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Ribnitz-Damgarten Affenstark: Ein Stück Afrika in Marlow
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Affenstark: Ein Stück Afrika in Marlow
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00:00 20.04.2013
Was für‘n Riesenauflauf, und alles nur wegen uns? Na, erst mal schauen, wer uns da besucht. Fotos (2): Edwin Sternkiker
Marlow

Der Vogelpark Marlow ist um eine Attraktion reicher: Der Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus Harry Glawe (CDU) hat gestern die begehbare Madagaskar-Anlage eröffnet. „Der Vogelpark hat sich aufgrund seines vielfältigen Angebots für die ganze Familie einen Namen weit über die Landesgrenzen hinaus gemacht. Das zeigen die erfreulichen Besucherzahlen. Mehr als 200 000 Gäste haben dieses Angebot im vergangenen Jahr genutzt“, sagte Glawe. Die Maßnahme wurde mit Mitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) in Höhe von rund 232 000 Euro gefördert. Insgesamt hat die Madagaskar-Anlage über 350 000 Euro gekostet.

Der Marlower Bürgermeister Norbert Schöler (CDU) machte deutlich, dass „der Vogelpark ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Stadt ist. 28 Menschen haben im Park einen festen Job, da sind die Mitarbeiter in der Gastronomie noch nicht mitgerechnet.“

Die Freianlage ist rund 5000 Quadratmeter groß und das Zuhause der putzig-neugierigen Kattas. Neun Tiere sind es insgesamt. An denen hat Harry Glawe beim Rundgang offensichtlich großen Gefallen gefunden. Von Revierpflegerin Britta Basner, die für die Äffchen des Vogelpark verantwortlich ist, bekam er Leckerlis zum Verteilen. Die kleinen Gesellen ließen sich nicht lange bitten und fraßen ihm aus der Hand. Mit denen komme man besser aus, als mit so manchem aus der Fraktion, scherzte Glawe.

„Das Füttern der Äffchen durch Besucher ist sonst allerdings nicht gestattet, aber heute ist ja ein Feiertag, da darf man schon mal eine Ausnahme machen“, sagte Franzi Zöger, Sprecherin des Vogelparkes. Ebenfalls mit eingezogen in die neue Anlage sind drei Rote Varis. Kattas und Varis, die zu den Halbaffen gehören, leben in freier Natur ausschließlich auf Madagaskar. Außerdem werden noch eine Gruppe Kuhreiher sowie acht Vasa-Papageien mit in die Anlage einziehen. Die sei am Ende übrigens größer geworden als ursprünglich geplant, verriet gestern Vogelparkchef Matthias Haase beim Rundgang. „Aber im Zuge der Arbeiten kamen uns immer wieder neue Ideen.“ Weiter machte er deutlich, dass man die Gäste ganz dicht an die Tiere heranbringen möchte. Diesem Anliegen werde die Madagaskar-Anlage voll gerecht.

Gestern wurde auch das Netzwerk „Erlebnistour durchs Recknitztal zum Vogelpark“ vorgestellt. Der Vogelpark ist Partner des Netzwerkes. Das hat im vergangenen Jahr beim Landeswettbewerb „LandArt“

einen Preis errungen. Das Projekt „LandArt“ verfolgt das Ziel, ländliche Regionen im Bereich Tourismus zu stärken und bei der Ausbildung nachhaltiger touristischer Strukturen zu unterstützen. Die Regionen im Landesinneren Mecklenburg-Vorpommerns tragen mit jährlich mehr als sieben Millionen Übernachtungen zu etwa einem Viertel zum gesamten touristischen Aufkommen bei. Beim ländlichen Tourismus innerhalb Ostdeutschlands erreicht MV einen Anteil von mehr als 40 Prozent.

„Tourismus ist auch in ländlichen Regionen bedeutend für die Sicherung von Arbeitsplätzen und Einkommen“, sagte Glawe. Das Ministerium für Wirtschaft, Bau und Tourismus unterstützt das dreijährige Projekt „LandArt“ mit rund zwei Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.

Weibchen sind Chef
Kattas sind die bekanntesten Lemuren Madagaskars und verbringen die meiste Zeit am Boden. Sie besiedeln sehr extreme Lebensräume. Katas leben im Südwesten der Insel, meist in halbwüstenartigen Gebieten mit karger Vegetation. Die Tiere ernähren sich von Früchten, Blättern, Blüten und Rinde. Mitunter fressen sie auch Insekten und kleine Chamäleons. Diese Lemuren leben in Gruppen von bis zu 20 Tieren, wobei die Weibchen dominieren. Ein Weibchen ist die Anführerin der gesamten Gruppe. In freier Wildbahn können Kattas bis zu 20 Jahre alt werden.
Der Vogelpark hat sich einen Namen weit über die Landesgrenzen hinaus gemacht.“Harry Glawe (CDU),

Wirtschaftsminister

Edwin Sternkiker