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Unlauterer Wettbewerb: Maler sind sauer

Grimmen/Stralsund Unlauterer Wettbewerb: Maler sind sauer

Innungs-Chef Jens Lubozki: Raumausstatter und Hausmeister-Firmen drängen mit illegalen Angeboten auf den Markt

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Malergeselle Mirko Stahlkopf (40) klebt Fenster am Hotel Baltic in Stralsund ab. Der Betrieb von Malermeister Olaf Ahrens saniert dort die Fassade. Eine Arbeit, die nur von einem Meisterbetrieb erledigt werden darf. Fotos (2): Jens-Peter Woldt

Grimmen/Stralsund. Die Innung der Maler und Lackierer Nordvorpommern-Stralsund will jetzt stärker gegen Firmen vorgehen, die auf ihren geschützten Markt drängen.

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Innungs-Chef Jens Lubozki: Raumausstatter und Hausmeister-Firmen drängen mit illegalen Angeboten auf den Markt

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Obermeister Jens Lubozki (47): „Immer häufiger bieten Raumausstatter oder Hausmeister-Firmen Malerarbeiten an, obwohl sie es nicht dürfen.“

Erst in der vergangenen Woche habe er bei der Gewerbeaufsicht einen Betrieb angezeigt, der die Fassade eines Hauses in Stralsund gestrichen hat. Solche Arbeiten dürften nur unter Aufsicht eines Malermeisters ausgeführt werden. Lubozki wörtlich: „Das ist nicht nur Schwarzarbeit, sondern auch unlauterer Wettbewerb.“

Tatsächlich müssen zum Beispiel Raumausstatter, wenn sie sich bei der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern anmelden, dafür unterschreiben, dass sie keine Tätigkeiten ausführen, die zum klassischen Tätigkeitsfeld des Maler- und Lackiererhandwerks gehören. Das sind zum Beispiel sowohl Innen- als auch Außenanstriche.

Der stellvertretende Innungsobermeister Olaf Ahrens (39) sieht in diesen Praktiken wie Lubozki eine Gefahr für sein Handwerk. „Bei uns gilt die Meisterpflicht. Sie garantiert den Kunden Qualität.“

Bei Raumausstattern gebe es diese Pflicht nicht. Lasse jemand sein Haus von einem nicht zugelassenen Betrieb streichen, habe er deswegen keinen Anspruch auf Regress. Oft wüssten die Auftraggeber gar nicht Bescheid. Sie würden meist nur den Preis sehen und danach entscheiden.

Tatsächlich können die Nicht-Meister-Betriebe für weniger Geld arbeiten. Lubozki: „In unserer Innung zahlen wir seit diesem Jahr einen tariflichen Mindestlohn von 11,30 Euro. Ein Raumausstatter hält sich bei der Entlohnung eines angestellten Malers zumeist nur an den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn von 8,50 Euro.“

Bei der Kalkulation eines Auftrags müsse ein Meisterbetrieb in der Malerinnung außerdem Versicherungsleistungen berücksichtigen, die er zu zahlen hat, um seinen Mitarbeitern zum Beispiel ihren Urlaubsgeldanspruch auch in schlechten Zeiten der Firma zu garantieren. Ähnliche Regelungen gebe es bei der Altersvorsorge. Das alles seien Dinge, die der Gesetzgeber fordere. „Jetzt erwarten wir vom Gesetzgeber, dass er uns auch schützt“, fordert Lubozki. Es sei nicht so, dass wir Raumausstatter oder Hausmeister verteufeln wollen. „Wir gönnen ihnen ihre Arbeit, ihre Einnahmen, ihre Gewinne“, betont der Obermeister. Tatsächlich herrscht derzeit auf dem Markt kein Mangel an Aufträgen für Malerbetriebe. „Den Firmen geht es seit den vergangenen drei, vier Jahren gut“, sagt Ahrens, der selbst zuletzt jedes Jahr einen zusätzlichen Gesellen angestellt hat. „Aber wir erwarten einen fairen Wettbewerb“, ergänzt Lubozki.

Demnächst will die Innung verschiedene Firmen aus der Raumausstatter- und Hausmeisterbranche anschreiben, die ganz offen mit Malerarbeiten zu günstigen Preisen werben, zum Beispiel auf ihren Fahrzeugen.

19 Betriebe gehören zur Innung

Der Innung der Maler und Lackierer Nordvorpommern-Rügen gehören 19 Betriebe an.

Obermeister ist seit Anfang 2016 der Stralsunder Jens Lubozki (49). Neu im Vorstand ist auch sein Stellvertreter Olaf Ahrens.

Beide verfolgen das Ziel , die Innung insgesamt, die Betriebe und ihr Handwerk weiter zu stärken.

In der Kreishandwerkerschaft Rügen-Stralsund-Nordvorpommern gibt es noch eine weitere Innung, der 16 Betriebe von der Insel Rügen angehören.

Eine Innung ist die Interessenvertretung von Personen, die in einer Berufsgruppe des Handwerks tätig sind, um die geschäftlichen Interessen zu fördern. Die Mitgliedschaft ist freiwillig. Pflicht ist hingegen die Mitgliedschaft in der Handwerkskammer.

Organisiert ist sie auf lokaler bzw. regionaler Ebene, meist für eine Großstadt oder einen Landkreis.

Innungen sind die Nachfolger der mittelalterlichen Zünfte.

Jens-Peter Woldt

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