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Grimmen Kuscheln, spielen, singen und viel erleben
Vorpommern Grimmen Kuscheln, spielen, singen und viel erleben
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10:06 31.10.2018
Tagesmutti Doreen Bathke mit ihren Schützlingen. Quelle: E-Mail-OZ-Lokalredaktion-GMN
Grimmen

 Um halb acht Uhr morgens ist Frühstückszeit im „Kinderhaus Katz und Maus“ in der Tribseeser Straße in Grimmen. Die kleinen Schützlinge von Tagesmutti Doreen Bathke haben dann schon eine Runde Spielen, Erzählen und Kuscheln gegen die Morgenmüdigkeit hinter sich.

„Zählt mal schnell, wie viele Teller wir brauchen“, fordert Doreen Bathke die Kleinen auf. „Und Linus deckt dann den Tisch“ plant sie weiter. Das ist Routine, merke ich schnell. Tagesmutti und Kinder wissen, was zu tun ist. Vier Steppkes im Alter von einem bis knapp drei Jahren sind kurz vor halb acht in ihrer Kindertagespflegeeinrichtung und warten hungrig auf ihr Frühstück.

„Was wollt ihr auf eure Stullen haben“, fragt Doreen Bathke am Frühstückstisch im großen Flur zwischen Küche, Spiel- und Schlafzimmer in die Runde. Ayleen, weiß ganz genau, welche Wurst sie auf ihrem Brot haben will. Linus und Malte schließen sich an. „Bei uns gibt es herzhaftes Frühstück“, erklärt die Tagesmutti. Carlchen, gerade erst ein Jahr, braucht noch etwas Hilfe.

Zur Zeit hat Doreen Bathke einen „ kurzen Arbeitstag“, sagt sie. Um 5 Uhr muss sie aus den Federn, denn gegen 5.45 Uhr kommt meist als erste Nele, wenn die Mutti Frühschicht hat. Drei kleine Frühaufsteher sind meist schon vor 6 Uhr da. Der letzte Knirps wird spätesten gegen 17 Uhr abgeholt. „Ich hatte aber auch schon Kinder, deren Eltern bis gegen 20 Uhr arbeiten mussten. Das waren dann lange Arbeitstage“, sagt sie. Normalerweise seien die Kinder ein Jahr alt, wenn sie in die Tagespflege zu ihr kommen, sagt Doreen Bathke. Sie hätte aber auch schon neun Wochen kleine Säuglinge gehabt.

Plötzlich bellt Bruno, der schon betagte Hund, der sein warmes gemütliches Plätzchen abseits vom Essentisch hat. „Besuch?“, fragen die Kinder. Nein, an diesem Tag kommt Nele als Letzte. Ihre Mutti braucht noch nicht so früh arbeiten. Ein lautstarkes Gutes Morgen Nele“ empfängt das eineinhalbjährige blonde Mädchen.

Doreen Bathke ist Tagesmutti im 21. Jahr. Ursprünglich studierte sie Pädagogik. Dann kamen der Wendewandel und der erste Sohn – es war schwierig, weiter zu machen. Eine kaufmännische Ausbildung schloss sich an und schließlich die Lizenz für die Tagespflege. „Ich möchte nichts anderes machen“, sagt Doreen Bathke heute. 

Zum Haushalt gehören derzeit noch ihr 15-jähriger Sohn Jannis, zwei größere Söhne sind bereits ausgezogen, Hund Bruno, Katze Elli und auf dem Hof zwei Hasen und Wellensittiche. Von Bruno und Elli plaudern die Steppkes beim Frühstück, und davon, wie ihre Eltern mit Vornamen heißen. „Meine Mami heißt Mami“ sagt Ayleen total überzeugt. Aber Doreen Bathke erklärt ihr, dass auch Erwachsene einen Namen haben und ihre Mami Katrin heißt. Malte erzählt davon, dass er die Eisenbahn mit ganz vielen Waggons sah, Ayleen plappert ebenso, Carlchen beobachtet das Ganze ruhig und entspannt. Und schnell ist das Brot aufgefuttert, die Tassen sind leer, und es gibt für jeden einen kleinen Joghurt. Alle, bis auf den Mini Carlchen, essen allein.

