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Ribnitz-Damgarten 1000 Christen feiern Gottes Natur
Vorpommern Ribnitz-Damgarten 1000 Christen feiern Gottes Natur
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00:00 11.09.2018
Zum Tag der Schöpfung in Starkow werden von Schülern der Evangelischen Grundschule Barth Gaben überbracht. FOTOS (3): UWE ROSSNER
Starkow

„Die Entscheidung war richtig“, bilanziert Michael Tuve. Der Greifswalder Ökumenepastor gehörte mit zum Organisationsteam des diesjährigen Festkomitees des ökumenischen Tages der Schöpfung. Seit 2010 findet dieser bundesweit an verschiedenen Orten statt. Hamburg, Hannover oder Frankfurt am Main gehören der Liste der Ausrichtungsorte an. In Mecklenburg-Vorpommern standen der IGA-Park in Rostock oder das Schweriner Schloss zum Beispiel im Fokus. Letztlich machte aber Starkow in der Entscheidungsfindung das Rennen. „Wir wollten erstmals aufs Dorf gehen“, so Tuve. Der gepflegte historische Pfarrgarten und das Engagement der Menschen für ihre Kulturlandschaft gaben den Ausschlag dafür.

Erstmals wurde der Tag der Schöpfung der Arbeitsgemein- schaft Christlicher Kirchen in Deutschland in Mecklenburg- Vorpommern begangen.

„Wir sind dafür dankbar“, sagte Cornelia von Uckrow. Die stellvertretende Vorsitzende des Vereins Backstein, Geist und Garten sieht die Wahl Starkows als eine beglückende Wahl für den Ort an der Barthe und dem Arbeitskreis Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK).

Rund 1000 Gäste aus der Region und dem Bundesgebiet kamen in das Dorf an der Barthe. Sie erlebten Garten, informierten sich an Ständen, feierten zusammen Gottesdienst unter freiem Himmel und hörten Musik. „Es war über den Tag ein gutes Miteinander“, so Cornelia von Uckrow. Aus der im Gottesdienst gesammelten Kollekte erhielt der Verein Backstein, Geist und Garten 1015 Euro als Spende für die Bewässerungsanlage.

„Es war großartig“, fand Michael Turban. Seit zehn Jahren gastiert er mit seiner integrativen Band Seeside auf verschiedensten Bühnen. Die Greifswalder Gruppe der Werkstätten der Pommerschen Diakonie trat innerhalb der letzten elf Jahre bundesweit über 400-mal auf. Dazu gehörten Kirchentage oder Einladungen als abendliche Opener für die Prinzen, Chris Norman oder Mike and the Mechanics. In Starkow stellte sich Seeside mit eigenen Titeln am frühen Nachmittag vor und gestaltete musikalisch den Festgottesdienst mit. Begeistert zeigte sich der Bandleiter über die landschaftlichen Reize in Starkow: „Der Garten ist geradezu prädestiniert für einen Tag der Schöpfung.“ Schöpfung sei in jedem Jahr aufs neue immer wieder Thema. 2018 mache dies der Dürresommer erneut deutlich.

Mit dem Zug aus Barth nach Velgast und dann zu Fuß nach Starkow reiste die Gruppe der Evangelischen Grundschule in Barth zum Tag der Schöpfung an. „Es war toll“, fand Monica Sauer. Spannend fand die Lehrerin die Gelegenheit, ihre Schüler den wertschätzenden Umgang mit der Natur nicht allein in der Schule, sondern auch einmal außerhalb von ihr erlebten. „Es ist eine Bestätigung“, so die Pädagogin. Der Stand des Imkers und das Graben nach alten Fundstücken im Sandhaufen hätten die Kinder geliebt. Vor den Sommerferien hatte es eine Anfrage gegeben, ob sich die Evangelische Grundschule Barth am Tag der Schöpfung beteiligen wolle. Die Schulleitung zeigte sich für dieses neue Erlebnis offen. Als Starkowerin findet Monika Sauer: „Der Tag der Schöpfung tut diesem bezaubernden Ort gut.“

Regen Zuspruch erfuhr der Stand des Deutschen Meeresmuseums aus Stralsund. Dieser informierte über die gegenwärtige Situation der Flusskrebse in der Barthe. Alle Generationen hätten sich dafür interessiert. „Ganz besonders die Kinder“, berichtet Ines Martin. Die Gliedertiere seien ein bestechender lokaler Bezug zur Schöpfung. Gerade in Fragen des Erhalts des Bestandes und dessen Schutz.

Nicht nur dies. Die Biologin des Deutschen Meeresmuseums erfuhr an diesem Nachmittag von den älteren Menschen Geschichten aus deren Jugend. In diesen gehören die Flusskrebse beim Baden in der Barthe ganz selbstverständlich mit zu den einstigen heißen Sommern. Über diesen Sommer ist Ines Martins Freude groß: „Wir konnten in diesem Jahr viele Krebse für unseren Stand fangen. Der gegenwärtige Bestand scheint gut und vital zu sein.“ Dies mache Hoffnung. Denn in wenigen Wochen beginne die Paarungszeit. Damit seien die Aussichten für die Art optimistisch. Der Festredner Prof. Michael Succow bezeichnete Starkow als einen heiligen Ort. Der Träger des Alternativen Nobelpreises lobte zu Beginn seines Vortrages die Fruchtfülle des Gartens: „So etwas habe ich noch nie erlebt.“ Im Hinblick auf den Klimawandel und die weltweiten Herausforderungen mahnt er: „Es ist nicht mehr viel Zeit.“ Anhand seines eigenen Lebensweges und der Projekte seiner Stiftung zeigte der Wissenschaftler Wege auf, Menschen in Würde auf der Welt in Arbeit zu bringen und zugleich die Natur nachhaltig zu nutzen, um sich an ihrer Schönheit weiter erfreuen zu können.

Uwe Roßner

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