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Als Peter Barth aus Barth berichtete

Barth Als Peter Barth aus Barth berichtete

Der heute 80-Jährige arbeitete in den 1950er Jahren als Volks- korrespondent für die OSTSEE-ZEITUNG.

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Peter Barth (80) mit alten Zeitungsartikeln, die er für die OSTSEE-ZEITUNG verfasst hat.

Quelle: Fotos: Robert Niemeyer/archiv Peter Barth

Barth. „Das hat mich schon mit Stolz erfüllt“, sagt Peter Barth während er sich alte Zeitungsausschnitte anschaut. 1956 wurde er zum Volkskorrespondenten für die OSTSEE-ZEITUNG ernannt. Mitte der 1950er-Jahre war der heute 80-Jährige Berichterstatter für die OZ. Geschichten aus Barth und Umgebung lieferte der damalige Oberschüler. „Von unserem Barther Stadtreporter“ stand dann jedes Mal über seinen Artikeln, worauf Peter Barth mindestens genauso stolz war.

 

OZ-Bild
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„Wenn mir etwas eingefallen ist, was interessant war und aus meiner Sicht für die Allgemeinheit veröffentlicht werden sollte, dann habe ich es aufgeschrieben und weggeschickt“, erinnert sich der gebürtige Trautenauer (tschechisch: Trutnov, liegt im Riesengebirge, d. Red.). Die Berichterstattung der OZ an sich war seinerzeit mit der heutigen nicht zu vergleichen. „Alles war irgendwie politisch gefärbt, die wichtigsten Themen waren Planerfüllung und das Parteigeschehen.“ Eine Zeit, in der den Beginn der Ernte nicht das Wetter, sondern der Parteisekretär bestimmt habe, die OZ im damaligen Bezirk Rostock noch die Parteizeitung der SED war.

Einen Bürgermeister habe er jedoch nie zu Gesicht bekommen. Peter Barth schrieb über Tanzveranstaltungen auf der Barther Freilichtbühne, Maskenbälle an der Oberschule oder eine neue Milchbar in Zingst. Oder über den Einzug neuer Wunder der Technik. „Fernsehen ist nun auch in Barth zu einer großen Beliebtheit geworden, seitdem der Sender Marlow seine Tätigkeit – wenn auch vorerst nur versuchsweise – aufgenommen hat. Besonders Kinder und Jugendliche umlagern dicht gedrängt die Apparate in den Kaufhäusern oder beim Fachgeschäft Lehmann . . .“ beginnt einer seiner Texte.

Zumeist waren es kurze Meldungen in der Randspalte. Eine ganze Seite für Themen aus Barth, so wie sie heute im OZ-Lokalteil täglich erscheint, gab es damals nicht.

Auch die technischen Mittel für seine Arbeit als Reporter sind mit denen heutzutage nicht vergleichbar. Ein Telefon gab es nicht. Per Schreibmaschine tippte Barth seine Artikel ab und schickte sie per Post nach Ribnitz, wo die Kreisredaktion ihren Sitz hatte, im selben Gebäude in der Langen Straße, in dem auch heute die OZ-Lokalredaktion Ribnitz-Damgarten zu finden ist. Fotos, damals noch eher selten in der Zeitung zu finden, entwickelte er selbst und verschickte sie ebenfalls mit den Artikeln. „Meistens ist alles abgedruckt worden“, sagt Peter Barth. An die Redakteure, die damals für die OZ arbeiteten, könne er sich nicht wirklich erinnern. Kein Wunder, schließlich gab es so gut wie keinen direkten Kontakt zur Redaktion. „Ich habe nie einen Auftrag bekommen, habe mir meine Themen selbst ausgesucht, wie heutzutage ein freier Mitarbeiter.“ Immerhin gab es ab und zu ein bisschen Honorar.

Doch bei der Zeitung bleiben wollte Peter Barth dann doch nicht. „Eine journalistische Laufbahn stand nie zur Debatte. Ich wollte studieren“, sagt er. Und zwar Chemie in Greifswald. Bis zum Rentenalter arbeitete der Diplom-Chemiker in der chemischen Industrie in Bitterfeld, war an etwa 40 Patenten beteiligt.

2001 kehrte er nach Barth zurück, lebt heute in Tannenheim. Auch sein Herz fürs Schreiben entdeckte er damals wieder. Mit kleinen Artikeln und Leserbriefen bereicherte er die Berichterstattung der OSTSEE-ZEITUNG. Außerdem schreibt er seit 2005 für die Zeitschrift „Riesengebirgsheimat“. Und natürlich liest er auch noch täglich die OZ. „Das Layout ist heutzutage natürlich viel besser“, sagt er.

Gerade die Geschehnisse vor Ort interessieren ihn. „Nur manchmal sind die Artikel ziemlich lang.“

Übrigens: Peter Barth heißt tatsächlich so. „Ich haue immer mit meinem Namen auf den Putz, melde mich am Telefon mit Barth aus Barth“, sagt Peter Barth und lächelt verschmitzt.

Geburtstagstour

Die OSTSEE-ZEITUNG gibt es seit 65 Jahren. Dieses Jubiläum wollen wir mit Ihnen feiern, liebe Leser. Und zwar nicht nur mit einer Party im Juni, sondern auch mit einer Veranstaltung, die eines der derzeit wichtigsten Themen der Region beleuchtet. Zum 23. Mai lädt die OZ zum Polit-Talk ins Hotel Vier Jahreszeiten in Zingst ein. Um 18.30 Uhr beginnt die Podiumsdiskussion. Das Thema:

„Barth abgehängt: Das Ende vom Traum Darßbahn? - Warum die Bahnlinie Stralsund-Velgast-Barth erhalten bleiben sollte - oder auch nicht“. Geladene Gäste auf der Bühne sind Andreas Kuhn, Bürgermeister von Zingst, Dr. Stefan Kerth,

Bürgermeister von Barth, René Roloff, Bürgermeister von Prerow, Adrian Förster, Sprecher der Initiative „Keine Bahn ist keine Lösung“, und Peter Hermstedt, Stadtvertreter in Barth. Moderiert wird die Veranstaltung von Andreas Ebel, Chefredakteur der

OSTSEE-ZEITUNG, und Robert Niemeyer, Leiter der OZ-Lokalredaktion Ribnitz-Damgarten.

Wir suchen Ihre Geschichte: Nach wie vor sind Sie, liebe Leser, aber auch aufgerufen, uns Ihre OZ-Geschichten zu erzählen. Ob alte Ausgaben, die auf ihrem Dachboden schlummern, oder Erinnerungen, die Sie mit der Geschichte der OZ verbinden, rufen Sie uns an oder schauen Sie einfach vorbei. Oder Sie bringen ihre Erinnerungen mit zur Geburtstagsparty am 28. Juni im Innenhof des Verlagsgebäudes.

Kontakt: Lokalredaktion

Ribnitz-Damgarten,

Lange Straße 43/45, ☎ 3821/8886966, E-Mail: ribnitz-damgarten@ostsee-zeitung.de

Robert Niemeyer

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