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Wo die wilden Tiere wohnen

Lühmannsdorf Wo die wilden Tiere wohnen

Ivonne Tews hilft jungen und schwachen Exemplaren – seit 15 Jahren schon / Einige behält sie

Lühmannsdorf. Bei einem Abendspaziergang entdeckte Melanie Wandt einen kleinen Fuchs, der schon ziemlich wacklig auf den Beinen war. „Wir beobachteten ihn eine Zeit und beschlossen, ihm etwas Futter hinzustellen, in der Hoffnung, dass er wieder auf die Beine kommt“, schildert die junge Frau aus Horst. „Am nächsten Morgen saß er dicht an der befahrene Straße und rührte sich kaum noch. Uns war sofort klar, ohne Hilfe hat dieser Fuchs keine Chance mehr. Sicherlich kann man nicht jedes Tier auf der Welt retten, aber hier lag es nun in unserer Hand.“ Einen Anruf beim Tierarzt beschreibt sie als „ernüchternd“, denn: „Er sagte, da könne man eigentlich nicht viel machen und er wisse nicht, wie er dem Tier helfen soll . . .“

Was nun? Wer helfen möchte, aber nicht weiß, wie und wo, der ruft nicht selten die Telefonnummer von Ivonne Tews an. Die 36-Jährige betreibt in Lühmannsdorf auf ihrem Grundstück eine Wildtierhilfe.

„Seit über 15 Jahren setze ich mich für den Tierschutz ein“, schreibt sie auf ihrer Facebook-Seite. „Aufzucht,Pflege, Auswilderung (wenn möglich) sowie Weitervermittlung in Dauerpflegestellen und Hilfestellung bei der Aufzucht gehören zu den Aufgaben.“ Diese erledigt sie ehrenamtlich. „Ich opfere dafür meine Zeit. Die Tiere sind mein Hobby“, sagt Tews. „Spenden sind jederzeit willkommen.“

Etwa für die kleinen Waschbären. Fünf Stück hat sie kürzlich aufgenommen. „Sie wurden aus Dresden und Kassel gebracht“, erzählt die Tierschützerin. Dort seien die Kleinen ohne Mutter aufgegriffen worden. Aber wieso sind die Tiere ausgerechnet in Lühmannsdorf? „Der Mann aus Kassel sagte, er habe bei 50 anderen Wildtierstationen angerufen. Keiner wollte sie aufnehmen.“ Also mache sie das nun.

Mehrmals pro Woche kauft sie Quark und kiloweise Bananen für die Tiere. 200 Euro gibt sie im Monat für die Hilfen aus. Drei Waschbären wird sie zu anderen Wildtierstationen geben. Sie sollen wieder zurück in die Natur. Die beiden anderen behält sie. „Sie sind schon zu sehr an Menschen gewöhnt.“ Im Käfig quieken sie, wenn sie auf den Arm genommen und gestreichelt werden, sind sie ruhig und entspannt. Und verspielt. Wenn Cooper mit bei Tochter Ivonne Tews’ Tochter Malika schmust, will das Tier an ihrem Hals nuckeln. Für die Waschbären baut Tews gerade ein 6,50 mal 3,50 Meter großes Gehege.

Da sie Kapazitäten hat, konnte sich die Betreiberin der Wildtierhilfe auch um den Fuchs kümmern, den Melanie Wandt gefunden hatte. „Zu jedem Tier schreibe ich einen Text und mache Fotos für die Internetseite. Dann kann jeder sehen, wie es den Tieren hier geht.“ Dem Fuchs konnte sie nicht mehr helfen. Sie schrieb auf Facebook: „Als er zu uns gebracht wurde, war das einzige Lebenszeichen noch, dass er atmete.“ Das Tier sei unterkühlt und nass gewesen, die Augen waren voller Maden. „Ich versuchte eine Elektrolytlösung zu geben, die es aber nicht mehr schluckte.“ Mit dem Bericht verband sie einen Aufruf: „Wenn Sie ein Jungtier sehen, was offenbar verlassen ist, warten Sie bitte nicht länger als fünf Stunden und bringen es sofort in sachkundige Hände, sonst können wir auch nicht mehr helfen.“

So geschah es auch mit zwei kleinen Wildschweinen. „Jäger haben sie hier abgegeben“, erzählt sie. Die beiden tollen nun auf einer großen Wiese mit ein paar matschigen Ecken umher. Wenn Ivonne Tews „Fiet fiet“ ruft, kommen sie angelaufen. „Sie hören fast wie Hunde.“

Die Wildschweine will sie behalten. Sie auszuwildern sei verboten, erklärt sie. Zudem hat sich Tews noch zwei Füchse aus einer Zucht besorgt. Auf einer ein Hektar großen Wiese daneben hält sie ein Reh. „Und zwei Katzen haben wir auch noch.“

Kai Lachmann

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