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Grimmen Zehntausende Knöllchen wegen des A-20-Lochs
Vorpommern Grimmen Zehntausende Knöllchen wegen des A-20-Lochs
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00:00 14.03.2018
Langsdorf

Der A-20-Krater bei Tribsees erweist sich für den Kreis Vorpommern-Rügen als Goldgrube. Bis zu 300 Mal am Tag lösen zu schnell fahrende Autos an der Umleitungsstrecke die beiden Blitzer in Langsdorf und Böhlendorf aus. Erlaubt sind hier 30 km/h. Viele Fahrer aber halten sich nicht an diese Begrenzung. Folge: „Es blitzt täglich 250 bis 300 Mal“, sagt Kreissprecher Olaf Manzke. In diesem Jahr werden daher Zehntausende Knöllchen zusätzlich ausgestellt werden müssen. Der Kreis muss deshalb beim Personal aufrüsten. Denn jeder Blitz setze eine Kette von Verwarn- oder sogar Bußgeldverfahren in Gang. Daher werde die Zahl der Mitarbeiter in dem Bereich auf 16 verdoppelt.

Der Blitzer in Langsdorf Quelle: Foto: Niemeyer

Verständnis kommt vom Automobilclub ADAC Hansa. „Grundsätzlich ist unsere Position zu Blitzern kritisch, da man sich dem Vorwurf der Abzocke aussetzt“, so Sprecher Christian Hieff. Allerdings könnten Kontrollen auch beruhigend auf Verkehrsteilnehmer wirken. Sie sollten eingesetzt werden, „damit die Leute den Fuß vom Gas nehmen“. Allerdings, so der ADAC, müssten die Blitzer vorher deutlich angekündigt werden.

Das tue der Landkreis, so Manzke. Schilder weisen vor beiden Blitzern auf Radarkontrollen hin. „Wir müssen die Anwohner schützen“, sagt Manzke. Die schnellsten Autos seien mit „über 80 km/h“ durch die 30er-Zone geschossen. Laut Bußgeldkatalog bedeutet dies innerorts zwei Punkte, 280 Euro Geldbuße und zwei Monate Fahrverbot. Was Manzke wundert: Meistens schieben sich die Autos Stoßstange an Stoßstange durch die Dörfer. Dennoch sei aber offenbar immer noch genügend Raum für Raser. Insgesamt hat der Kreis zwölf stationäre Blitzer, zudem zwei Mitarbeiter, die mobil messen. Im Vorjahr seien 1,2 Millionen Euro in die Kasse geflossen. Mit Langsdorf und Böhlendorf dürften sich die Einnahmen mindestens verdreifachen.

Auch andere Regionen rüsten gegen Raser auf. Der stark frequentierte Blitzer an der Petersdorfer Brücke auf der A 19 sorgte beim Kreis Mecklenburgische Seenplatte für neue Jobs. Zwölf Mitarbeiter seien neu eingestellt worden – „befristet bis Ende dieses Jahres“, so Sprecherin Heidrun Pergande. Mit Bußgeldverfahren seien 30 Mitarbeiter befasst. Im Vorjahr hätten die 20 stationären Blitzer und mobile Messungen sechs Millionen Euro in die Kasse gespült.

Im Kreis Vorpommern-Greifswald ist der Blitzer an der B 111 Höhe Relzow in Richtung Anklam besonders ergiebig. 2017 seien mehr als 11500 zu schnelle Fahrer ertappt worden – 216518 Euro Einnahmen. Gesamteinnahmen wegen Raserei: über drei Millionen Euro. Ein Raser habe es auf 122 km/h innerorts gebracht, so Sprecher Achim Froitzheim. 19 Mitarbeiter kümmerten sich um Temposünder. 16 Mitarbeiter seien es im Kreis Nordwestmecklenburg, bei fünf festen Blitzern, so eine Sprecherin. Einnahmen 2017: rund zwei Millionen Euro. Im Kreis Rostock gibt es vier feste Blitzer, 20 Mitarbeiter, 3,8 Millionen Euro Einnahmen. Rostock als größte Stadt (sieben Blitzer) hat acht Mitarbeiter; Einnahmen aus Tempoverstößen seien nicht isoliert erfasst.

Frank Pubantz

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