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Neues Wohngebiet: 40 Pappeln müssen weichen

Stralsund Neues Wohngebiet: 40 Pappeln müssen weichen

Forstam verhinderte größere Fällaktion in Andershof.

Stralsund. Wenn Baupläne für ein neues Wohngebiet auf eine grüne Umgebung mit altem Baumbestand treffen, scheint Konfliktpotenzial vorprogrammiert. Deutlich wird dies derzeit auf dem Gelände der Alten Bereitschafspolizei in Andershof. Erschlossen werden hier 26 Grundstücke für Eigenheime. Weiterer 150 Wohnungen sind in neuen Mehrgeschossern geplant.

Dafür mussten jetzt 40 Pappeln weichen. Das wiederum kann Rentnerin Christel Langenfasss (76) überhaupt nicht verstehen. „Es tut mir im Herzen weh. So schöne hohe Bäume“, zeigt sich die Stralsunderin empört und trifft damit offenbar den Nerv weiterer Anwohner und Naturschützer, die sich am Donnerstag zusammen mit grünen Politikern in Andershof zu einem Vor-Ort-Termin trafen. „Es ist erschreckend, welches Ausmaß die Fällungen in diesem Bereich angenommen haben. Auch für den Fall, dass es keine rechtlichen Einwände gegen das Vorgehen gab, muss unser gemeinsames Ziel sein, in Zukunft so viele Bäume wie möglich zu erhalten.“, sagt Rainer Rückert (Bündnis 90/Die Grünen).

Aus Sicht des Investors gab es keine andere Lösung. Fred Muhsal, der das Gelände erschließt, verweist auf zu befürchtende Probleme mit der Standfestigkeit. Auf der Straße und Parkflächen zum Wasser- und Schifffahrtsamt hätten die Wurzeln bereits den Boden hochgedrückt. Eine Genehmigung zur Fällung liege vor. Außerdem habe man sich mit der Aktion beeilt und sie noch vor der Brutzeit durchgeführt.

„Wir werden neue Bäume in küstennaher Zone als Ausgleich pflanzen. Das kostet richtig viel Geld“, sagt Muhsal.

Der Leiter des Forstamtes Schuenhagen, Andreas Baumgart, bestätigt, dass es sich bei den Pappeln um eine genehmigte Baumfällung handelt. Seine Behörde ist in diesem Fall zuständig, weil die Bäume bereits als Wald eingestuft sind. Für diese Waldfläche hätte der Investor im Zuge des Bebauungsplan-Verfahrens einen Antrag auf Umwandlung in Bauland gestellt. „Es liegt noch keine Umwandlungsgenehmigung vor. Aber wir haben sie in Aussicht gestellt“, so Baumgart. Die Hürden dafür seien sehr hoch, und die Behörde habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, in dem Fall aber „hohes öffentliches Interesse“ in Betracht gezogen. „Allerdings sind wir in der Startphase bei dem Vorhaben nicht einbezogen worden“, kritisiert Baumgart. Baumgart erklärt, dass der Plan ursprünglich vorsah, eine dreimal so große Fläche in die neue Nutzungsform umzuwandeln. Hier habe man schon erheblich abgespeckt.

 



Marlies Walther

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