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Ribnitz-Damgarten Ahrenshoop: Doppelter Wow-Effekt im Dornenhaus
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Ahrenshoop: Doppelter Wow-Effekt im Dornenhaus
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11:23 15.03.2019
Galeristin Renate Löber zeigt im Dornenhaus in Ahrenshoop die Ausstellung "Trilogie" mit Werken von Karin Zimmermann, Rolf Zimmermann und Hans W. Scheibner. Quelle: Timo Richter
Ahrenshoop

 Einen einzigartigen Kosmos hat Renate Löber im Dornenhaus in Ahrenshoop geschaffen. Die Galeristin zeigt farbenprächtige Bilder von Karin Zimmermann, detailreiche Werke von Rolf Zimmermann und ausdrucksstarke Puppen und ebensolche Malereien von Hans W. Scheibner. Für Besucher der neuen Ausstellung mag das erst einmal irritierend wirken, erst genaues Hinsehen lässt mit den sichtbaren künstlerischen Verbindungen auch Rückschlüsse aufs Private der drei Künstler zu. „Trilogie“ nennt Renate Löber den von ihr kreierten Kosmos.

Da scheinen die zwei Künstler und eine Künstlerin sich stilistisch frei im Raum zu bewegen, so unterschiedlich sind deren Mittel. Fein ziselierte, fast schon fotografisch exakte Aquarelle, dazu farbintensive Bilder, die hie und da ein kleines Geheimnis bergen, und ein kleiner Auszug aus dem Werk Hans W. Scheibners: Porträts, Puppen und wenige Bilder. Jeder Künstler in dieser Ausstellung könnte aufgrund des Niveaus der Arbeiten zurecht allein im Kunsthimmel scheinen.

Anziehungskräfte

Doch es gibt Verbindungen, die bei genauer Betrachtung deutlich sichtbar werden, deren Intensität aber den künstlerischen Rahmen sprengen mag, wenn die privaten Anziehungskräfte der drei „Gestirne“ ins Spiel kommen. Da ist nicht nur die Leipziger Schule, deren Methodik sich mehr oder weniger in den Werken der Künstler wiederfindet. Karin Zimmermann schließlich, studierte Modedesignerin, beeinflusste erst die Laufbahn Rolf Zimmermanns und – nach der Trennung im Jahr 1974 – die Hans W. Scheibners.

Und natürlich wurde auch Karin Zimmermann „aus der Bahn geworfen“ in dem künstlerischen Kosmos. Die Modedesignerin geriet in die Anziehungskraft Rolf Zimmermanns. 19868 wurde geheiratet. Eng umkreisten sich die beiden „Planeten“, Rolf Zimmermann verleiht dem schon seit der Kindheit existierenden künstlerischen Drang Karin Zimmermanns neue Impulse.

Annäherungen

Aber auch Rolf Zimmermann und Hans W. Scheibner umkreisen sich zu der Zeit. Denn der Multikünstler Scheibner studiert 1968 ebenfalls in Leipzig. Annäherungen der beiden Künstler werden sichtbar. Immer wieder tauchen in den Aquarellen Zimmermanns Puppen aus dem Atelier Scheibners auf. Stilmittel und Künstlerbiografien sind somit gleich mehrfach miteinander verwoben, wie die Galeristin begeistert erzählt. Dieses Annähern und Entfernen sowohl künstlerisch als auch privat hat „Sternendeuterin“ Renate Löber sichtbar gemacht.

Im vergleichsweise kleinen Dornenhaus hat die Galeristin mit jeweils wenigen Werken einen so großen Kosmos geschaffen, dass Besucher nur einen kleinen, dafür aber umso intensiveren Blick auf das Schaffen der drei erhaschen können. So interessant dieses künstlerische Umkreisen sein mag, für den Interessierten ist die Geschichte dahinter noch viel „lesenswerter“. So lassen Interpretationen der Kunstwerke im Wissen der gegenseitigen Abhängigkeiten möglicherweise ganz neue Schlüsse zu. Der inzwischen gestorbene Rolf Zimmermann, die experimentierfreudige Karin Zimmermann und Hans W. Scheibner, der laut Renate Löber immer ein erwachsenes Kind geblieben ist: Das ist ein Kosmos, der den Betrachter zum Staunen verführen mag, einen Wow-Effekt erzeugt.

Verbindungen

Expressive Elemente, Realismus und eine gute Portion hintersinnigen Humors bietet die Ausstellung „Trilogie“. Im Mittelpunkt der Schau steht das die drei Künstler verbindende, sagt Renate Löber. In ihrem Kosmos hat die Galeristin den Künstlern annähernd denselben Raum gewährt. Die Ausstellung ist den Worten Renate Löbers zufolge kein Selbstzweck. Die Beziehungen dem von ihre geschaffenen Kosmos jedenfalls haben in den ersten Wochen nach Eröffnung zu so vielen Gesprächen mit Besuchern geführt, wie es selten eine Schau zuvor schaffte. Das ist der Wow-Effekt für die Galeristin.

Bis zum 28. Mai sind die Werke zu sehen. Geöffnet ist das Dornenhaus täglich von 10 bis 18 Uhr, donnerstags ist geschlossen.

Timo Richter

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