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Neues Apfelchip-Werk soll keine Biosanica-Kopie sein

Stralsund/Greifswald Neues Apfelchip-Werk soll keine Biosanica-Kopie sein

Ex-Geschäftsführer Martin Nätscher will im Greifswalder Gewerbegebiet neu durchstarten

Stralsund/Greifswald. Innovation oder Kopie? Der frühere Biosanica-Manager Martin Nätscher plant, in Greifswald eine Fabrik für Trockenfrüchte mit Bio-Qualität zu eröffnen.

 

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Martin Nätscher in seinem Stralsunder Unternehmenssitz im Kniepertor. FOTO: ALEXANDER MÜLLER

Hier sollen Äpfel zu vielen Produkten verarbeitet werden: Chips, Ringe und vor allem Apfelwürfel für Müslihersteller.

Manch einem dürfte das bekannt vorkommen. Denn nur 25 Kilometer entfernt, am Pommerndreieck in Süderholz, produziert die Biosanica-Manufaktur ebenfalls aus Äpfeln Trockenfrüchte. Der damalige Geschäftsführer Martin Nätscher hatte das von ihm mitgegründete Unternehmen 2015 im Streit mit dem Greifswalder Gesellschafter Norbert Braun verlassen. Nun will der 45-Jährige mit seiner neuen Firma „Bio am Sund“ und einem ähnlichen Konzept wieder durchstarten.

„Wir sind keine Biosanica-Kopie“, betont Nätscher. Dennoch gebe es viele Paralellen. „Das gesamte Wissen bei Biosanica stammt von mir und ich kann meinen Kopf ja nicht löschen.“ Das Gespräch findet im historischen Kniepertor in Stralsund statt, wo das Unternehmen seinen Hauptsitz hat.

Was er in Greifswald plane, sagt Nätscher, sei alles eine Nummer kleiner als bei seinem früheren Arbeitgeber. Täglich sollen fünf bis zehn Tonnen Äpfel verarbeitet werden – nur ein Bruchteil dessen, was am Pommerndreieck möglich sei. Das Konzept sei eher auf kleinere Abnehmer, dafür aber auf besonders hohe Qualität ausgerichtet. Die Produkte sollen weiter veredelt werden, beispielsweise mit Schoko-Ummantelung. Außerdem setzt „Bio am Sund“ auf den Direktvertrieb. Neben einem Onlineshop sind ein Werksverkauf in Greifswald und ein Geschäft in der Stralsunder Innenstadt geplant.

Um all das umzusetzen, wird derzeit eine frühere Großküche im Greifswalder Gewerbegebiet „Am Koppelberg“ umgebaut. Die Kosten für Umbau und Technik betragen 1,66 Millionen Euro. Die Arbeiten sollen im Januar abgeschlossen sein, so dass im Februar mit der Produktion begonnen werden kann. Zehn Arbeitsplätze sollen entstehen. Einen Teil der Stellen will Nätscher mit behinderten Menschen besetzen.

Derzeit befindet er sich deswegen in Gesprächen mit dem Pommerschen Diakonieverein.

Eine weitere Besonderheit ist, dass der Betrieb eine gläserne Manufaktur werden soll. Die Produktionsstrecke soll verglast werden, so dass Besuchergruppen jederzeit hindurch geführt werden können.

Nätscher nennt als Vorbild Karl’s Erdbeerhof: „Was die mit Erdbeeren geschafft haben, wollen wir in kleinerem Maßstab mit Äpfeln machen.“ Der Greifswalder Unternehmer und Biosanica-Chef Norbert Braun beobachtet die Aktivitäten seines früheren Geschäftspartners mit Skepsis. „Die Produkte, die ich bisher gesehen habe, sind identisch mit dem, was wir machen“, sagt er. Braun befürchtet zudem, dass Nätscher versuchen könnte, Kunden abzuwerben. Die Konkurrenz sei aber legitim und es gebe auch keine Patente, um die man sich streiten könnte. „Ob es nun aber geschickt ist, dass das Land zweimal Fördergelder vergibt, müssen andere entscheiden.“

Beide Firmen werden vom Wirtschaftsministerium kräftig mit Fördergeldern unterstützt. Biosanica bekam nach Ministeriumsangaben bisher rund 2,9 Millionen Euro. „Bio am Sund“ wird mit etwas mehr als 500000 Euro unterstützt. Ein Sprecher teilt dazu mit, dass das Markt- und Branchenumfeld bei der Vergabe von Fördermitteln berücksichtigt werde. Alexander Müller

OZ

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