Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Volle Netze in Stahlbrode

Stahlbrode Volle Netze in Stahlbrode

Stahlbroder Fischer holen 800 Kilogramm Hering in einer halben Stunde an Land.

Voriger Artikel
Heringssaison hat begonnen
Nächster Artikel
Baustelle: Rügenpendler müssen jetzt in Samtens warten

Fischer Ralf Krehl (vorne) pult die Fische aus dem Netz und bekommt tatkräftige Unterstützung von seinem Kollegen.

Quelle: Raik Mielke

Stahlbrode. Der Hering ist in Stahlbrode angekommen. Die Männer der Fischereigenossenschaft „Am Sund“ haben jetzt alle Hände voll zu tun.

Es ist kurz vor halb sieben, als die Fischer ihre Leinen los machen und mit zwei Booten die „Heringsrunde“ drehen. „Früher brauchen wir nicht raus. Wir haben unsere Fische ja direkt vor der Haustür“, scherzt Bernd Schütze, Vorsitzender der Fischereigenossenschaft. Und tatsächlich haben die Männer nach fünf Minuten die richtige Stelle erreicht. Nur wenige hundert Meter entfernt vom Liegeplatz stoppen die Boote. Die Männer beginnen routiniert die Netze einzuholen.

000187xb.jpg

Fischer Ralf Krehl (vorne) pult die Fische aus dem Netz und bekommt tatkräftige Unterstützung von seinem Kollegen.

Zur Bildergalerie

„Jetzt geht es endlich wieder los. Der Hering ist seit Mitte der Woche so richtig da“, freut sich Fischer Ralf Krehl, dessen Blick auf die vollen Netze gerichtet ist. „Wir haben jetzt vier Reihen mit einer Länge von 125 Metern in sieben Meter Tiefe ausgelegt. Das Netz hat eine Höhe von rund fünf Metern“, sagt der erfahrene Fischer. „Heute sind wir mit zwei Booten draußen. Das ist relativ entspannt. Ab Montag geht es mit vier Booten etwas mehr zur Sache“, berichtet Bernd Schütze.

Eine halbe Stunde ist seit dem Ablegen der Fischkutter vergangen, und schon sind sie wieder zurück am Liegeplatz. „Das ist ja der große Vorteil unseres Standortes“, betont Bernd Schütze und erklärt:

„Wir haben einen geringen Treibstoffeinsatz, kurze Wege und somit frische Produkte in einer sehr hohen Qualität.“

Die Heringssaison hat gerade erst begonnen, aber Bernd Schütze schwört auf die ersten Frühlingsfische. „Der entscheidende Faktor ist jetzt die geringe Wassertemperatur“, weiß er zu berichten. „Das Wasser ist sehr klar, und dies spiegelt sich nicht zuletzt in der Qualität der zappelnden Silberlinge wider.“

Gestern Morgen wehte bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt eine leichte, sehr frostige Brise. Doch das war kein Problem für die Fischer, die inzwischen in Handarbeit die Schuppentiere aus dem Netz pulten. Zwei Fischkutter voller Hering oder anders gesagt rund 800 Kilogramm des Schwarmfisches gilt es so einzeln in die Kisten zu packen. Streng beobachtet von hunderten Möwen mit großem Hunger auf frischen Hering. „Na klar, die haben sehr großen Hunger sogar. Aber wir haben sie trainiert“, sagt Bernd Schütze und schmunzelt. Doch was eigentlich wie ein Witz klingt, ist ernst gemeint.

„Wenn wir stundenlang auf dem Kutter arbeiten, wäre das andauernde Geschrei der Möwen sehr belastend. Sie wissen inzwischen, dass es nach getaner Arbeit einige Fischköpfe gibt. Bis dahin müssen sie die Federn still halten“, erklärt der erfahrene Fischer aus Stahlbrode.

Nach knapp zwei Stunden sind die Netze leer, die Kisten voll, und auch die Möwen haben eine frische Leckerei bekommen. Die Fischer können nun zwar erst mal an Land kommen, aber an ein gemütliches Zurücklehnen ist noch nicht zu denken. „Die meisten Kunden möchten ihren Hering ausgenommen und ohne Kopf. Und genau das zu erledigen ist jetzt unsere Aufgabe“, sagt Sven Bölkow, der gemeinsam mit Jörg Lange Fisch für Fisch verarbeitet. „Viele haben schon gefragt. In den nächsten Tagen und Wochen erwarten, neben unseren größeren Abnehmern, auch viel Laufkundschaft“, versichert Bernd Schütze.

Bis zum März fischen die Männer aus Stahlbrode außerdem noch Hecht, bevor diesen dann Schonzeit hat. „Der Zanderfang läuft zurzeit nicht so gut, aber wir sind optimistisch, dass sich dies doch bald ändert“, meint Schütze. Ob es überhaupt und wann es ein Heringsfest gibt, sei noch nicht klar.

Ein Fisch, der allein orientierungslos ist
Die Heringe gehören zur Familie der „Echten Knochenfische“, die fast weltweit vorkommt.
57 bekannte Heringsarten gibt es. Drei davon werden bis 76 cm lang. Die meisten bleiben aber unter 25 cm.

Heringe sind Plankton fressende Schwarmfische, die ohne Kontakt zum Schwarm orientierungslos reagieren.
In Stahlbrode arbeiten in der Heringszeit bis zu sieben Fischer. Vier Boote stehen bereit.

 



Raik Mielke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Grimmen
Der Hering ist da. Insgesamt 800 Kilogramm wurden am Freitag mit zwei Booten an Land geholt und ausgepuhlt.

In Stahlbrode (Vorpommern-Rügen) hat der Heringsfang begonnen. Die Fischer holten gestern 800 Kilogramm an Land.

mehr
Mehr aus Wirtschaft
Verlagshaus Grimmen

Bahnhofstraße 11
18507 Grimmen
Telefon: 03 83 26 / 46 07 84

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag
9.30 bis 16.30 Uhr

Leiterin Lokalredaktion: Almut Jaekel
E-Mail: lokalredaktion.grimmen@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.