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Ribnitz-Damgarten A20: Behelfsausfahrt freigegeben
Vorpommern Ribnitz-Damgarten A20: Behelfsausfahrt freigegeben
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18:31 22.11.2017
Abfahrt über die Gegenspur: Die A20-Behelfsausfahrt bei Tribsees ist seit Mittwoch freigegeben. Quelle: Robert Niemeyer
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Langsdorf/Breesen/Tribsees

Um kurz nach drei war es schon fast wie immer. Ein grauer Nachmittag, Regen, Wind, aber ansonsten ländliche Stille. „Ich hoffe, dass es jetzt ruhiger wird“, sagt Sieglinde Bauch. Die 68-Jährige wohnt direkt an der Kreisstraße in Breesen, über die in den vergangenen Wochen der halbe Autobahnverkehr der A 20 gerollt ist. „Es war grauenhaft, vor allem freitags und montags“, sagt die Breesenerin. Jetzt, ein paar Minuten nach der Öffnung der Behelfsausfahrt an der Autobahnbrücke bei Langsdorf, verirren sich nur noch vereinzelt Pkw mit ortsfremden Kennzeichen durch Breesen.

Ende Oktober hatten die Arbeiten für die improvisierte Ausfahrt begonnen. Laut Ronald Norman, zuständiger Abteilungsleiter beim Straßenbauamt in Güstrow, der schnellste Weg, um für die täglich rund 20 000 Pkw und Lkw den kürzesten Umweg um die ins Trebeltalmoor abgesackte A 20-Fahrbahn zu finden. Allerdings hat sich die Streckenführung im Vergleich zur ursprünglich Planung noch verändert. Eigentlich war geplant, dass auch der Verkehr in Richtung Rostock, der an der Anschlussstelle Tribsees abfährt, über die neue Behelfsausfahrt wieder auf die A 20 auffährt. Doch in Richtung Rostock wird der bisherige Umleitungsverlauf durch Langsdorf bis zum Abzweig nach Böhlendorf beibehalten, „da die Kreisstraße NVP 9 ebenso wie die Einmündung von der Landesstraße 19 in diese Kreisstraße sehr eng bemessen sind“, heißt es aus dem Infrastrukturministerium.

Stau von Dorf zu Dorf

In Breesen können die Einwohner seit Mittwoch erstmal aufatmen. „Wir hatten teilweise Stau von hier bis Langsdorf“, erinnert sich Sieglinde Bauch. Zwischen den beiden Dörfern liegen fünf Kilometer. Die Rentnerin hatte sich sogar die Zeit genommen, die Autos zu zählen. „420 Autos und 30 Lkw in einer halben Stunde“, sagt sie. Eine Zahl, die sich nun deutlich verringern dürfte. „Den Umweg über Langsdorf und durch den Kreisel bei Tribsees müssen wir aber immernoch fahren, wenn wir nach Bad Sülze wollen“, sagt Sieglinde Bauch.

Für andere gibt es jedoch keine Entlastung. „Langsdorf bekommt nach wie vor die volle Verkehrslast ab“, sagt Hartmut Kolschewski, Bürgermeister der Gemeinde Lindholz. Auch für Böhlendorf, das mit der ursprünglichen Planung seit gestern eigentlich auch umleitungsverkehrfrei sein sollte, ändert sich nichts. Allerdings: „Wir haben bis jetzt das erreicht, was wir erreichen konnten“, so Kolschewski. Damit meint er unter anderem ein hohes Maß an verkehrsberuhigenden Maßnahmen wie Fußgängerampeln und Tempo 30. Zudem soll ab Anfang/Mitte Dezember ein stationärer Blitzer in Langsdorf installiert sein. Bereits ab heute wird in Langsdorf und Böhlendorf an wechselnden Standorten ein mobiler Blitzer eingesetzt.

Zusammenhalt in der Gemeinde

Der wichtigste Aspekt aber: Das Land plant auch an einer weiteren Umleitungsvariante. Wunsch der Langsdorfer ist es, den Autobahnverkehr über die ehemalige Baustraße der A20 zu leiten. „Damit wäre der Verkehr aus dem Ort raus“, so Kolschewski. Das Problem: Die Straße wurde komplett zurückgebaut. Die Trasse liegt an einem Vogelschutzgebiet. Ein aufwändiges, längerfristiges Planungsverfahren ist dafür notwendig.

Einen positiven Effekt hat das Ganze aber: „Der Zusammenhalt in der Gemeinde ist ungemein gewachsen“, sagt Hartmut Kolschewski. So hatten beispielsweise innerhalb einer Woche mehr als 480 Menschen eine Unterschriftenliste unterzeichnet, die sich für den Bau der ehemaligen Baustraße ausspricht. „Aus allen Ortsteilen haben die Menschen unterschrieben“, sagt der Bürgermeister. Und auch Breesener wie Sieglinde Bauch werden ihren Mitbürgern in fünf Kilometern Entfernung weiter zur Seite stehen.

Robert Niemeyer

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