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Pommersche Volksbank schließt Strafzinsen nicht aus

Grimmen/Stralsund Pommersche Volksbank schließt Strafzinsen nicht aus

Bankvorstand: „Wir sind kein gallisches Dorf“ / Bestandskunden ausgenommen / Keine Schließung von Filialen geplant

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Das Gebäude der Pommerschen Volksbank in Grimmen. Die Bank betreibt im Landkreis Vorpommern-Rügen zurzeit insgesamt 22 Filialen. In jeder werden durchschnittlich 2400 Kunden betreut.

Quelle: Foto: Peter Franke

Grimmen/Stralsund. In der Debatte um die Einführung sogenannter Straf- oder Negativzinsen schließt auch die Pommersche Volksbank nicht aus, für besonders hohe Bankguthaben eine entsprechende Abgabe einzuführen. „Wir sind kein gallisches Dorf“, sagte Bankvorstand Martin Wangemann. Dies gelte nicht für Bestandskunden, sondern nur für Neukunden, die ihre Einlagen bei der Pommerschen Volksbank „lediglich parken“ wollen, um den Negativzinsforderungen anderer Institute zu entgehen. „Das würden wir nicht ewig durchhalten“, sagte Wangemann. Konkrete Pläne gebe es aber noch nicht.

OZ-Bild

Bankvorstand: „Wir sind kein gallisches Dorf“ / Bestandskunden ausgenommen / Keine Schließung von Filialen geplant

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Die Banken leiden zurzeit unter der Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), die ihnen einen Strafzinssatz von 0,4 Prozent berechnet, wenn sie Kundengelder anlegen wollen. Diese Kosten geben erste Banken jetzt an Kunden weiter, die besonders viel Geld horten. In den meisten Fällen sind dies Städte, Landkreise und Gemeinden sowie Firmenkunden. Privatkunden sind bisher kaum von Negativzinsen betroffen.

In Mecklenburg-Vorpommern hatte die Sparkasse Vorpommern als erste Bank die Einführung von Negativzinsen für institutionelle Kunden angekündigt. Von April an will die Sparkasse ab einem Freibetrag von 100000 Euro Negativzinsen nehmen, die ebenso wie die von der EZB verhängten Strafzinsen 0,4 Prozent betragen sollen. Die Stadt Bergen hat daraufhin ihr Geld bereits von der Sparkasse abgezogen und bei einem anderen Kreditinstitut geparkt (die OZ berichtete). In anderen Kommunen gibt es ähnliche Überlegungen. Wangemann: „Dieses Verfahren kann nicht ewig gutgehen.“

Bei einer Genossenschaftsbank wie der Volksbank würden am Ende die Mitglieder entscheiden, die jedes Jahr am Gewinn der Bank beteiligt werden, wann bei dieser Form der Vermeidung von Negativzinsen „die rote Linie erreicht ist“, sagte Wangemann. Dann, wenn den Mitgliedern der Beteiligungsgewinn nicht mehr ausreiche.

Strukturell plant die Pommersche Volksbank, deren Geschäftsgebiet den Landkreis Vorpommern-Rügen umfasst, trotz der zunehmend schwieriger werdenen Rahmenbedingungen für Banken bislang keine radikalen Veränderungen. Einschnitte wie im Westen des Landes, wo die Volks- und Raiffeisenbank Mecklenburg mit Hauptsitz in Wismar demnächst sieben ihrer 38 Filialen schließen will, würden nicht anstehen.

Allerdings sind auch bei der Pommerschen Volksbank seit dem Jahr 2007 mehr Filialen geschlossen als eröffnet worden. Aktuell betreibt die Bank insgesamt 22 Anlaufstellen, in denen zusammen 48000 Kunden betreut werden. Zusätzlich ist ein Bank-Lkw im Einsatz, der jede Woche auf einer festen Tour zwölf verschiedene Orte im Landkreis Vorpommern-Rügen ansteuert.

Obwohl die Volksbank im vergangenen Jahr 1700 neue Kunden hinzugewonnen hat, ist der Bilanzgewinn von 821000 Euro im Jahr 2015 leicht auf 810000 Euro gefallen. Das von der Bank verwaltete Vermögen der Kunden kletterte auf knapp über eine Milliarde Euro. Das Kreditvolumen stieg im Jahr 2016 um 50 Millionen Euro auf insgesamt 342 Millionen.

Angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase raten derzeit fast alle Banken den Kunden dazu, ihr Geld breiter anzulegen, als es auf einem klassischen Sparbuch oder einem Tagesgeldkonto zu parken, wofür es so gut wie keine nennenswerten Zinsen mehr gibt.

Um höhere Renditen zu erlangen sei laut Wangemann ein ausgewogener Mix nötig. Allerdings müssten die Kunden etwas risikofreudiger sein als in der Vergangenheit. Ähnlich hatte sich vor wenigen Tagen auch der Chef der Stralsunder Commerzbank, Dirk Krüger, geäußert.

Benjamin Fischer

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