Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / 2 ° wolkig

Navigation:
Weißer Fleck auf der Planungskarte

Deyelsdorf Weißer Fleck auf der Planungskarte

Viel Fördergeld für Breitbandausbau / Deyelsdorfer fürchten dennoch finanzielles Fiasko wegen des Eigenanteils

Voriger Artikel
Sparkasse: Elmenhorst schließt, Reinberg speckt ab, Grimmen verliert Automat
Nächster Artikel
Kleinbahnhof Baabe: Drei Wände bleiben vom Denkmal übrig

Schnelles Internet auch auf dem Lande: Teure Glasfaserkabel machen es möglich.

Quelle: Peter Kneffel/dpa

Deyelsdorf. Alle Augen sind auf Deyelsdorf gerichtet. Jedenfalls die der digitalen Vorantreiber. Denn für jene ist die 521-Seelen-Kommune der einzige weiße Fleck auf jener Planungskarte, zu der — bis auf Eixen — alle Gemeinden des Amtes Recknitz-Trebeltal gehören. Es geht um schnelles Internet auf dem Lande.

 

OZ-Bild

Wenn einzelne Gemeinden aussteigen, könnte das ganze Projekte gefährden.“ Hubert Enders, Breitbandbeauftragter des Landkreises

Quelle:

Fast alle amtsangehörigen Gemeinden haben laut Auskunft der Verwaltung ihre vom Landkreis gewünschte Willensbekundung zum Breitbandausbau bereits abgegeben. Bis auf die Deyelsdorfer. Die sind überaus misstrauisch. Um das zu ändern, war zur Gemeindevertretersitzung am Donnerstagabend eigens Hubert Enders angereist, der Breitbandbeauftragte des Landkreises Vorpommern-Rügen.

Der Bund fördere Projekte zur Breitbanderschließung mit 2,7 Milliarden Euro, erfuhren die Gemeindevertreter. Regionen mit Internet-Übertragungsgeschwindigkeiten unter 30 MBit/Sekunde könnten gefördert werden. Die Erschließung könne vom Bund bis zu 70 Prozent bezahlt werden, je nach Wirtschaftskraft der Landkreise. Das Land finanziere dann bis zu 90 Prozent der Restsumme. Zehn Prozent Eigenanteile blieben den Gemeinden. Doch genau das ist der sprichwörtliche Pferdefuß. Denn aus den meisten Kassen der Kommunen ist nichts mehr zu holen. „Die finanzielle Situation der Gemeinden ist uns bewusst“, sagte Hubert Enders. Daher solle der Eigenanteil der Kommunen nochmals „massiv abgesenkt werden“. Sprich: auf weniger als zehn Prozent. Wie groß dieser Anteil aber am Ende wirklich sei, das könne er auch noch nicht sagen, bedauerte Enders.

Im Sommer solle schon die Ausschreibung unter den Telekommunikationsbetreibern erfolgen. Ziel: Internetausbau auf Geschwindigkeiten von mindestens 50 MBits. Probleme würde es bereiten, wenn eine Gemeinde im Planungsgebiet nicht mitmacht. „Wenn einzelne Gemeinden aussteigen, könnte das ganze Projekte gefährden“, warnte Hubert Enders.

Wieso das Vorhaben „eine kommunale Aufgabe“ sei, mochte Gemeindevertreter Jörg Siekmeier (CDU) nicht verstehen. Schließlich würden bei dem Projekt öffentliche Gelder an privatwirtschaftlich arbeitende Telekommunikationsunternehmen verteilt. „Wir sind sehr skeptisch gegenüber diesem Projekt eingestellt“, sagte Siekmeier. Zumal „die finanzielle Situation der Gemeinde auf Kante genäht“

sei. Die Deyelsdorfer Gemeindevertreter befürchten zudem, dass ein künftiger Netzbetreiber nach der Vertragslaufzeit von sieben Jahren einfach abschaltet, wenn sich das Ganze als nicht wirtschaftlich erweist. Hubert Enders argumentierte mit zu erwartender höherer Lebensqualität für die Bürger dank schnellen Internets und unterstrich: „Es ist die einmalige Chance, solche Projekte umzusetzen, die es so nicht mehr geben wird.“ Und setzte nach: „Wir brauchen einen Gemeinderatsbeschluss. Es wäre fatal, nicht mitzumachen.“

Der Gemeindeanteil könne 100000, aber auch 200000 Euro betragen, befürchtet der Deyelsdorfer Bürgermeister Franz Frommholz (Freie Wählergemeinschaft). „Das ist schon eine fette Hausnummer für ein Netz, das uns dann nicht mal gehören würde“, sagte Frommholz der OZ. „Wir müssten Kredit aufnehmen und könnten anschließend nicht mal mehr ein Loch in der Straße stopfen lassen.“

Bei der nächsten Sitzung der Deyelsdorfer, die für den 28. April vorgesehen ist, wird das Thema Breitband erneut auf der Tagesordnung stehen. „Ich hoffe, dass wir bis dahin mehr Informationen vom Kreis bekommen, vor allem, was die Zahlen betrifft“, sagt Bürgermeister Frommholz.

Von Peter Franke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Stralsund
Kennen sich bestens mit den Bodenrichtwerten aus: Heiko Schröder, Vorsitzender des Gutachterausschusses, Geschäftsstellenleiterin Beate Dinse und Mitarbeiterin Sylva Pingler (v. re.).

Bei den Grund- stückspreisen in Vorpommern-Rügen gibt es krasse Unterschiede: Sie liegen zwischen sechs Euro und 1100 Euro je Quadratmeter

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Wirtschaft
Benjamin Barz ? Ostsee-Zeitung Hilfe Aktion Wohltaetigkeit Teaser der den User auf die Seite "Helfen bringt Freude" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Helfen bringt Freude“ 2015-11-30 de Aktion Helfen bringt Freude Seit 27 Jahren engagieren sich unsere Leser zusammen mit der OZ für sozial schwache Familien, Kinder sowie gemeinnützige Projekte in Mecklenburg-Vorpommern. Wie Sie in diesem Jahr helfen können, erfahren Sie hier.
Verlagshaus Grimmen

Bahnhofstraße 11
18507 Grimmen
Telefon: 03 83 26 / 46 07 84

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag
9.30 bis 16.30 Uhr

Leiterin Lokalredaktion: Almut Jaekel
E-Mail: lokalredaktion.grimmen@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist