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Zum Schutz der Nordsee: „Beluga II“ besucht Stralsund

Stralsund Zum Schutz der Nordsee: „Beluga II“ besucht Stralsund

Greenpeace protestiert gegen Ölbohrungen im Wattenmeer und hofft auf Unterstützung von der Ostseeküste / Aktionswoche zusammen mit dem Ozeaneum

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Die „Beluga II“ kommt im Hafen von Stralsund an. Bis Freitag kann dort das Schiff besichtigt werden.

Quelle: Fotos: Robert Niemeyer

Stralsund. Die „Beluga II“, das bekannte Schiff der Umweltschutzorganisation Greenpeace, hat gestern im Stralsunder Hafen festgemacht. Anlässlich der Aktionswoche „Meere brauchen Schutzgebiete“ können Besucher das Segelschiff besichtigen und Einblicke in die Arbeit der Besatzung erhalten. Gemeinsam mit dem Ozeaneum finden verschiedene Veranstaltungen statt.

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Greenpeace protestiert gegen Ölbohrungen im Wattenmeer und hofft auf Unterstützung von der Ostseeküste / Aktionswoche zusammen mit dem Ozeaneum

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Einmal im Jahr besucht die „Beluga II“ die Hansestadt. „Wir kommen sehr gerne nach Stralsund“, sagte Uwe Linke. Der 52-Jährige ist seit 2007 Kapitän auf der „Beluga II“. Zwei Tage habe die Reise vom Heimathafen Hamburg nach Stralsund gedauert.

In diesem Jahr ist der Stopp am Sund Teil einer groß angelegten Protestaktion. „Die Beluga II war im August vier Wochen in der Nordsee unterwegs und hat Anwohner und Touristen gefragt, was sie von den Ölbohrungen im Wattenmeer halten“, erklärt Jörg Feddern, Diplombiologe bei Greenpeace.

Die Deutsche Erdöl AG (DEA) plant, im Nationalparkgebiet Wattenmeer vier Probebohrungen vor der Küste bei Büsum und Friedrichskoog (Schleswig-Holstein) und nahe Cuxhaven (Niedersachsen). „Die DEA vermutet, dass dort rund 20 Millionen Tonnen Öl zu finden sind. Aber Deutschland allein verbraucht im Jahr 100 Millionen Tonnen. Das wäre ein Tropfen auf den heißen Stein. Die DEA wäre der Gewinner, der Nationalparkt der Verlierer“, so Feddern weiter.

25000 Protestpostkarten wurden in Niedersachsen und Schleswig-Holstein gesammelt, die an die beiden Umweltminister der betroffenen Bundesländer, Stefan Wenzel in Niedersachsen und Robert Habeck gerichtet sind. Beide gehören der Partei Bündnis 90/Die Grünen an.

Greepeace will mit dem Stopp in Stralsund auch an der Ostseeküste auf die Protestaktion aufmerksam machen. „Ich glaube, alle Küstenbewohner sind aneinander interessiert. Es ist wichtig, zu signalisieren, dass der Widerstand nicht nur aus den betroffenen Bundesländern kommt, sondern grenzübergreifend ist“, hofft Feddern auf die Unterstützung der Stralsunder.

Einige waren bei der Einfahrt bereits vor Ort. „Das ist toll für die Stadt“, freute sich Yvonne Koenen von der Insel Rügen gestern über die Ankunft des Segelschiffes. „Und das Thema ist einfach wichtig. Die Nordsee ist nicht so weit weg, das hängt alles zusammen.“

Bis Freitag liegt die „Beluga II“ im Stralsunder Hafen, unweit des Ozeaneums. Täglich werden Führungen angeboten. Dazu gibt es Informationen über das Wattenmeer und die Probebohrungen.

In Wolgast gebaut

Die „Beluga II“ ist das erste Schiff, das im Auftrag von Greenpeace geabut wurde. Zuvor wurden die Schiffe gebraucht gekauft und umgebaut, erfüllten also einen anderen Zweck.

2003 ging der Auftrag für den Bau der „Beluga II“ an die Fridtjof Nansen Werft in Wolgast. 2004 wurde der zweimastige, rund 33 Meter lange Motorsegler in Dienst gestellt.

Mit der „Beluga II“ wirbt die Umweltschutzorganisation für den Schutz der Meere. Protestaktionen gehören ebenso dazu, wie etwa die Verfolgung des Shell-Spezialschiffes „Nordica“

als Portest gegen Ölbohrungen in der Arktis.

Öffentliche Schiffsführungen in Stralsund: Dienstag, 25. Oktober, bis Donnerstag, 27. Oktober, jeweils von 10 bis 17 Uhr, Freitag, 28. Oktober, von 10 bis 14 Uhr

Robert Niemeyer

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