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Ribnitz-Damgarten Bernsteinmuseum plant Ausstellung „Grenzland“
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Bernsteinmuseum plant Ausstellung „Grenzland“
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13:27 03.11.2018
Axel Attula (l.), wissenschaftlicher Leiter des Deutschen Bernsteinmuseums Ribnitz-Damgarten, führt Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann durch die Ausstellungsräume. Quelle: Edwin Sternkiker
Ribnitz-Damgarten

An keinem anderen Ort im Land findet die Nachbarschaft von Vorpommern und Mecklenburg eine so prägende Verbindung wie in Ribnitz-Damgarten. Damit hat die Stadt ein Alleinstellungsmerkmal. Mit der Ausstellung „Grenzland“ soll diese besondere geographische und historische Situation thematisiert werden. Spätestens Dezember 2019 soll sie eröffnet werden und einen Teil der ständigen Ausstellung des Deutschen Bernsteinmuseums bilden. Darüber informierte Axel Attula, der wissenschaftliche Leiter des Deutschen Bernsteinmuseums, bei einem Rundgang mit dem Parlamentarischen Staatssekretär für Vorpommern, Patrick Dahlemann (SPD). Dahlemann besuchte am Reformationstag gemeinsam mit Landtagskollegin Susann Wippermann das Museum. Ebenfalls teil an dem Treffen nahmen Bürgermeister Frank Ilchmann (parteilos) und Stadtarchivarin Jana Behnke.

Dahlemann teilte nach dem Rundgang mit, dass die Ausstellung mit 9000 Euro aus dem Vorpommern-Fonds unterstützt werden solle. „Es ist gut angelegtes Geld zur Pflege unserer regionalen Identität“, machte er deutlich. Diese Unterstützung sei auch Anerkennung der Arbeit all jener, die sich auf diesem Gebiet engagieren, so Dahlemann.

Die Stadt Ribnitz-Damgarten ist 1950 aus der Vereinigung der pommerschen Grenzstadt Damgarten und der mecklenburgischen Landstadt Ribnitz hervorgegangen. Beide Städte verband auch vor der Vereinigung jahrhundertelang ein enges Band. Attula: „Konflikte und politische Ereignisse, von welcher Seite sie auch ausgingen, betrafen immer beide Städte, brachten Glück oder Verderben. Die Ausstellung will der getrennt-gemeinsamen Geschichte nachgehen, regionale Bezüge herausstellen, aber auch gleichzeitig einen überregionalen Kontext herstellen. Beide Städte sind typisch für ihr jeweiliges Land, aber auch untypisch auf Grund der Grenzlage.“

Geschichten in dreiminütigen Filmsequenzen

In sechs Themenfeldern wird die Geschichte dargestellt. Der Clou der Ausstellung: Jedem Themenfeld wird ein Protagonist zur Seite gestellt. Diese Protagonisten werden in etwa dreiminütigen Filmsequenzen eine kurze Geschichte erzählen und auf halb-lebensgroßen Bildschirmen zu sehen sein. Für das erste Themenfeld, die „Ursprünge“, wird Passwärter Thiel von seinen Erlebnissen an der Grenze berichten. Die Besucher werden unter anderem auch dem Schwedenkönig Gustav Adolf begegnen, der während des Dreißigjährigen Krieges beide Städte eroberte. Das war 1630. Und die Besucher dürfen sich auch auf eine Liebesgeschichte freuen: Da erzählt eine Stiftsdame des Ribnitzer Klosters von ihrer Flucht nach Damgarten im Jahre 1706, um sich mit einem Bürgerlichen verehelichen zu können. In einer Videoprojektion wird der Frage nachgegangen, was ist typisch pommersch, was ist typisch mecklenburgisch. Dazu werden literarische Überlieferungen und historische Quellen befragt.

Teile der stadtgeschichtlichen Sammlung wieder zu sehen

Mit der geplanten Ausstellung sollen zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: Zum einen möchte man auch Touristen einen Eindruck von der Besonderheit des von ihnen besuchten Ortes vermitteln, zum anderen soll damit die Sammlung zur Stadtgeschichte, die ihre Anfänge bereits in den 1930er Jahren hatte, in Teilen wieder öffentlich zugänglich gemacht werden. Diese schlummert seit Jahren im Depot des Bernsteinmuseums. Einiges soll durch Leihgaben ergänzt werden. Eine Kopie des großen Gobelins König Christian V. von Dänemark von der Eroberung Damgartens, dessen Original sich im Schloss Rosenborg (Dänemark) befindet, wird zentrales Schaubild sein. Der nach 1675 entstandene Teppich zeigt den König zu Pferd zwischen Ribnitz und Damgarten.

Für die Ausstellung genutzt werden soll die Sonderausstellungsfläche im zweiten Obergeschoss des Bernsteinmuseums. Die Anordnung der Ausstellung ermögliche auch die Nutzung des Raumes für ergänzenden Begleitveranstaltungen wie Lesungen, Vorträge und Filmvorführungen, so Attula abschließend.

Stadtgeschichte nur in Ausschnitten

Das aus dem Heimatmuseum hervorgegangene Bernsteinmuseum Ribnitz-Damgarten hatte in den 1990er Jahren als Ergänzung zu der sich entwickelnden Bernsteinausstellung eine kleine stadtgeschichtliche Ausstellung gezeigt. Danach wurde Stadtgeschichte nur noch in Ausschnitten in Sonderausstellungen präsentiert, zuletzt 2012 mit der Ausstellung „Heimatmuseum. Sachen machen Geschichte“. Einige ausgewählte maritime Stücke aus der Sammlung waren in diesem Jahr als Ergänzung der Wanderausstellung der Hansestadt Buxtehude „Aufbrassen, Zwieback, Wassertrompete. Johann Hinrich Röding und das Allgemeine Wörterbuch der Marine von 1793“ im Bernsteinmuseum zu sehen.

Edwin Sternkiker

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