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Zu viel Plastikmüll: Ozeaneum gerät bei Gästen in die Kritik

Stralsund Zu viel Plastikmüll: Ozeaneum gerät bei Gästen in die Kritik

Obwohl jedes Jahr abertausende Meerestiere an Plastikmüll im Meer verenden, tut das Ozeaneum aus Sicht seiner Besucher selbst zu wenig, um die für Fische, Seevögel ...

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Souvenirs aus Plastik und Kaffeesahne in Kapseln. Passt das zur Botschaft des Ozeaneums? Ein Blick ins Gästebuch des Museums belegt: Nein. Im Hintergrund: Die Plastikente auf dem Gebäude sollte im Jahr 2014 auf die Kampagne gegen Plastikmüll im Meer aufmerksam machen.

Stralsund. Obwohl jedes Jahr abertausende Meerestiere an Plastikmüll im Meer verenden, tut das Ozeaneum aus Sicht seiner Besucher selbst zu wenig, um die für Fische, Seevögel und andere Wassertiere todbringenden Abfälle einzudämmen. Im Jahr 2014 hatte das Haus eine bundesweit beachtete Museumskampagne gestartet, um die Aufmerksamkeit auf dieses dramatische Thema zu lenken, das in der Öffentlichkeit eher eine untergeordnete Rolle spielt.

Fast unvergänglicher Müll

12 Millionen Tonnen Plastikmüll landen schätzungsweise jedes Jahr in den Weltmeeren.Die Kunststoffteile benötigen 350 bis 400 Jahre, bis sie vergangen sind. Etwa 46000 Teile Plastikmüll schwimmen nach Angaben der Umweltschutzorganisation WWF in jedem Quadratkilometer Meer.

Im Gästebuch, das im Foyer des Ozeaneums ausliegt, kritisieren die Gäste wiederholt den verschwenderischen Umgang mit Plastikverpackungen im eigenen Haus. Fast alle Besucher loben die gelungene Ausstellung, finden es aber „sehr schade und nicht nachvollziehbar, wieso im Shop so viel aus Kunststoff angeboten wird. Das passt nicht zur Philosophie der Macher und der Botschaft des Ozeaneums“, heißt es beispielsweise in einem Eintrag vom 1. Februar dieses Jahres.

Der Laden mit allerhand maritimen Souvenirs befindet sich gemeinsam mit dem Bistro im großzügigen Foyer des Ozeaneums. Dort hängt nach wie vor auch ein mehrere Meter hoher Strudel aus Plastik-Müll von einem Ostseestrand. Die riesige Installation war anlässlich des Themenjahres „Kein Plastik Meer“ unübersehbar unter der Decke angebracht worden.

Die Kritik setzt sich im Gästebuch über mehrere Einträge fort. Auszug: „Die Ausstellung ist toll, der richtige Anstoß, Müll zu vermeiden, aber man kommt in Ihren Shop und überall Plastikandenken.

Leider nicht sehr konsequent. Schade!“, schreibt eine Familie, die Ende Februar in der maritimen Eventausstellung zu Gast war.

Auch das Bistro des Ozeaneums, das von Thomas Pausch betrieben wird, bekommt in Sachen Umweltschutz keine positive Bewertung der Gäste. Zum Teil nehmen die Einträge im Gästebuch Bezug aufeinander:

„Wir schließen uns dem an. Das Ozeaneum ist eine gelungene Mischung aus Unterhaltung und Information. Bezüglich des Umweltschutzes waren wir sehr traurig über den Plastikmüll, der uns im Bistro gegeben wurde.“ Auf einer anderen Seite liefern die Gäste gleich einen Lösungsvorschlag mit. Demnach sollte „die Gaststätte Pausch, die sich im Ozeaneumsgebäude befindet, auf Kaffeesahne in Plastikverpackungen verzichten“ und „wiederverschließbare Glasflaschen benutzen“. Glasflaschen, aus denen sich mehrere Gäste die Sahne in den Kaffee kippen, dürften in einem öffentlichen Restaurant zwar aus hygienischen Gründen kaum erlaubt sein, aber auch andere Cafés schenken die Kaffeesahne aus Umweltgründen längst plastikfrei aus.

Das Ozeaneum bringt das Thema in Erklärungsnot. Eine OZ-Anfrage wird zunächst mit dem Argument abgewiegelt, niemand von der Führungsspitze des Hauses habe Zeit für eine Antwort, betont eine Sprecherin der Einrichtung. Selbst nach einem zeitlichen Aufschub für eine Antwort bleibt es dabei: angeblich keine Zeit. Auch der Gastronom Thomas Pausch geht bei dem Thema auf Tauchstation und lässt eine OZ-Anfrage unbeantwortet. Wie eine Mitarbeiterin des Restaurants sagt, gebe es wegen der Plastikverpackungen aber öfter Diskussionen mit Gästen.

Von Benjamin Fischer

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