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Ziegel in Neuhof bis 1961 gebrannt

Neuhof Ziegel in Neuhof bis 1961 gebrannt

Baudenkmale unserer Region: Die Herstellung von Ziegeln und die Landwirtschaft waren prägend für Neuhof.

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Karl Müller (l.) kaufte von Herrn von Hecht 1934 die Ziegelei. Heute gehört das Gelände samt Fabrik seinen Nachfahren.

Neuhof. Sie war ein kleines Wirtschaftswunder, die Ziegelei in Neuhof, die heute als Baudenkmal gelistet ist. Direkt an der Landspitze und einem kleinen Hafen, der heutigen Marina Neuhof, gelegen, muss sie um die 1900 entstanden sein. Wann sie genau gebaut wurde, weiß keiner mehr. „Aber es ist sicher, dass die Leute hier schon immer Ziegel gebrannt haben“, erzählt Sabine Wennrich.

OZ-Bild

Baudenkmale unserer Region: Die Herstellung von Ziegeln und die Landwirtschaft waren prägend für Neuhof.

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1977 zog sie mit ihrem Mann in das kleine Örtchen direkt am Sund, nur wenige Meter von der ehemaligen Ziegelei entfernt. Sabine Wennrich hat sich viel mit der Geschichte Neuhofs beschäftigt. So fand sie zum Beispiel heraus, dass die hier lebenden Menschen bereits Anfang des 19. Jahrhunderts die vorherrschenden geologischen Gegebenheiten zu nutzen wussten. Dank großer Lehm- und Tonvorkommen wurden schon frühzeitig kleine Feldziegeleien errichtet und Steine gebrannt. „Eine dieser kleinen Ziegeleien befand sich zwischen Neuhof und Niederhof“, weiß Sabine Wennrich.

Irgendwann wurde schließlich die große Ziegelei am Neuhofer Hafen erbaut. Bauherr war vermutlich ein Herr von Hecht, dem auch das Gutshaus Neuhof gehörte. „Ein von Hecht jedenfalls verkaufte 1934 die Ziegelei und zwar an meinen Großvater Karl“, erzählt Ingrid Müller-Neuhof, im Hafen der Marina im Büro tätig ist. Die Ziegel aus dem Neuhofer Werk seien vorwiegend auf dem Wasserweg transportiert worden. Noch heute sind Reste des Anlegers Reste an der Hafenausfahrt für Angelboote zu erkennen. Mit dem Bau des Bahnhofs Wüstenfelde wurden die Steine später auch mit Zügen zu ihren Bestimmungsorten gebracht.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges ging der Betrieb in der Ziegelei weiter, allerdings wurde das Neuhofer Werk dann als eine Zweigstelle des VEB (K) Ziegel-Tonwerke in Grimmen geführt. Bis 1961 wurden die Neuhofer Ziegel, in die das Zeichen NZ geprägt wurde, in einem Ringofen gebrannt, dann wurde diese Zweigstelle geschlossen.

Dennoch war der Neuhofer Fabrik ein besseres Schicksal beschieden als dem Grimmener VEB-Werk, von dem heute nur noch Ruinen übrig sind. Das Neuhofer Gelände wurde nämlich in den 1960-er Jahren von der Nationalen Volksarmee (NVA) genutzt. Wenig ist aus dieser Zeit nach außen gedrungen. Vermutet wird, dass Neuhof als Reservegefechtsstand gehalten wurde. Die Armee nutzte unter anderem das Ziegelei-Gebäude, brachte darin Dispatcherräume unter. Dank dieser Nutzung entging die Ziegelei dem Verfall und ist noch heute erhalten.

Nach der Wende übernahm Horst Müller-Neuhof, Sohn von Karl Müller, das Areal erneut und baute es zu einer Marina aus. Auch für die alte Fabrik hat der Marina-Besitzer Pläne. Seine Vision: Die Schaffung von Eigentumswohnungen in dem alten Ziegeleiofengebäude. Die Idee, so Müller-Neuhof, trüge er schon seit Jahren mit sich herum. 25 Wohneinheiten könnten in dem denkmalgeschützten Gebäude entstehen.

Die Ziegelei ist nicht das einzige Gebäude, welches unter Denkmalschutz steht. Auch die reetgedeckten und mit Fachwerk versehenen Katen entlang der Straße stehen ebenso auf der Liste der Baudenkmale.

„Die Katen gehörten zum Gut Neuhof“, erzählt Sabine Wennrich. Schnitterkaten habe man sie genannt, da in ihnen früher die Feldarbeiter des Gutes lebten.

Geschichte Neuhofs

Der Ort Neuhof wurde bereits frühzeitig besiedelt. Zeugnis dafür ist ein slawischer Burgwall, an dem viele archäologische Funde nachgewiesen wurden.

Im Gegensatz dazu wurde Neuhof weder auf pommerschen Urkunden noch in schwedischen Matrikelkarten geführt.

1835 taucht Neuhof erstmals als Ortsname im preußischen Urmesstischblatt (PUM) auf.

1860 wurden in Neuhof 105 Einwohner sowie 19 Gebäude, davon neun Wohnhäuser, gezählt.

Im Messtischblatt (MTB) von 1880 ist ein großes Gut mit östlichem Park und eine südlich verlaufende langgezogene Katenzeile eingezeichnet.

Die Schnitterkaten Neuhofs , welche heute unter Denkmalschutz stehen, gehörten zum Gut Neuhof. In ihnen wohnten die auf dem Gut angestellten Feldarbeiter.

Ein plastisches Modell des Gutes befindet sich in der Kirche Brandshagen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Bodenreform wurde die Struktur des Dorfes verändert. Herrenhaus und Park blieben erhalten, die Wirtschaftsgebäude jedoch verschwanden.

Entlang der Straße zwischen Middelhagen und Neuhof entstanden Neubauerngehöfte.

Neuhof war bis 1952 Teil des Landkreises Grimmen und gehörte danach bis 1994 zum Kreis Grimmen.

2009 schloss sich Neuhof mit den Gemeinden Behnkendorf, Brandshagen, Kirchdorf, Miltzow, Reinberg und Wilmshagen zur neuen Gemeinde Sundhagen zusammen.

Claudia Noatnick

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