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Ribnitz-Damgarten 1600 Euro für gefallene Soldaten
Vorpommern Ribnitz-Damgarten 1600 Euro für gefallene Soldaten
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00:05 04.12.2017
Anneliese Sahr und Udo Steinke vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Quelle: Foto: Caro
Ribnitz-Damgarten

1600 Euro sammelte Anneliese Sahr bei der jüngsten Spendenaktion des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Dafür fuhr die 83-jährige Ribnitzerin mit ihrem Auto zu den Menschen nach Ribnitz, Körkwitz, Borg und Altheide. Sie klingelte an Haus- und Wohnungstüren und erzielte mit ihrer Sammelaktion vermutlich wieder eines der höchsten Ergebnisse des ganzen Bundeslandes. Die Statistik, wie viel Geld alle Ehrenamtlichen des Volksbundes in MV einsammelten, kommt erst im April raus.

Dass das Geld der Pflege von Soldatengräbern zugute kommt, beziehungsweise gefallene Soldaten aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg ihre letzte Ruhestätte finden, muss sie ihren Stammspendern nach 22 Jahren intensiven Engagements nicht mehr erklären. Oft wird sie an den Haustüren mit den Worten „Ach Frau Sahr, ist denn ein Jahr schon wieder um?“ empfangen. Nirgends sei sie auf ein „zerknülltes“

Gesicht getroffen. „Einige meiner Spender unterstützen mich von Anfang an. Sie sind von Herzen bereit, diese Spende zu leisten“, erzählt Anneliese Sahr. Mal seien es zwei Euro, mal 200. Anneliese Sahr freut sich über jeden Betrag.

In diesem Jahr seien jedoch auch neue Spender dazu gekommen. Darunter ganz junge Leute. Die Jugendlichen aus dem Begegnungszentrum in Ribnitz sammelten Pfandflaschen und überreichten das Pfandgeld Udo Steinke, ebenfalls Akteur der Haustürsammlung des Volksbundes. Eine Frau sprach Anneliese Sahr im Bäcker an und überreichte ihr spontan das Restgeld. Eine andere Dame aus Tessin rief sie zu Hause an und überwies ihren Betrag auf das Spendenkonto und erzählte, dass sie ihren gefallenen Bruder noch heute suche.

An den Haustüren erzählen die Menschen oft sehr berührende und intime Geschichten über gefallene oder vermisste Geschwister, Eltern oder Großeltern. Für Anneliese Sahr ist es ein eindeutiges Zeichen: Das eingesammelte Geld wird sehr nutzbringend angelegt. „Viele Angehörige können mit dem Verlust besser umgehen, wenn sie wissen, wo ihr geliebter Mensch nun ruht.

Immer in der letzten Oktoberwoche und in den ersten Novemberwochen finden die Sammelwochen statt. In diesem Jahr wird das Geld hauptsächlich in die Pflege des Soldatenfriedhofs in der polnischen Gemeinde Stare Czarnowo nahe der deutschen Grenze genutzt. Die Kriegsgräberstätte bietet Platz für etwa 32 500 Gräber. Der Volksbund hat bisher 20 782 Tote aus den Gebieten Danzig, Hinterpommern und Westpreußen bestattet. Die Namen der bisher identifizierten Toten wurden in Granitstelen eingraviert. Mehr als 800 Soldatenfriedhöfe pflegt der Volksbund weltweit. Wer spenden möchte: Im Handarbeitsladen „Nähkästchen“von Jutta Gutmann in der Ribnitzer Langen Straße steht bis Weihnachten eine Spendenbox bereit.

Carolin Riemer

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