Essen macht satt – aber auch müde. Zumindest den jüngsten Carl, der am Vormittag noch mal ein Schläfchen einlegen muss. Also heißt es für ihn waschen, Windel wechseln, die Kuscheldecke hervorholen und ab ins Bettchen – Hund Bruno bekommt die Stullenreste. Die anderen Knirpse verschwinden ins Bad – alle Räume des Erdgeschosses nutzt Doreen Bathke für die Kindertagespflege. Einen kleinen Stau gibt es vor der Toilette, und Malte braucht Hilfe beim Waschen - dann endlich darf wieder gespielt werden. Ausnahmsweise drinnen an diesem Tag – es ist kalt, windig und sehr regnerisch. „Normalerweise gehts um 10 Uhr raus. Wir haben auf dem Hof einen kleinen Spielplatz, sind aber auch viel unterwegs“, erzählt Doreen Bathke. Sie treffen sich oft mit einer anderen Tagesmutti, beobachten Baustellen, wandern nach Hohenwieden zum Spielplatz oder „Kühe gucken“, gehen in den Tierpark und einmal pro Woche zum Sport ins SOS-Familienzentrum. Und jetzt im Herbst werden natürlich Kastanien und viele bunte Blätter gesammelt, Wandbilder oder Laternen entstehen daraus.

Früher hat Doreen Bathke auch das Mittagessen selbst gekocht. „Aber ich habe irgendwann gemerkt, dass es schwer wird, alles unter einen Hut zu bekommen“, sagt die 46-Jährige. Denn wenn dann irgendwann die Knirpse sicher zu Hause sind, ist für die Tagesmutti noch nicht Schluss. Aufräumen, sauber machen, einkaufen heißt es dann.

Bei Doreen Bathke bekommt jedes Kind seine Aufmerksamkeit. Sie flüstert mit Malte, verspricht Ayleen, dass der Blondschopf eine ihrer mitgebrachten Puppen zum Mittagsschlaf mit ins Bettchen nehmen darf. Nele bekommt ein extra großes Auto zum Spielen, während die anderen Kinder gemeinsam mit „ihrer Doreen“ einen Bauernhof aufbauen. „Der ist noch von meinen Jungs“, erzählt sie. Aufmerksamkeit und Zeit zu haben für die Kinder sei wichtig. Auch aus den Erfahrungen ihrer Tagesmütter-Kolleginnen weiß sie, dass den Eltern oft Zeit fehlt. Statt Kindern das Treppensteigen beizubringen, tragen sie sie so lieber schnell. „Viele Kinder haben heute leider zu wenig Bewegung, fahren zu viel Auto, werden zu viel getragen, zu sehr behütet“, bedauert sie. „Wir müssen den Kindern etwas zutrauen und ihnen Gelegenheit geben zu lernen“, sagt sie.

Tagespflegestellen

In der Stadt Grimmen gibt es zusätzlich zu den Kindertagesstätten zehn Tagespflegestellen mit 38 Plätzen

Dort werden sie allerkleinsten Minis in Gruppen - bis zu fünf Kindern groß –betreut.

In Grimmen gibt es Tagesmütter und -väter, die Kinder zwischen der 9. Woche und dem 3. Geburtstag betreuen.

Grundvoraussetzung ist die Bundeslizenz der Tagespflege.

Für die Ganztagsbetreuung zahlen Eltern etwa 80 Euro im Monat plus Essengeld.

 

Der Bauernhof fasziniert die Mädchen und Jungen. Doch aus dem Nebenraum dringt Gemuckel – Carlchen wird wach und die anderen Kinder werden ermahnt, trotzdem nicht gleich zu laut zu sein. „Doreen Bathke: „Unser Carlchen muss erst langsam richtig wach werden. Deshalb wird jetzt gekuschelt und ein Buch angeschaut. Bei Hänsel und Gretel wird geschaut, gestaunt, erzählt und zwischendurch immer wieder gesungen. Und schließlich sind die Steppkes schon wieder hungrig: Mittagessen ist inzwischen angekommen, der Tisch wird wieder gemeinsam schnell gedeckt.

Singen, Vorbereitung auf den Mittagsschlaf, ab ins Bettchen und schwups ist es schon Nachmittag. Dann geht es doch noch an die frische Luft - der Wind hat nachgelassen und die Sonne blinkert durch die Wolken.

Almut Jaekel

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