen. Während der Citti-Markt an der Warnow schließt, übernimmt Famila am Sund einen Teil der Verkaufsfläche und eröffnet im Strelapark seine zweite Einkaufsstätte nach dem Ostsee-Center.

Die Arbeitsplätze der 47 Famila-Mitarbeiter am Langendorfer Berg sind von den Veränderungen am Grünhufer Bogen nicht betroffen.

Jörg Mattern

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