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Greifswald Statt Speicher Luxushotel am Ryck

Petruswerk wiederholt Ankündigungen für Investitionen / Aktuelle Planungen wurden der Stadt Greifswald vorgestellt

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Der Speicher an der Hafenstraße/Ecke Marienstraße.

Quelle: Foto: Eckhard Oberdörfer

Greifswald. Eine prominente Ruine soll verschwinden. Der 80 Jahre alte Speicher in der Marienstraße könnte in diesem Jahr abgerissen und anschließend durch einen elfgeschossigen Hotelbau vergleichbarer Kubatur ersetzt werden. Das kündigte der Eigentümer Douglas Fernando gegenüber der OSTSEE–ZEITUNG an. Er ist der Geschäftsführer des Berliner Petruswerks. Eine Fünf-Sterne-Haus mit 200 Betten soll es sein, womit Greifswald endlich sein fehlendes Tagungshotel bekäme.

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Petruswerk wiederholt Ankündigungen für Investitionen / Aktuelle Planungen wurden der Stadt Greifswald vorgestellt

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Petruswerk gehörte Erzbistum Berlin

2003 verkauft das hoch verschuldete Berliner Erzbistum für 18 Millionen Euro seine Immobilienfirma, das Petruswerk. Neuer Eigentümer wurde die Wohnungsbaugesellschaft Avila-Holding mit Geschäftsführer Douglas Fernando. Das Petruswerk wurde zu einer Konzerntochter mit dem Kernfeld der Verwaltung der eigenen sowie fremden Eigentums- und Mietwohnungen.

Die Ankündigung von großen Investitionen in Greifswald durch Fernando ist nicht neu. Die letzte erfolgte Ende 2015. Der Speicher gehört ihm schon seit Jahren. Eine bereits erteilte Abrissgenehmigung für das stadtbildprägende Bauwerk ist wegen Fristablaufs nicht mehr gültig.

Aber dieses Jahr könnte es wirklich losgehen. Fernando hat in der Stadtverwaltung seine aktuellen Pläne vorgestellt und möglichst schnelle Realisierungsmöglichkeiten ausgelotet. Zweitens hat er mit der Greifswalder Ingenieurplanung Ost (IPO) einen Vertrag zur Erarbeitung der nötigen Planungen abgeschlossen. Laut der Wirtschaftsauskunftei Creditreform sind die Gesellschaften des Petruswerks kreditwürdig.

Teil der angekündigten Investitionen ist das 3,2 Hektar große, an den Speicher angrenzende Gelände des früheren Möbelwerks. Ursprünglich wollte Fernando den gesamten Bereich zwischen Marienstraße und An den Wurthen zum Wohngebiet entwickeln (siehe unten). Die Stadt hatte schon den Verkauf der Grundstücke beschlossen. Aber das Petruswerk bezahlte den Kaufpreis nicht. Nun erschließt die Stadt das Areal über den Bebaungsplan 55. Fernando und Mitarbeiter haben Schwedenkontorchef Rainer Schwenke besucht, um ihn zum Verkauf seines Grundstücks an der Hafenstraße zu bewegen, das an das alte Möbelwerksgelände angrenzt. Der hat abgewinkt. Er würde nur das, was das Schwedenkontor nicht benötige, verkaufen, so Schwenke. Das wäre beispielsweise die gesamte Fläche, auf der jetzt Boote stehen.

Unabhängig davon: Fernando will auf seinen 3,2 Hektar bis Ende dieses Jahrzehnts 450 Wohnungen bauen lassen. „Wir setzen dafür Eigenmittel ein“, sagt er. Die Wohnungen werden vermietet und nicht verkauft. Die Pläne sollen im April in den Gremien der Bürgerschaft vorgestellt werden. „Unser Zeitplan sieht den Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplans im Juni vor“, so Douglas Fernando.

Als Erstes will er einen neuen Abrissantrag für den Speicher und eine Bauvoranfrage für das Hotel stellen. Die ist nötig, weil unklar ist, ob das Petruswerk den Speicher durch einen Hotelbau in gleicher Höhe ersetzen kann. „Es gibt keinen nachwirkenden Bestandsschutz“, erläutert Stadtsprecherin Andrea Reimann. „Ein B-Plan wäre sicherer.“

Durch eine Bauvoranfrage bekäme das Petruswerk Sicherheit, so IPO-Chef Holger Hagemann. Die zeitaufwendigere Variante über den B-Plan bliebe immer noch. „Die nötigen Parkplätze fürs Hotel können geschaffen werden“, ist er überzeugt. Blech soll nicht zu sehen sein. Das heißt, oberirdische Parkplätze seien auch im Wohngebiet nicht geplant, betont Hagemann. Diese sollen in Halbgeschossen unter der Erde verschwinden. „Wie beim Hansehof, den die WVG am Hansering plant.“ Er kann sich gut vorstellen, in der Architektur des Hotels städtische Vorstellungen für den B-Plan 55 aufzugreifen. Am Ryck könnten demnach auf dem städtischen Gelände sechs „Köpfe“, also Hochhäuser entstehen. Für den Hotelbau des Petruswerks schlägt Hagemann ein auskragendes Gebäude vor. So etwas gebe es beispielsweise in Düsseldorf.

„Die Stadt wird wie bei jedem anderen Bauherrn die Aufstellung eines B-Planes begleiten und eine Bauvoranfrage prüfen und bescheiden“, stellt Stadtsprecherin Andrea Reimann klar. „Grundsätzlich besteht seitens der Stadt Interesse, dass das Areal in Nachbarschaft des B-Planes 55 bebaut wird. Beide Vorhaben wären denkbar.“

Fernando dreht derzeit in Berlin ein großes Rad und investiert dreistellige Millionensummen. Seine Firma baut 600 Wohnungen am Mariendorfer Weg. Auch in Waren ist das Petruswerk aktiv.

Eckhard Oberdörfer

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