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Altes Butzek-Haus soll neuer Pension Platz machen

Ahrenshoop Altes Butzek-Haus soll neuer Pension Platz machen

Der Kreis gibt Bauvoranfrage grünes Licht. Ahrenshoop stemmt sich gegen Abriss.

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Auch der frühere Miteigentümer Helmut Westendorf fürchtet den Abriss des Wolter‘schen Hauses am Ahrenshooper Ortseingang.

Quelle: Timo Richter

Ahrenshoop. Um den Abriss eines vom Rostocker Bauhaus-Architekten Walter Butzek geplanten Hauses zu verhindern, soll das Gebäude direkt neben der Reha-Klinik unter Denkmalschutz gestellt werden. Das Wolter‘sche Haus wurde 1910 gebaut und vor zehn Jahren umfänglich saniert, sagt der einstige Miteigentümer Helmut Westendorf, der sich auszahlen ließ und sein neues Domizil direkt neben dem einst als Sommerhaus genutzten Gebäude errichtet hat. Die Kinder des Eigentümers wollen auf dem Grundstück eine Pension mit sechs Wohneinheiten errichten.

Helmut Westendorf ist mit seiner Angst, dass damit wertvolles Kulturgut in Ahrenshoop unwiederbringlich vernichtet wird, nicht allein. Seine ehemalige Frau, Barbara Klausch geb. Wolter, hat in dem Gebäude etliche Sommer verlebt und fürchtet, dass das wegen seiner ungewöhnlichen Architektur vielbestaunte Haus am Ortseingang von der Bildfläche verschwinden könnte.

Sowohl Bauausschuss der Ahrenshooper Gemeindevertretung als auch das Entscheidungsgremium selbst haben eine Bauvoranfrage für den Bau einer Pension abgelehnt. Die Kreisverwaltung als Genehmigungsbehörde entschied in der Folge für das Ansinnen der Bauherren. Inzwischen wurde „auf Basis der genehmigten Bauvoranfrage ein Bauantrag gestellt“, sagt Architekt Bernd Neubüser.

Theoretisch könnten die Bauherren schon morgen mit dem Abriss des Hauses beginnen, sagt Neubüser. Der Antrag, das Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen, komme zu spät, nämlich erst nach der Bauvoranfrage. Sowohl Barbara Klausch als auch Helmut Westendorf sehen das anders: Bereits 1993 sei das Haus begutachtet worden. Im Ergebnis soll schon seinerzeit der Wunsch nach einer denkmalpflegerischen Begleitung des Hauses geäußert worden sein. Eine Aufnahme in die Denkmalliste erfolgte jedoch nicht. Per Eilantrag soll das jetzt nachgeholt werden.

Der Ahrenshooper Bürgermeister Hans Götze (63) betont, dass das jetzt quadratisch geplante Gebäude der Ortsgestaltungssatzung ebenso zuwider laufe wie der Erhaltungssatzung. Die Kommune habe jedenfalls kein Bedürfnis, an der Stelle weitere Gästebetten entstehen zu lassen. Nimmermüde betonen der Bürgermeister und der Ahrenshooper Kurdirektor Roland Völcker, dass die Bettenkapazität in dem Künstlerort inzwischen ausgeschöpft ist. Während Hans Götze traurig ist, dass „mein privater Freund“ an der Stelle so ein Gebäude entwerfe, klagt Neubüser seinerseits, dass in Ahrenshoop jegliches Bauprojekt erst einmal negativ beurteilt werde.

Die Bauherrin Dörte Wolter wollte sich auf Nachfrage nicht zu dem Vorhaben äußern.

Neuartiger Wohnungsbau
Der Architekt Walter Butzek († 1965 in Rostock) begegnete der Wohnungsnot nach dem zweiten Weltkrieg mit neuen Konzepten für einen rationalisierten Wohnungsbau. So entwarf er die Neubebauung des Hansaviertels, die Kosegartensiedlung oder die Wohnbebauung zwischen Dethardingstraße und Saarplatz in Rostock. Außerdem entwarf Walter Butzek den alten Teepott in Warnemünde und schuf mehrere Einfamilienhäuser sowie die „Bunte Stube“ in Ahrenshoop.

Timo Richter

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Ahrenshoop
Auf einem Grundstück am Ortseingang von Ahrenshoop (Vorpommern-Rügen) sollen Wohnungen entstehen. Der Nachbar Helmut Westendorf fordert, das 1910 dort gebaute Haus unter Denkmalschutz zu stellen.

Auf einem Grundstück am Ortseingang von Ahrenshoop (Vorpommern-Rügen) sollen Wohnungen entstehen. Der Nachbar fordert, das 1910 dort gebaute Haus unter Denkmalschutz zu stellen.

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