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Grimmen Sonderausstellung in Putbus: Hilferuf für Rügens Baudenkmale
Vorpommern Grimmen Sonderausstellung in Putbus: Hilferuf für Rügens Baudenkmale
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00:00 18.07.2013
Wolfgang Linden von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in der neuen Ausstellung im Kronprinzenpalais, Circus Nr. 1. Quelle: Holger Vonberg
Putbus

Wie unbefriedigend der Zustand von Baudenkmalen auf Rügen ist, können seit gestern Besucher des Kronprinzenpalais sehen. Auf der unteren Etage wurde neben dem Kunstkaufhaus eine neue Sonderausstellung eröffnet. Das Motto: „Seht, welch kostbares Erbe!“ Initiator: die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD).

„Von den über 470 von der Stiftung in Mecklenburg-Vorpommern geförderten Projekten befinden sich 22 auf der Insel“, sagt Wolfgang Linden von der DSD in Bonn. Positive Beispiele seien die Marienkirche in Bergen, die Schlosskirche und Orangerie in Putbus, das Jagdschloss Granitz oder die Schlossruine im Gutspark Pansevitz.

Trotz dieser Rettungsbilanz benötigen viele Bauten dringend Hilfe. „Auch und ganz besonders auf Rügen“, betont Professor Ulrich von Gavel, Ortskurator der Stiftung. An den Wänden des von der DKB-Stiftung für gesellschaftliches Engagement sanierten Kronprinzenpalais hängen Bilder von heruntergekommenen Rügener Bauernhäusern oder vom Sassnitzer Schloss Dwasieden, das zu DDR-Zeiten gesprengt wurde. Auch das Haus aus dem historisch wertvollen Gebäudeensemble von Schaprode ist abgebildet. Der neue Eigentümer will es abreißen lassen, wogegen sich engagierte Rüganer mit Nachdruck wehren (die OZ berichtete).

„Mit unserer Ausstellung wollen wir das Bewusstsein der Rüganer und ihrer Gäste schärfen für den Erhalt der Baudenkmale. Das Interesse ist groß, darf sich aber nicht nur auf den Tag des offenen Denkmals beschränken“, sagt Wolfgang Linden.

Ulrich von Gavel hat mit seiner Frau selbst ein historisches Gutshaus auf Rügen vor dem Verfall gerettet. Mit Nachdruck fordert er, dass es in Zukunft wieder einen festen Ansprechpartner für die Denkmalschutzbelange auf der Insel gibt. So, wie vor der Kreisgebietsreform. Nur direkt vor Ort könne aktiv Einfluss auf Planungen, Sanierungskonzepte und Abrisspläne genommen werden. „Es wird zu viel kaputtsaniert, wenn die Kontrollen ausbleiben. Schäden an den Baudenkmalen sind dann nicht wieder gut zu machen“, so von Gavel.

Ihn ärgert auch, dass Gras gewachsen ist über die tragische Geschichte und auf den Fundamenten des geschliffenen Putbusser Schlosses. „Ich bin gegen einen Neubau nach dem Muster des Berliner Stadtschlosses. Doch Schloss, Park und Stadt waren einst in Putbus ein in sich geschlossenes Ensemble.“ Das solle der Nachwelt mit dem Freilegen der Schlossreste vor Augen geführt werden.

Die DSD präsentiert in der Ausstellung 32 ihrer bundesweiten Förderprojekte auf Anschauungstafeln mit Bild und Text. Der Bogen spannt sich dabei von der Wismarer Georgenkirche bis zur Ursulakirche München, über ein denkmalgeschütztes Karussell, den Leuchtturm „Roter Sand“ bis hin zur Wutachtalbahn im baden-württembergischen Blumberg. Einziger in Putbus gezeigter Vertreter der auf der Insel geförderten Projekte ist das Herrenhaus Boldevitz.

„Putbusser Appell“ des Ortskuratoriums
In einem Appell beklagt das Ortskuratorium der Deutschen Stiftung Denkmalschutz die „personelle Ausdünnung der Unteren Denkmalschutzbehörde“ im neuen Landkreis Vorpommern-Rügen.

„Wir fordern einen ständigen Vertreter, der nur für die Insel Rügen zuständig ist und in Bergen amtiert, um die hoheitlichen Aufgaben des Denkmalschutzes wahrzunehmen - neben den verwaltungstechnischen Aufgaben vor allem die Beratung und Kontrolle bei Planung als auch vor Ort auf der Baustelle“, heißt es in dem vom Ortskurator Ulrich von Gavel unterzeichneten Schreiben. „Wir begrüßen und unterstützen die Initiative der Architektenkammer MV für die Einrichtung eines Mobilen Gestaltungsbeirates für den ländlichen Raum, der Gemeinden beratend zur Seite stehen kann.“

Außerdem wird gefordert, dass die Fundamente und Kellerreste des Schlosses zu Putbus freigelegt werden.

Holger Vonberg

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