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Zuwanderer kontra Ärztemangel im Nordosten

Greifswald Zuwanderer kontra Ärztemangel im Nordosten

Im TZV läuft ein Kurs für Leute aus Medizinberufen

Greifswald. In Mecklenburg-Vorpommern droht ein Ärztemangel. In den letzten zehn Jahren konnten beispielsweise 160 Hausarztpraxen nicht besetzt werden. Um dem abzuhelfen, zahlt die Kassenärztliche Vereinigung für die Übernahme einer Hausarztpraxis sogar 50000 Euro. Auch in anderen Medizinberufen fehlen Fachkräfte.

Diese Lücken könnten Flüchtlinge füllen. Da setzt ein vom Schweriner Sozialministerium und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördertes Projekt an. Seit dem 1. April ist die Gesellschaft für nachhaltige Regionalentwicklung und Strukturforschung aus Neubrandenburg (genres) dafür im Technologiezentrum Vorpommern in Greifswald tätig. „Wir unterstützen derzeit über 60 Frauen und Männer auf ihrem Weg zu einer Berufstätigkeit“, sagt Geschäftsführer Björn Marten. „Die meisten kommen aus Syrien, aber auch Ukrainer und Armenier gehören dazu.“ Es sind Ärzte, Zahnärzte, Apotheker, Krankenpfleger, die ganze Bandbreite der Medizinberufe. Genres bietet ein Komplettangebot. Koordinatorin Elisa Hofert und der aus Syrien stammende Berater Mohamad Alturk begleiten ihre Schützlinge bei der Wohnungsuche, bei Behördengängen, bei der Berufsorientierung und dem Leben in Deutschland. Zum Programm gehört der Besuch deutscher Ärzte. „Dabei arbeiten wir mit den Krankenhausgesellschaften und den Kammern zusammen“, erzählt Marten. „Alle Behörden unterstützen uns.“ Das Durchschnittalter liege bei 30 Jahren. Die Mehrheit seien Männer. „Die Teilnehmer unserer Kurse sind sehr aufgeschlossen“, erzählt Elisa Hofert. „Sie sind sehr motiviert und aufgeschlossen, lernen auch Zuhause Deutsch.“ Einige hätten schon Fragebögen auf Deutsch in ganzen Sätzen ausgefüllt, ergänzt Mohamad Aturk, der im Zweifelsfall über sprachliche Hürden hinweghilft. „Wenn wir sei unterstützen, dann wollen sie auch in Mecklenburg-Vorpommern bleiben“, betont Marten. Er sieht große Chancen auch im Rehabereich.

Der Arzt Mahmoud Abdul Aziz (30) Röntgenassistent Mohamad Seifaldeen (27) würden lieber heute als morgen arbeiten. Auch gern in MV, wenn es eine Stelle gibt, so die Syrer. Dafür müssen sie sehr gut Deutsch können.

C1 nennt sich die Fachsprachenqualifikation, die erworben werden muss, das ist zwei Schwierigkeitsgrade über der bei Integrationskursen erreichten Qualifikation. Aziz muss auch noch seinen Facharzt machen. Der Familienvater möchte Chirurg werden. Er wohnt in Demmin, weil er keine Wohnung in Greifswald finde. Genau wie der Apotheker Yousuf Ahmad. „Mein Traum ist es, einmal in der Pharmazeutischen Industrie oder Forschung zu arbeiten“, erzählt er. Dafür sieht der 30-Jährige in Vorpommern Chancen. eob

OZ

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Mehr Deutsche sollten Arabisch, Persisch oder Kurdisch lernen, meint eine Hamburger Sprachwissenschaftlerin. Die Integration der Zuwanderer dürfe keine Einbahnstraße sein, auch sprachlich nicht.

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