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57 Kilometer auf Papierkorbtour

Barth 57 Kilometer auf Papierkorbtour

Der Stadtbauhof in Barth benötigt erneuerte Technik. Die Aufgaben für die Mitarbeiter wachsen ständig.

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Die Bauhof-Mitarbeiter: (v.l.) Olaf Schramm (37), Peter Heinrich (53) und Gerhard Ernst (61). Wegen Erkrankung fehlt Horst Meinke (58) auf dem Foto.

Quelle: Hans-Joachim Meusel

Barth. Will sich die Stadt einen eigenen Bauhof leisten? Und was leisten die Kollegen dort eigentlich? Die Frage nach Sinn oder Unsinn des Stadtbauhofes taucht bei den Abgeordneten immer wieder auf. Grund genug, den zuständigen Ausschuss hinter die Kulissen des Bauhofes zu führen. Da kamen unerwartete Fakten zum Vorschein, die für manche Bauhof-Gegner ein anderes Licht auf die Arbeit der vier Kollegen wirft.

Die offenbar simple Reinigung der Papierkörbe in Barth ist so ein Beispiel: 224 Körbe sind zu leeren. Die Strecke beträgt dabei 57 Kilometer. An einem kontrollierten Tag musste 71 Mal aus- und eingestiegen werden, das sind — so rechnet Werner Schork als Zuständiger für Bauhofangelegenheiten vor — eine Stunde und elf Minuten. Darin enthalten ist das Anziehen der Arbeitshandschuhe und den passenden Schlüssel zu nehmen. Denn es gibt in Barth vier verschiedene Papierkorbsysteme. Rechnet man für die Entleerung zwei Minuten, dann sind das 7,47 Stunden. Darin ist die Wegezeit noch nicht einmal berücksichtigt.

Doch das ist nur ein Bruchteil der Tätigkeiten, die Bauhofchef Gerhard Ernst und seine drei Mitarbeiter erledigen. Unterstützung gibt es durch Ein-Euro-Jobber und Bürger, die Arbeitsstunden abzuleisten haben. Sie helfen beim Sammeln von Papier und Unrat auf den Straßen. Schork erläutert: „Das sind in der Regel fleißige Menschen, die gern bei uns sind, weil sie sich einbringen können und etwas Sinnvolles machen.“

Alle 14 Tage fliegen den Bauhofleuten die Überreste der gelben Säcke um die Ohren. Warum man sich nicht für gelbe Tonnen entscheidet, versteht kein Mitarbeiter.

Und was steht ansonsten auf dem alltäglichen Plan? Rasenmahd (etwa die Hälfte der 36 Hektar ist mit der Hand zu mähen), Beschilderung, Absicherung von Veranstaltungen — vom Kinderfest bis zum Weihnachtsmarkt —, Hecken- und Baumschnitt, Fahrbahnmarkierungen und auch Kleinreparaturen: Der Bauhof funktioniert sozusagen als „Einsatzgruppe“, wie Werner Schork bemerkt.

Fünf Multicars, drei davon von 1996 und 1999, sowie ein ebenso alter Radlader sind im Einsatz, hinzu kommen ein Aufsatzmäher und ein Transporter. Die Technik, auch für den Winterdienst und zum Beschneiden der Bäume, ist alt, Ersatzteile sind oft Mangelware.

Die Bauhofleute sind froh, den Winter so gut überstanden zu haben. Schork zieht Bilanz: „Vergleicht man die Leistungen zu den Kosten, so ist festzustellen, dass Mitarbeiter nicht nur fleißig arbeiten, sondern auch Werte schaffen.“ Wichtig sei es, nun vor allem den Technikbestand zu erneuern — im Interesse für das Stadtbild.

Die Stadtvertreter werden die Fakten bei der Finanzplanung berücksichtigen. Die Stadt leistet sich den Bauhof — es macht Sinn.

Wenns schneit und friert: 8000 Meter reinigt das Bauhofteam
224 Papierkörbe sind regelmäßig in Barth zu leeren. Die dafür zurückgelegte Strecke beläuft sich auf 57 Kilometern. Hinzu kommen zehn Hundetoiletten und 13 Iglu-Standorte.

3 Bauhofmitarbeiter und ein Elektriker gehören zum Team des Bauhofes der Vinetastadt. Eine zuvor vorhandene vierte Stelle, die von einem Maler besetzt war, wurde eingespart.

8Kilometer werden im Rahmen des Winterdienstes von den Bauhofmitarbeitern beräumt. Hinzu kommen rund 2700 Quadratmeter Fläche des Marktplatzes, die im Winterdienst zu bearbeiten ist.

Andere Städte sind zur gelben Tonne übergegangen.“Aus dem Bauhof-Report über die ständige Zusatzarbeit bei aufgerissenen gelben Säcken.

Hans-Joachim Meusel

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Barth
Die Mitarbeiter des Bauhofs im vorpommerschen Städtchen Barth (im Bild Olaf Schramm (v.l.), Peter Heinrich und Gerhard Ernst) hoffen, dass Verwaltung und die Stadtvertreter ihre Zustimmung für die Anschaffung von neuer Arbeitstechnik geben.

Die Mitarbeiter im vorpommerschen Städtchen Barth hoffen, dass Verwaltung und die Stadtvertreter ihre Zustimmung für die Anschaffung von neuer Arbeitstechnik geben.

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