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Nudel-Ralli redet Kundschaft „besoffen“

Grimmen Nudel-Ralli redet Kundschaft „besoffen“

Marktschreier waren gestern in Grimmen und brachten Nudeln, Wurst und Käse an den Mann oder die Frau

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Nudel-Ralli gestern in Grimmen in seinem Element. Der fast 60-jährige, in Westerrönfeld in Schleswig-Holstein geborene Mann, ist seit über dreißig Jahren Marktschreier.

Quelle: Reinhard Amler

Grimmen. „Na ja“, meinte Nudel-Ralli gestern um kurz nach Neun. „In Hamburg wären zu diesem Zeitpunkt schon 30 000 Menschen auf dem Markt, in Grimmen sind es halt ein paar weniger.“

Der Bauch eines Mannes ist der Kompressor für seinen Johannes.“Spruch von Nudel-Ralli gestern auf dem Markt an der Stralsunder

Straße

In der Tat: In der Früh war es noch überschaubar auf dem Wochenmarkt, der angesichts des Besuches der Marktschreier diesmal auf den Parkplatz an der Stralsunder Straße umgezogen war.

Aber das sollte sich im Laufe des Tages schnell ändern. Denn immer mehr Neugierige drängten hierher.

Unter ihnen auch Hildegard Kuhr aus Gerdeswalde. „Eigentlich wollte ich ja nur gucken“, meinte sie. Es dauerte aber nicht lange, da hatte die Frau aus Gerdeswalde schon ein prall gefülltes Tütchen mit Leberwurst, französischer Salami, Stralsunder Katenrauchschinken und Knacker in der Hand. „Mein Gott, wann soll ich das alles aufessen?“, lautete ihr Kommentar. „Ich bin doch allein.“ Aber Wurst-Jan beruhigte, und meinte, dass sie es schon schaffen werde. „Der redet einen ja besoffen“, meinte Hildegard Kuhr ein bisschen rechtfertigend. Brav zahlte sie 15 Euro und nahm die Sache mit sehr viel Humor. Ähnlich erging es auch Gerda Eggebrecht, die mit Tochter und Enkelin Lilly auf den Markt gekommen war. Ehe sich die drei versahen, hatten auch sie eine proppevolle Tüte in der Hand.

Diesmal nicht mit Wurst, sondern mit Rigatoni, Spirelli, Tortelloni und einer Flasche Balsamico. „Jetzt haben wir Nudeln für ein paar Monate“, meinte Gerda Eggebrecht. Schuld daran war Nudel-Ralli.

„Ich bin ein Wohltäter der Menschheit“, sagt der fast 60-jährige, gebürtige Westerrönfelder selbst von sich. „Der Messias aus dem Pasta-Paradies.“ Und wer kann bei solchen Sprüchen schon widerstehen?

Wobei das noch einer aus der eher harmlosen Kategorie war. Im Verlaufe des Tages wurde es dann immer schlüpfriger bei ihm. Als ein gut beleibter Mann bei Nudel-Ralli vorbeikam und abwehrend meinte, er sei auf Diät, konterte der Pasta-König sofort mit dem Spruch: „Der Bauch eines Mannes ist der Kompressor für seinen Johannes.“ Eine junge Dame umwarb er mit seinen 50 Zentimeter langen Spaghetti.

Frauen könnten daran erkennen, ob ihr Mann eifersüchtig sei, meinte er. Denn eifersüchtige Männer dulden keine 50 Zentimeter langen Spaghetti im Haus. „Eher die kleinen Hörnchen oder die Nudeln, die aussehen wie Ringelschwänzchen?“, warf Nudel-Ralli noch hinterher.

40 bis 50 Märkte befahren die jetzt aus Magdeburg angereisten Marktschreier pro Jahr, erklärte Wurst-Jan. Letzte Woche seien sie in Stralsund gewesen, danach in Malchin und jetzt eben in Grimmen.

Es laufe unterschiedlich, so der erfahrene Marktschreier, der seine Produkte zum Großteil aus einer Fleischerei in Sachsen-Anhalt bezieht, wie er berichtete. Ein wichtiger Faktor sei das Wetter, das für ein gutes Geschäft eher nicht so schön sein sollte wie gestern, meinte er. „Außerdem“, so Wurst-Jan, „kommt es auch darauf an, ob die Marktschreier am Monatsanfang oder Monatsende ihre Waren anbieten. Am Monatsende sei das Geld immer knapp. Außer Nudeln und Wurst gab es gestern in Grimmen auch Käse aller Art, Wein, Spreewaldgurken und alles, was der Wochenmarkt vorm Rathaus ansonsten zu bieten hat. Denn der war ja gleich mit in die Stralsunder Straße umgezogen. Trotz des noch eher verhaltenen Andranges waren die Parkplätze schon am Morgen knapp.

Bei Lidl standen die Pkw bereits um 9 Uhr dichtgedrängt, was viele Autofahrer aber nicht davon abhielt, trotzdem auf den Kundenparkplatz zu fahren. Dabei sah man natürlich auch, dass Kraftfahrer Probleme hatten, Parklücken vernünftig anzusteuern. Manch einer hatte sein Auto genau auf dem Trennstrich abgestellt. Gegen halb Zehn musste dann sogar die Polizei eingreifen, weil es ein Problem gab.

Reinhard Amler

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