Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Grimmen Ziegen füttern statt büffeln
Vorpommern Grimmen Ziegen füttern statt büffeln
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:05 16.07.2016
Sophie Keil und Anastasia Brynska sind begeistert von der Arbeit im Grimmener Heimattierpark. Fotos (3): Raik Mielke

„Das macht echt Spaß!“ Sophie und Anastasia sind begeistert. Statt Schulbank drücken hieß es für die beiden Viertklässlerinnen am „Sozialen Tag“ ran an die Arbeit. Statt in der Wanderschule Mathe und Deutsch zu büffeln, fütterten die Mädels die Ziegen im Grimmener Heimattierpark, säuberten Futterstellen, fegten Gehege, misteten Kaninchenställe aus. Für ihre Arbeit werden die Mädchen sogar bezahlt. Das Geld bekommen sie jedoch nicht auf die Hand, vielmehr wird das erarbeitete Geld an sozialen Projekte von Deutschlands größter von Jugendlichen geführten Hilfsorganisation „Schüler Helfen Leben“ gespendet.

Zur Galerie
Grimmener Schüler tauschen am „Sozialen Tag“ die Schulbank gegen einen Arbeitsplatz

Insgesamt 16 Grundschüler aus der Grimmener Wanderschule beteiligten sich an diesem Projekt. „Dies geschieht auf freiwilliger Basis“, erklärt Schulsozialarbeiterin Jenny Bast. Sie persönlich finde die Aktion gut. Die Schüler gewinnen nicht nur einen ersten Einblick in die Arbeitswelt, sie engagieren sich zugleich für Gleichaltrige. „Das ist für die Kinder eine ganz neue und ich denke auch wichtige Erfahrung“, sagt Jenny Bast.

Auch Raffael Konrad hat für diesen Tag eine „Arbeitsvereinbarung“ bekommen. Er hat beim Pflegedienst Stubbe angefragt, ob er während des Sozialen Tages dort arbeiten könne. Er konnte. „Es ist zwar nicht ganz einfach, einen Zehnjährigen hier zu beschäftigen, aber wir haben ein paar Arbeiten gefunden, die er erledigen kann“, sagt Andrea Stubbe.

So durfte Raffael Akten schreddern, musste stempeln, Listen bearbeiten und Botengänge erledigen. Ob er später selbst einmal einen Beruf im Pflegebereich ausüben möchte, weiß er noch nicht, wie er sagt. Spaß aber machte ihm der Tag beim Pflegedienst auf jeden Fall. Paul Rudolph dagegen ist nach einer Stunde Arbeit in der Total-Tankstelle klar: „Wenn ich ich groß bin, übernehm’ ich die“, sagt er begeistert. Für vier Stunden hat der Viertklässler bei Inhaberin Karola Steinbring angeheuert. Als erstes hat er Regale einräumen müssen. Und zwar ordentlich. Einfach reinwerfen ist nicht. „Guck, du musst das alles so schön hintereinander stapeln“, sagt Karola Steinbring und zeigt ihm, wie er die Bifi-Packungen einzusortieren hat. Paul ist mit Feuereifer dabei. „Das ist viel schöner als Schule“, sagt er grinsend.

Neben den Wander-Grundschülern beteiligten sich auch Jungen und Mädchen der Regionalen Schule „Robert Koch“ am Sozialen Tag. „Insgesamt 50 Schüler aus den fünften und sechsten Klassen sind in diesem Jahr dabei“, erzählt Schulsozialarbeiterin Friederike Haupt. Sie schnuppern für einen Tag bei Discountern, Kindertagesstätten oder Agrargesellschaften hinein.

Neben dem sozialen Aspekt, der Spende ihres Lohnes, lernen die Schüler so auch, sich zu organisieren und Verantwortung zu übernehmen. „Die Kinder haben sich ihre Arbeitsstellen zum Beispiel teilweise selbst herausgesucht. Sie sind einfach hingegangen und haben gefragt, ob sie dort für einen Tag arbeiten dürfen“, erzählt Jenny Bast stolz. Die Wander-Schüler haben übrigens am Sozialen Tag über 400 Euro erarbeitet.

Arbeiten für guten Zweck

Am Sozialen Tag tauschen Schüler ihr Klassenzimmer gegen einen Arbeitsplatz und jobben für den guten Zweck.

Der Erlös wird für Hilfsprojekte unter anderem in Südosteuropa, Syrien und Jordanien gespendet.

Seit 1998 organisiert „Schüler Helfen Leben“, Deutschlands größte von Jugendlichen geführte Hilfsorganisation, diesen Tag.

Hunderttausende Schüler sammelten bislang über 22 Millionen Euro.

Das Motto dieses Tages lautet „Hinterlasse deinen Sozialen Fingerabdruck“.

Claudia Noatnick

Die Gemeinde bemüht sich um mehr als 300 000 Euro EU-Förderung

16.07.2016

Kleinstadt mit rund 6200 Einwohnern soll Zukunft haben / Bund gibt Geld dafür

16.07.2016

Tourismus- und Gewerbeverein spricht von akutem Problem – Der Bürgermeister soll handeln

16.07.2016
Anzeige