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Gerdeswalde Traumnoten für Gristower Springtalent

Dirk Duffners Reitanlage in Gerdeswalde wurde beim Championat Schauplatz edler Pferde

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Henry Stöhr stellte während der Hengstpräsentation seinen Mecklenburger „Leevster“ vor. Der Hengst steht als Pachthengst im Landgestüt Redefin. Von dort waren zwei weitere Reiter mit ihren Pferden nach Gerdeswalde gekommen. Fotos (5): Raik Mielke

Gerdeswalde. Pferde gucken hieß es in Gerdeswalde. Beim 5. Vorpommerschen Freispringchampionat auf der Reitanlage von Dirk Duffner präsentierten Züchter vor allem aus dem die Veranstaltung organisierenden Pferdezuchtverein Voigtsdorf/Griebenow Besuchern und potenziellen Käufern ihre Tiere.

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Dirk Duffners Reitanlage in Gerdeswalde wurde beim Championat Schauplatz edler Pferde

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Es ist erfreulich, dass die Zahl der Jungzüchter steigt.“Jörg Hasselmann, Vorsitzender des Pferdezuchtverbandes MV

Und die bekamen in der Tat edle und vielversprechende Pferde zu sehen. Sogar aus dem 250 Kilometer entfernten Landgestüt Redefin reisten Reiter an, um ihre Tiere — zwei Pferde der Rasse Mecklenburger sowie Deutsches Reitpferd — vorzustellen. „Es freut uns immer sehr, dass die Redefiner den weiten Weg auf sich nehmen“, so Dietmar Quaas. Der Vorsitzende des Pferdezuchtvereins fungierte an diesem Tag als Moderator und Jurymitglied und konnte in Gerdeswalde mit „Gustav von Glücksburg“ unter anderem auch eine echte Rarität vorstellen. Das Schwere Warmblut, welches vor der Kutsche Karl-Herrmanns Dähns aus Richtenberg lief, rief nicht nur bei Dieter Quaas Begeisterung hervor. „Meine Damen und Herren, Sie sehen hier eine Pferderasse, die zu DDR-Zeiten beinahe ausgestorben war“, erzählte er. Schwere Warmblüter würden gern als Arbeitstiere sowie als „Wagenpferde für repräsentative Zwecke“ eingesetzt. So ziehen etwa Pferde dieser Rasse die Kutsche der englischen Königin. Beides stand bei den DDR-Oberen nicht sonderlich hoch im Kurs. Unverständlich, wenn man dann so ein faszinierendes Pferd wie Gustav von Glücksburg sieht.

Dennoch: Die beliebteste Pferderasse ist für die hiesigen Züchter noch immer das Mecklenburger Warmblut. Das Züchterbild habe sich allerdings verschoben. „Heute verschreiben sich immer mehr Mädchen der Zucht“, sagt Jörg Hasselmann, Vorsitzender des Verbandes der Pferdezüchter Mecklenburg-Vorpommerns. War die Zucht früher eher eine Männerdomäne, so haben sich mittlerweile immer mehr Frauen — sie machen etwa 80 Prozent der Züchter aus — etabliert. Pferde und Reiten — das sei eben so ein Mädchending, bemerkt er lachend.

Doch egal, ob Männer oder Frauen — Hasselmann freut es, dass die Zahl der Jungzüchter wieder gestiegen ist. „Und dass sie sehr erfolgreich arbeiten, sieht man unter anderem hier bei dieser Veranstaltung“, lobt er. Insgesamt 20 Züchter kamen mit ihren Jungpferden, um sie beim Freispringen bewerten zu lassen. „Solch eine Veranstaltung ist eine gute Gelegenheit für die Pferdesportler, ihre Tiere beurteilen zu lassen“, findet Hasselmann, der selbst als Juror auftrat. Anhand von Kriterien wie der Springmechanik, der Beintechnik und des Gesamteindrucks der Pferde könne ein erster vorsichtiger Blick in die Zukunft geworfen werden: Welche Anlagen hat das Tier? Steht ihm möglicherweise eine Karriere als Sportpferd bevor? Mit Sicherheit trifft das auf C-Avici von Familie Spierling aus Gristow zu. Der vierjährige Mecklenburger Wallach schaffte dreimal die Traumnote 9 und siegte in seiner Kategorie souverän.

