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Grimmen Yachten schweben am Haken
Vorpommern Grimmen Yachten schweben am Haken
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07:00 02.04.2014
Ein Katamaran wird im Stahlbroder Hafen zu Wasser gelassen. Foto (5): Roswitha Pendzinsky
Stahlbrode

Morgens um acht Uhr erwarten die Schiffseigentümer im Yachthafen Stahlbrode sehnsüchtig den großen Autokran, der ihre Boote ins Wasser heben soll. Zu der Zeit sind längst die ersten Heringsfischer auf dem Strelasund. Aber die Auto-Schlange mit eigenen Angelboote im Schlepptau an der Slipanlage ist noch lang.

„Das ist der Startschuss für die Heringsangelei. Die Leute kommen aus Berlin, Brandenburg, Sachsen — von überall, um hier Hering zu angeln“, erzählt Bootverleiher Ralf Wenk. Auch seine eigenen Boote sind fast alle auf dem Wasser oder vorbestellt. Wenk hatte den Krantermin organisiert.

„Ich habe schon zwei Tage auf meinem Boot geschlafen. Ich habe alles an Bord was sich brauche. Seit dreizehn Jahren habe ich einen Dauerliegeplatz in Stahlbrode. Wenn ich Zeit habe, dann bin ich hier. Hier ist es nicht so überlaufen. In den letzten Jahren hat sich hier alles gut entwickelt“, sagt sich der Berliner Peter-Alexander Bedek. Als seine „Kilikina“ an der Reihe ist, ins Wasser gelassen zu werden, klettert er ein letztes Mal mit der Leiter aufs Boot und bringt die breiten Gurte in die richtige Lage, bevor das Schiff in das Hafenbecken einschwebt. Helfende und erfahren Hand ist Michael Gabryscak. Er fährt mit seinem kleinen Traktor die Trailer in die richtige Position und hält die Leine, damit das jeweilige Wassergefährt ruhig in der Luft hängt. „Ich mache das schon ein paar Jahre. Man muss aufpassen, dass die Leute nicht dazwischen laufen.“ Aber der Mann hat Erfahrung, genauso wie Kranführer Georg Angrick. Der Mann strahlt Ruhe aus und setzt ein Boot nach dem anderen ins Wasser. „Ich habe keine Anspannung, man darf nicht nervös werden. Ich habe jeden Tag was anderes am Haken und alles ist wertvoll“, erzählt der Miltzower, der zwischen Rügen, Usedom, Fischland-Darß bis Ostern noch viele Boote zu Wasser lässt und sämtliche Häfen an der Küste kennt.

Aber das letzte Boot des Vormittags ist dann doch etwas Besonderes. Der Katamaran von Hans-Georg Hartjen ist 6,5 Meter breit und zwölf Meter lang. Hartjen hat seine eigenen, 19 Meter langen Gurte mitgebracht und legt die mit seinem Helfer an. Der Kran kann zwar Lasten bis achtzig Tonnen heben, aber für das große zweirümpfige Boot muss er noch einmal umsetzten, und die „Kaimiloa“ wird noch einmal „zwischengeparkt“. Und dann schwebt das Traumschiff des Wüst Eldenaers am Haken.

Viele Zuschauer verfolgen das Spektakel und fotografieren oder filmen die Aktion. Der Kranführer setzt auch dieses Boot sicher ins Wasser. „Jetzt hoffe ich auf eine lange Segelsaison und einen schönen Sommer“, kommentiert der 59-jährige Eigner das Geschehen.

Inzwischen sind die ersten Heringsangler zurück an Land. Alle haben ihre Eimer voll mit den zappelnden Silberlingen, und die Freude über so viel „Petri Heil“ steht den Männern im Gesicht geschrieben.

„Ich wohne zwar in Grimmen, aber hier in Stahlbrode bin ich zu Hause“, sagt Peter Karow, der seit 1964 sein eigenes Angelboot hat und sich erst mal in Ruhe eine Zigarette dreht. „Es geht nicht nur ums Fische fangen. Wenn man da auf dem Wasser ist, dann ist das einfach nur schön. Die Natur, und was man da alles zu sehen kriegt. Und hier in Stahlbrode, das ganze Flair — einfach schön“, sagt der 61-jährige Grimmener, der seine Nachbarn in der Gartenkolonie mit frischem Hering versorgt und im Gegenzug mit selbst gekochter Marmelade oder verarbeitetem Fisch belohnt wird. Auf der anderen Seite des Hafens, am Fähranleger, herrscht noch Ruhe. Nur die Möwen halten sich nicht an das Halteverbotsschild und genießen den Sonnenschein.

Auf der neuen Strandpromenade werden dagegen die schönen Sitzgelegenheiten und Spielgeräte von Touristen und Einheimischen gut angenommen. „Das ist mein Lieblingsgerät“, erzählt Julien Pautsch. Der kleine Stahlbroder hält sich auf dem „Windsurfer“ fest, einem von drei Balancierspielen aus Edelstahl. Das „Molenstübchen“ hat seit drei Wochen schon wieder geöffnet. Bei sonnigem Wetter genießen die Tagesgäste die Spezialitäten auf der Terrasse. Die Fischer verkaufen derzeit ihren fangfrischen Hering gleich kistenweise.

Ansonsten ist das Geschen an der Fischermole immer wieder Anlass zum Schauen und auch, um mit den Fischern ins Gespräch zu kommen.

Ich hoffe auf eine lange Segel-
saison und einen tollen Sommer.“
Hans-Georg Hartjen, Bootseigner



Roswitha Pendzinsky

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