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Ribnitz-Damgarten 8295 Verkehrsunfälle: Raserei ist die häufigste Ursache
Vorpommern Ribnitz-Damgarten 8295 Verkehrsunfälle: Raserei ist die häufigste Ursache
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00:00 18.04.2013
Vor ziemlich genau einem Jahr kam es zwischen Neuhaus und Dierhagen zu einem tödlichen Verkehrsunfall. Quelle: Timo Richter
Ribnitz-Damgarten

Zehn Menschen sind im vergangenen Jahr bei Verkehrsunfällen zwischen Ribnitz-Damgarten, Rügen und dem Trebeltal ums Leben gekommen. Das ist eine Zahl der Unfallbilanz der Polizeiinspektion Stralsund, die am Mittwoch vorgestellt wurde. 8295 Verkehrsunfälle gab es insgesamt in Vorpommern-Rügen im vorigen Jahr. Gegenüber 2011 ist das ein Rückgang, erläutert Polizeidirektor Thomas Dabel. Der 52-Jährige fügt hinzu, dass bei den Unfällen 180 Menschen schwer und 775 Menschen leicht verletzt worden sind.

Aufgeschlüsselt nach Revieren heißt das: Im Einzugsbereich des Barther Revieres ereigneten sich 987 Unfälle. Zwei Menschen starben, 21 wurden schwer und 85 leicht verletzt. Im Ribnitz-Damgartener Revierbereich waren es 1102 Unfälle (zwei Menschen starben, 22 wurden schwer und 61 wurden leicht verletzt).

Rückgänge bei den Zahlen, was die Unfälle und Personenschäden betrifft, verzeichnet die Polizei bereits seit Jahren. Noch 1994 beispielsweise wurden 2131 Menschen bei Verkehrsunfällen verletzt.

Die Hauptursachen sind jedoch seit Jahren dieselben: Überhöhte Geschwindigkeit, Fahren unter Alkoholeinfluss, gefährliches Überholen. Bei den schweren Verkehrsunfällen liegt überhöhte Geschwindigkeit mit 177 Unfällen ganz vorne, gefolgt von Fahren unter Alkohol (82) und Überholen (47). Auf Alkohol und Geschwindigkeit konzentrieren sich die Polizisten auch bei den Kontrollen. 5380 sind das 2013 insgesamt gewesen. Insgesamt 35 273 Verstöße haben die Polizisten mittels Laser-, Video- und Lichtschrankenmessung ermittelt. 648 Kraftfahrer wurden erwischt, als sie alkoholisiert am Steuer saßen.

Außerdem erfolgten 492 Drogenkontrollen — mit 117 Anzeigen als Folge (41 in Ribnitz-Damgarten, 38 in Grimmen). Nicht nur manche Autofahrer haben zu viel intus, wenn sie am Steuer sitzen. Auch Radfahrer haben manchmal ordentlich „getankt“. „Da steht dann häufig eine Zwei vor dem Komma“, erzählt Thomas Dabel über die gemessenen Promillewerte. Bei den Radlern konzentrieren sich die Kontrollen auf die Städte — in Grimmen beispielsweise ertappten die Polizisten 21 Radfahrer mit mehr als 1,6 Promille, in Ribnitz-Damgarten waren es neun.

Auf welchen Strecken wird besonders intensiv kontrolliert? Das sind Standorte, an denen sich häufig Unfälle ereignen — was beispielsweise für die Bundesstraße 105 zwischen Löbnitz und Kummerower Heide gilt. Auf der B 96 betrifft das auf Rügen den Bereich zwischen Samtens und Lietzow. Aber auch die Alleenstrecke der B 196 und die Landesstraßen von Fischland und Darß seien Schwerpunkte, erläutert der Polizeidirektor.

Im Einzugsbereich des Polizeirevieres Grimmen zählen übrigens — hier ist die Autobahnpolizei stationiert — auch die Unfälle auf der A 20 mit. Insgesamt gab es in Grimmen und Umgebung vergangenes Jahr 1321 Verkehrsunfälle, davon 125 mit Personenschäden.

August ist der „Spitzenmonat“

776 Menschen sind seit dem Jahr 1994 auf den Straßen zwischen Ribnitz, Trebeltal und Rügen ums Leben gekommen. In jenem Jahr waren 96 Todesopfer bei Verkehrsunfällen zu beklagen. Von den zehn Todesopfern des Jahres 2012 waren fünf mit Pkw unterwegs, drei waren Fußgänger und zwei Kradfahrer.

Der August ist, was den Jahresverlauf betrifft, der Monat mit den meisten Verkehrsunfällen. Das liegt an dem hohen Verkehrsaufkommen in der Tourismussaison. Bei den Wochentagen verzeichnet die Polizei donnerstags und freitags die meisten Unfälle.

31 schwere Unfälle im Einzugsbereich des Barther Polizeirevieres hatten voriges Jahr überhöhte Geschwindigkeit als Ursache. Bei elf schweren Unfällen galt das für Fahren unter Alkohol, in neun Fällen ereigneten sich die Unfälle wegen gefährlicher Überholmanöver. Die Zahlen fürs Ribnitz-Damgartener Polizeirevier: 22 Mal Raserei, zwei Mal Alkohol und sechs Mal Überholen.

Peter Schlag