War dies vor allem für die Züchter spannend, so gab es auch für die Besucher eine Herausforderung: Diese sollten nämlich schätzen, wie schwer „LeeLands Mister Eldor“ ist. Der weiß-schwarz gefleckte Shetlandpony-Hengst gehört dem Zarneklaer Züchter Thomas Zwick. „Im Januar ist er gekört worden“, sagte sein Besitzer stolz, während die Gäste den kleinen Hengst mit Blicken taxierten. 150 Kilo? Oder doch schon mehr als 200? Am Ende lagen drei Gäste jeweils nur um 500 Gramm daneben. Axel Horn und Ramona Brosowski schätzen das Shetty auf 185 Kilo, Shanelle Röder auf 184 Kilo — tatsächlich brachte Mister Eldor 184,5 Kilo auf die Mecklenburger Pferdewaage, auf der übrigens auch alle anderen Pferdebesitzer ihre Tiere wiegen lassen konnten.

Ergebnisse

Im Freispringen wurden in drei Kategorien jeweils Springmanier und -vermögen sowie der Gesamteindruck gewertet:

Bei den Deutschen Reitponys siegte der Hengst Wessly B mit 26 Punkten und einem besonderen Springvermögen (9 Pkt.). Zweiter wurde mit Washington ebenfalls ein Hengst (25 Pkt.).

Beide Hengste gehören André Bleeck aus Malpendorf nahe Wismar. Mit einem Wallach von Armin Spaetzke aus Steinhagen, gezogen von Matthias Guhde aus Greifswald, belegte ein Pferd aus dem heimischen Zuchtverein den dritten Platz (24,5 Pkt).

Bei den dreijährigen Reitpferden siegte die Stute Ceara von Norbert Manzke aus Woldeck (24,5 Punkte) vor einem Oldenburger von Andre Schroeder direkt aus der Nachbarschaft des Austragungsortes, aus Horst, (24 Pkt.). Dritter wurde ein Hengst von Manuela Wilde aus Lüdershagen (23,5 Pkt.).

Bei den vierjährigen Reitpferden blieb der Sieg im Verein: Der Wallach C-Avici von Elke und Armin Spierling schaffte dreimal die Traumnote 9 (27 Gesamtpunkte). Zweite wurde mit 26 Punkten ebenfalls eine Mecklenburger Stute von Marianne Henning aus Hohenmocker und Dritter der Wallach Cem Craig von Madine Menzel aus Marihn (25,5 Pkt.)

VIER FRAGEN AN...

1 Wie zufrieden sind Sie mit dem 5. Vorpommerschen Freispringchampionat? Total zufrieden. Es wurden mehr als 300 Besucher gezählt.

2Nicht nur bei den Gästen sondern auch bei den Züchtern, die mit ihren Pferden dabei waren, war die Resonanz groß? Im Freispringwettbewerb traten Züchter mit 20 Jungpferden an. So viele wie noch nie. 2015 waren es 14. Deshalb konnten wir sie bei den Reitpferden auch nach Drei- und Vierjährigen trennen, was den Wettbewerb gerechter macht.

3 Hat Sie ein Pferd besonders beeindruckt? Da gab es einige. Bei den Reitponys beispielsweise freue ich mich sehr darüber, dass die Hengste von André Bleeck die Plätze eins und zwei belegten. Beeindruckt hat mich aber auch der Wallach von Armin Spaetzke aus Steinhagen, der erst auf den zweiten Blick mit seinem Talent am Sprung überzeugte.

4Mit dem Eintrittspreis von zwei Euro kann man eine solche Veranstaltung sicher nicht finanzieren? Nein, wir haben Sponsoren. Beispielsweise die Landkreise Vorpommern-Rügen und Vorpommern Greifswald.aj

Von Almut Jaekel und Claudia Noatnick

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