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Sassnitzer richten „Wohnstube“ für Seeleute ein

Mukran Sassnitzer richten „Wohnstube“ für Seeleute ein

Seemannsmission im Passagierterminal des Fährhafens Mukran etabliert / Ehrenamtler wollen die Einrichtung noch in diesem Monat eröffnen

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Mit dem Leuchtturm in der Hand weisen sie den Weg in die neue „Wohnstube“ für Seefahrer in Mukran — Matthias Raths, Marianne Plamper, Peter Leukroth und Ronald Damp (v.l.n.r.) vom Verein der Seemannsmission Sassnitz vor dem Passagierterminal im Fährhafen.

Quelle: Udo Burwitz

Mukran. Anker werfen und flugs an Land in die Seemannsmission, um mit den Angehörigen zu skypen: Nach Emden, Bremerhaven, Hamburg, Kiel und Rostock sollen Seeleute aus aller Herren Länder entlang der deutschen Nord- und Ostseeküste so einen Anlaufpunkt demnächst auch in Mukran ansteuern können. In dem zu Sassnitz gehörenden Fährhafen wird eine Seemannsmission eröffnet.

„Ob Fahrensleute auf Getreidefrachtern oder auf den Schiffen der Offshoreindustrie, die von Mukran aus die Windparks in der Ostsee errichten — sie alle brauchen keine weiten Wege zurücklegen, wenn sie es sich in ihrer neuen Wohnstube gemütlich machen wollen“, sagt Peter Leukroth, Vorsitzender des Vereins der Sassnitzer Seemannsmission. Er poliert über ein kleines Schild, das am Passagierterminal des Fährhafens bereits am Eingang zu den ehemals für die Zollabfertigung genutzten Räume angebracht ist. „Die können wir kostenfrei nutzen. Die Fährhafengesellschaft hat sie uns zur Verfügung gestellt“, lobt Leukroth deren Unterstützung. Die Sassnitzerin Marianne Plamper, die im Vereinsvorstand den Posten der Schatzmeisterin bekleidet, bittet herein. „Der Gemütlichkeitsraum für die Seeleute ist bereits gestaltet“, lädt sie zum Platznehmen auf einer Couch ein. Die Wände sind frisch gestrichen. Eine kleine Gebetsecke ist eingerichtet, im Nebenraum ist ein kleiner Tresen mit Getränkeausgabe einsatzbereit. An einer Billardplatte werden sich die Seefahrer sportlich betätigen können. Das alles haben Ehrenamtler geschaffen. 23 aus Sassnitz und der Region sind es aktuell, die sich im Verein engagieren. „Was noch fehlt, ist die Computertechnik, damit die Seeleute mit ihren Angehörigen daheim skypen können“, informiert Marianne Plamper, das der Verein mit einem Auto auch dafür sorgen wird, dass die Fahrensleute für Bankgeschäfte, nötige Arztbesuche oder Behördengänge mobil sind.

„Neu ist die Seemannsmission in Sassnitz nicht“, betont Peter Leukroth. Die wurde bereits 1994 auf Initiative der ehemaligen Pastorin Thurid Pörksen ins Leben gerufen, erinnert er. Bis zum 15. Mai 2013 war das Grundtvighaus in der Hafenstadt der Anlaufpunkt für die Fahrensleute. Dann habe der Verein die Arbeit ruhen lassen und einstellen müssen. „Aus finanziellen Gründen. Das Geld war alle“, erläutert Leukroth, dass der Betrieb der Seemannsmission aus Spenden finanziert wird. Jetzt sehe es wieder besser aus. Unternehmen aus der Region unterstützen das Projekt. Der Verein habe weiter existiert und im vergangenen Oktober das Projekt zur Reaktivierung der Seemannsmission angeschoben. Vereinssitz ist nach wie vor das Grundtvighaus, nur das Missionsdomizil ist ein neues. „Wir warten zur Zeit darauf, dass dem Verein seine Gemeinnützigkeit wieder zuerkannt wird“, so Leukroth. „Unser Ziel ist es, die Seemannsmission in Mukran noch in diesem Monat zu eröffnen.“ Ob die Ehrenamtler die Seeleute in ihrer neuen „Wohnstube“ im Fährhafen dann wie vorgesehen dienstags, donnerstags und sonntags empfangen werden, soll morgen abschließend beraten werden. „Dann treffen wir uns zur Vereinsversammlung“, kündigt der Vorsitzende an.

Christliche Sozialeinrichtung

16 Stationen der Deutschen Seemannsmission gibt es in der gesamten Republik bisher. Mukran wird Mission Nummer 17. Der Verein, der eine christliche Sozialeinrichtung ist, betreibt außerdem in 20 Städten rund um den Globus weitere Stationen. Die sollen Seeleute aus der Isolation holen und Stätte der Begegnung für sie sein.

Finanziert werden sie größtenteils durch Spenden.

23 Ehrenamtliche sind aktuell im Verein der Seemannsmission Sassnitz aktiv. Weltweit sind es mehr als 700 Aktivisten, die sich in den Stationen um die Seeleute kümmern.

Von Udo Burwitz

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