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Zurück in die Steinzeit: Siedlung in Nehringen komplett

Nehringen Zurück in die Steinzeit: Siedlung in Nehringen komplett

Im Frühjahr können die ersten Kinder das neue Angebot nutzen.

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Simone Wagner, Leiterin des Jugendgästehauses „Graureiher“, freut sich schon auf die ersten Besucher im Steinzeitdorf.

Quelle: Foto: Peter Franke

Nehringen. Schick ist es geworden, das Steinzeitdorf in Nehringen. Fünf große Hütten stehen jetzt auf dem Gelände des Jugendgästehauses „Graureiher“. Vermeintlich mit Reet gedeckt, doch beim genaueren Hinsehen outet sich das Material als Kunststoff – pflegeleicht und brandschutztechnisch nötig für die kleine Siedlung, die ab Frühjahr von Kindern bevölkert werden soll.

„Es ist ein schöner Ort geworden, um gemeinsam mit Kindern hier Spaß zu haben“, stellt Simone Wagner fest, die Leiterin der Jugendeinrichtung.

Anfang September dieses Jahres hatten die Arbeiten an dem Projekt begonnen. Rund 150000 Euro soll die massive Siedlung gekostet haben. Der größte Teil des Geldes, mehr als 100000 Euro, kommt aus dem EU-Programm Leader. Der Nieparser Verein „Storchennest“, Träger des „Graureihers“, bezahlt den Rest der Summe.

Die sogenannten Steinzeitlager haben, wie auch die beliebten Piratenlager, bereits eine jahrelange Tradition im „Graureiher“. Früher mussten dafür – als Variante bei ungünstiger Witterung – Zelte aufgebaut werden. Dank der massiven neuen Siedlung bleibt den Mitarbeitern jetzt mehr Zeit für die Kinder und zur Gestaltung von Programmen.

„Jetzt stehen vier Hütten für Gruppen von insgesamt bis zu 40 Kindern zur Verfügung“, erläutert Simone Wagner. In einer fünften Hütte kann Material untergebracht werden, das für die einzelnen Programme benötigt wird. Zudem finden sich im Steinzeitdorf eine künstlich angelegte Höhle, ein Steinkreis aus Findlingen, ein neu angelegter Brunnen – rund zwei Meter tief – sowie eine feste Feuerstelle, über die die jungen Leute dann nachts wachen müssen, wie seinerzeit die Leute in der Steinzeit. Und ein Steg über einen Graben führt in die Trebelwiesen.

„Die Kinder lernen, gemeinsam im Team zu arbeiten“, erläutert Graureiher-Mitarbeiter Enno Thoms. „Sie können in den Hütten in Gruppen agieren, machen gemeinsam Pläne, bereiten Essen vor, Kochen zusammen, lernen soziales Verhalten.“ Wichtig sei aber, sagt Enno Thoms, dass die begleitenden Lehrer von Anfang an eingebunden sind: „Die haben dann 24-Stunden-Dienst.“

Anke Ehrecke vom Trägerverein Storchennest ist begeistert von den neuen Möglichkeiten im Jugendgästehaus: „Es ist ein supertolles Projekt. Die Kinder werden es lieben“, ist die Geschäftsführerin sicher: „Wir hätten zwar lieber einen Standort weiter oben auf dem Gelände gehabt, aber dort befindet sich eine Privatwiese.“ Verhandlungen mit dem Eigentümer seien leider erfolglos gewesen. Daher habe die Steinzeitsiedlung auf einem Areal unterhalb der Bettenhäuser errichtet werden müssen.

„Die Einweihung planen wir für April oder Mai“, sagt Graureiher-Leiterin Simone Wagner. Zuvor würden auf dem derzeit witterungsbedingt noch schlammigen Umfeld Rasen angesät und Büsche gepflanzt.

Peter Franke

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