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Ribnitz-Damgarten An Damgartens Schulen wird es eng
Vorpommern Ribnitz-Damgarten An Damgartens Schulen wird es eng
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17:41 17.05.2018
Die Regional-Schule „Rudolf Harbig“ in Damgarten. Seit einigen Jahren hat die Schule Räume im benachbarten Gymnasium angemietet. Quelle: Ernst Fischer
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Ribnitz-Damgarten

Der Schulstandort Damgarten (Vorpommern-Rügen) bekommt offenbar ein Platzproblem, allen voran die Regionalschule Rudolf-Harbig. Wie der Landkreis Vorpommern-Rügen auf Anfrage mitteilte, soll der Mietvertrag zwischen der Stadt Ribnitz-Damgarten und dem Landkreis für mehrere Räume im Gymnasium auf den Prüfstand gestellt werden. Aufgrund der unzureichenenden Raumkapazitäten im Gebäude der Regionalschule mietet die Stadt seit einigen Jahren fünf Räume im Gymnasium für den Unterricht der Harbig-Schule. Diese könnten nun ab dem Schuljahr 2019/20 nicht mehr zur Verfügung stehen. Hintergund ist nämlich, dass es auch am Richard-Wossidlo-Gymnasium eng wird. Bereits ab dem kommenden Schuljahr 2018/19 wird die nach aktueller Gesetzeslage maximale Schülerzahl überschritten. Das Gebäude ist für 600 Schüler ausgelegt. Derzeit besuchen 455 Mädchen und Jungen das Gymnasium. Hinzu kommen ca. 130 Kinder der Regionalschule Rudolf-Harbig, die einen Gebäudetrakt mit seperatem Zugang nutzen. Nach aktuellem Anmeldestand wird die Zahl der Gymnasiasten zum kommenden Schuljahr auf knapp 500 anwachsen (54 Abgänge, 94 Zugänge). Mit den Harbig-Schülern nutzen dann knapp 630 Kinder das Gebäude.

Mit Einführung des Kurssystems braucht Gymnasium mehr Räume

Noch enger wird es dann laut Landkreis ab Sommer 2019, auch weil voraussichtlich weitere 20 bis 40 Schüler zusätzlich das Gymnasium besuchen werden, aber vor allem, weil aufgrund von gesetzlichen Veränderungen mehr Platz benötigt wird. Aus der Wiederaufnahme des Kurssystems für die Sekundarstufe II „resultiert eine größere Anzahl notwendiger Unterrichtsräume“, heißt es vom Landkreis. Zum Hintergrund: Ursprünglich war das Gymnasium als 2,5-zügiges Gymnasium für eine maximale Schülerzahl von 800 in den Klassenstufen 5 bis 13 konzipiert. Aufgrund des später eingeführten Kurssystems wurden zusätzliche Räume benötigt, die maximale Schülerzahl sank. Das Kurssystem wurde 2008 jedoch wieder abgeschafft. Räume wurden frei und vermietet. Auch die Schülerzahlen des Gymnasiums sanken. Im Laufe der Zeit weitete das Gymnasium seine Angebote jedoch aus, wurde unter anderem offene Ganztagsschule und anerkannte Seminar- und Ausbildungsschule für die Lehrerausbildung, wodurch der Raumbedarf wuchs. Auch für die Umsetzung der Inklusion oder den Aufbau der Schulsozialarbeit wurden weitere Räume benötigt. Und mit der Einführung des Kurssystems werden ab 2019 wieder mehr Räume gebraucht.

Eng wird es in der Harbig-Schule vor allem im Kellergeschoss

Das stellt wiederum die Stadt Ribnitz-Damgarten als Träger der benachbarten Regionalschule vor eine Herausforderung, sollte der Mietvertrag im aktuellen Umfang nicht aufrechterhalten bzw. womöglich sogar ganz gekündigt werden.Die Regionalschule hat bekanntlich selbst zu wenige Räume, um ihre Klassen angemessen unterzubringen. Die Anmietung von Räumen im Gymnasium sei dabei auch nicht optimal. „Das ist keine zufriedenstellende Situation“, sagt Schulleiterin Kerstin Schaperjahn. Eng wird es an der Harbig-Schule vor allem im Kellergeschoss. Dort befinden sich der Werkraum und ein Kreativraum. Nicht nur, dass der Keller regelmäßig unter Wasser steht, auch unter Sicherheitsaspekten erscheint die Situation zumindest augescheinlich fragwürdig. Im Ernstfall müssen Schüler und Lehrer über eine Trittleiter durch ein rund einen Quadratmeter großes Kellerfenster in die Freiheit klettern. Der Rettungswegeplan sei zwar laut Schulleitung und Stadtverwaltung mit Experten abgestimmt und genehmigt. Aber der Optimalzustand ist das wohl eher nicht. Laut Stadtverwaltung soll der Gesprächsfaden zum Thema Raumsituation in der Harbig-Schule wieder aufgenommen werden. Allerdings, betont Bauamtsleiter Heiko Körner, sei es sinnvoll, alle Schulstandorte in Damgarten in den Fokus zu nehmen. Gemeint ist neben der Regionalschule und dem Gymnasium damit auch die Evangelische Grundschule. „Jeden Standort alleine zu betrachten, macht keinen Sinn“, so Körner. „Und vor allem vor dem aktuellen Hintergrund ist es wichtig, eine gemeinsame Strategie für den Schulstandort Damgarten zu entwickeln.“  Das Schulgebäude der Regionalschule an sich stehe dabei nicht infrage, machte Heiko Körner in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses deutlich. Die Harbig-Schule sei in einem guten Zustand. In diesem Jahr wird zudem weiter die Warn- und Meldeanlage investiert. Vergangenes Jahr wurde bereits die E-Anlage erneuert. 220 000 Euro nahm die Stadt dafür in die Hand. Zudem soll in diesem Jahr der Keller trocken gelegt werden. Und die Lehrer sollen eine zweite Toilette bekommen. Auch Kerstin Schaperjahn macht deutlich: „Wir lieben unser Gebäude.“ Letztlich müssten aber die Träger entscheiden, welche Lösung angestrebt wird.

Robert Niemeyer

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