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Grimmen Produktionsschule hilft sozial benachteiligten Jugendlichen
Vorpommern Grimmen Produktionsschule hilft sozial benachteiligten Jugendlichen
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03:43 26.08.2013
Produktion in der Metallwerkstatt: Der 18-jährige Kai Felsch aus Stralsund beim Zuschnitt.

„Über praktische, produktive Tätigkeiten versuchen wir, junge Leute wieder ans Lernen heranzuführen“, erklärt Selina Lutz. Die 35-Jährige leitet zusammen mit Holger Kiehn die Produktionsschule Vorpommern-Rügen auf dem Stralsunder Dänholm. Konzept der Einrichtung ist es, Jugendlichen zwischen 15 und 21 Jahren hier Unterstützung beim Übergang von der Schule in eine Ausbildung oder einen Beruf zu bieten. In der Regel kommen die Mädchen und Jungen aus sozial benachteiligten Familien. Vom nachzuholenden Hauptschulabschluss über die Hilfe bei der Berufsorientierung bis hin zur Unterstützung bei der Vermittlung einer Ausbildung oder gar eines Arbeitsplatzes ist das Angebot dabei ganz individuell an den Bedürfnissen des Einzelnen orientiert.

„Vorrangiges pädagogisches Mittel ist die Produktion von Gegenständen für reale Kunden“, erläutert Selina Lutz weiter. Die steigenden Nachfragen bestätigen das Konzept. Mit einer Kapazität von 40 Jugendlichen am 1. Januar 2013 vom Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD) am Strelasund eröffnet, liegt die Zahl von derzeit 71 Anmeldungen aus dem gesamten Landkreis weit über dem ursprünglichen Fassungsvermögen. Eine gern in Angriff genommene Herausforderung für das findige Leitungsduo. „Zu den seit Februar auf Hochtouren laufenden Werkstätten in den Fachbereichen Handel und Versorgung, Holzwerkstatt, Metallwerkstatt sowie Kutter und Fischerei kommt ab September eine weitere hinzu“, verrät Holger Kiehn. Mit dem Fachbereich Bau und Forst wird dann die nunmehr fünfte Werkstatt ihre Produktion aufnehmen, um im Forst- und Landschaftspflegebereich tätig zu werden, aber auch um in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Forstamt daran mitzuwirken, die große Nachfrage an Brenn- und Kaminholz in der Region zu befriedigen. Darüber hinaus erfährt auch der Fachbereich Handel und Versorgung eine Erweiterung. Bisher auf den Bereich Küche beschränkt, wird künftig in der Produktionsschule eine Caféteria eröffnet. Daneben sollen Kosmetik- und Stylingkurse sowie musisch- künstlerische Betätigungsfelder das Angebot für junge Frauen verbessern.

„Hier tut sich etwas, und wir haben unsere Leistungsgrenzen noch lange nicht erreicht“, meint Kiehn mit einem Lächeln und setzt dabei besonders auf die sieben Werkstattpädagogen der Produktionsschule, denen in der Arbeit mit den Jugendlichen in den Werkstätten besonders wichtige Aufgaben zuteil werden. „Der Werkstattpädagoge ist zugleich Ansprechpartner für den Jugendlichen als auch dessen Elternteil“, erklärt Kiehn die Verantwortung seiner Kollegen. Eine Verantwortung, der sich die Pädagogen gerne stellen. „Wir sind immer bemüht, auf die Probleme und Bedürfnisse des Einzelnen einzugehen“, sagt Mathias Pioch, der die Metallwerkstatt leitet. „Trotzdem gilt es, Regeln und Grundkompetenzen zu erlernen. Nur so wird es den Jugendlichen möglich sein, später auf dem Arbeitsmarkt zu bestehen“, so Pioch weiter.

Nach einem halben Jahr Produktion auf dem Dänholm zieht das Leitungsteam der Produktionsschule nun eine erste Bilanz. „Wir konnten insgesamt sechs jungen Leuten eine Ausbildung oder eine Arbeit vermitteln“, sagt Selina Lutz und ist sich mit ihrem Kollegen Holger Kiehn einig: „Das ist eine Quote, die wir mit unseren fünf Werkstätten in Zukunft deutlich verbessern wollen.“

Jürgen Schwols

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