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Asylbewerber kommen noch in diesem Jahr nach Barth

Barth Asylbewerber kommen noch in diesem Jahr nach Barth

In der Bertolt-Brecht-Straße 8 soll eine Gemeinschaftsunterkunft entstehen. Betroffene Barther Mieter erhalten bessere Wohnungen, der Umzug wird bezahlt.

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Einst ein beliebtes Postkartenmotiv (Foto von 1978), jetzt wahrscheinlich die geplante Asylbewerberunterkunft: die Bertolt-Brecht-Stra�e in Barth.

Quelle: Fotos: OZ

Barth. Noch in diesem Jahr werden Asylbewerber eine Gemeinschaftsunterkunft in Barth beziehen. Das machte Bürgermeister Stefan Kerth (SPD) auf einer Einwohnerversammlung vor etwa 80 Bürgern in Barth-Süd am Dienstagabend deutlich. „Einen genauen Zeitplan gibt es zwar noch nicht, aber ich gehe definitiv davon aus“, sagte Kerth. Und auch zum Standort machte er Aussagen.

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„Das wird besser und mieterfreundlicher laufen als anderenorts.“Bürgermeister Stefan Kerth (39, SPD) zu nötigen Umzugsplanungen für Mieter

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Geplant sei eine Unterkunft in der Bertolt-Brecht-Straße 8. „Dazu wird es allerdings noch eine Ausschreibung geben“, informierte Kerth.

Der sah sich den Bedenken der Bürger gegenüber. „Müssen wir jetzt unsere Wohnungen verlassen? Bislang ist mit uns nicht darüber gesprochen worden“, meinte eine ältere Bewohnerin der besagten Adresse.

Darüber werde derzeit mit dem Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft beraten, sagte der Bürgermeister. „Das wird besser und mieterfreundlicher laufen als andernorts. Verhaften Sie uns, wenn wir das nicht einhalten“, versuchte Stefan Kerth die Gemüter zu beruhigen. Und der Aufsichtsratsvorsitzende der Wobau, Peter Hermstedt, fügte hinzu: „Niemand muss befürchten, überfallartig aus seiner Wohnung ausziehen zu müssen.“ Zudem werde den betroffenen Mietern sanierter Wohnraum zur Verfügung gestellt, deren Wohnsituation sich also sogar verbessern. „Kosten für den Umzug entstehen den Mietern nicht“, fügte Hermstedt hinzu.

Stefan Kerth hatte sich für die Versammlung Unterstützung vom Landkreis Vorpommern-Rügen besorgt. Die Beigeordnete Carmen Schröter informierte darüber, dass die Belegung der Gemeinschaftsunterkunft, die für 100 Personen geplant ist, zum Beginn nicht in dieser Größenordnung erfolge. „Woher kommen denn die Asylbewerber?“, war eine der Fragen, die die Bürger in Barth-Süd besonders interessierte.

„Das ist konkret noch nicht klar“, sagte Schröter. Zum jetzigen Zeitpunkt kämen Asylbewerber aber hauptsächlich aus der Russischen Föderation (Tschetschenien), dem Iran, Ghana, Syrien oder dem Irak.

Deutlich wurden auch Sicherheitsbedenken der Bürger im Zusammenhang mit der Gemeinschaftsunterkunft. Der Leiter des Barther Polizeireviers Peter Woch meinte dazu: „Wir werden das natürlich polizeilich begleiten und in der ersten Zeit verstärkt mit Streifenwagen unterwegs sein.“ Gefahren abzuwehren und Straftaten vorzubeugen, in beide Richtungen, sei Aufgabe der Polizei. Zusätzlich zur Polizei, fügte Carmen Schröter hinzu, werde es einen Bewachungsvertrag für das Objekt mit regelmäßigen Streifengängen durch den Auftragnehmer geben.

Emotional geführt wurde die Diskussion auch hinsichtlich des Bedarfs an Kita-Plätzen. „Die stehen schon jetzt nicht in ausreichendem Umfang zur Verfügung“, meinte ein Einwohner. „Wir rechnen mit einen Dauerbelegung der Unterkunft mit 75 bis 85 Asylbewerbern, davon werden 15 bis 30 Prozent Minderjährige sein“, sagte Bürgermeister Kerth. Entschieden wird über die Vergabe der Kita-Plätze nach dem Bedarf. Da Asylbewerber nicht arbeiten dürfen, sehe er hier keinen großen Konflikt.

Eine weitere Einwohnerversammlung zu diesem Thema — es war bereits die zweite innerhalb von zwei Wochen — wird es laut Kerth nicht geben. „Als Ansprechpartner stehen wir aber selbstverständlich weiter zur Verfügung.“

Marco Schwarz

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