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Ribnitz-Damgarten Auf der B 105 vierspurig an Bentwisch vorbei
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Auf der B 105 vierspurig an Bentwisch vorbei
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03:54 10.09.2013
Kilometerlange Autoschlangen und Staus mehrmals am Tag sind auf der Ortsumgehung Bentwisch an der Tagesordnung. Autofahrer und Anlieger sind seit Jahren über die Situation genervt. Quelle: Claudia Haiplick
Bentwisch

Täglich sind 23 500 Fahrzeuge auf der Ortsumgehung Bentwisch unterwegs. Die Folge: kilometerlange Autoschlangen und Staus. Nerven von Anliegern und Autofahrern liegen blank. Auch unzählige Rostocker müssen täglich durch dieses Nadelöhr, wenn sie ostwärts Richtung Ribnitz-Damgarten und Stralsund zu ihren Arbeitsstellen pendeln. Die Fahrt entlang der Ortsumgehung Bentwisch wird da zum Geduldsspiel. Um die Verkehrssituation zu verbessern, strebt die Gemeinde Bentwisch einen vierstreifigen Ausbau der Ortsumgehung an.

Ein Antrag auf Aufnahme der Straßentrasse in die Projektliste des Landes für den Bundesverkehrswegeplan 2015 ist gestellt. Damit kommt zur langen Liste von Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) ein weiteres Verkehrsprojekt hinzu. Auf der Liste befindet sich auch der Vorschlag, eine Umfahrung für Mönchhagen und Rövershagen zu bauen.

„Von einem vierspurigen Ausbau der B 105 würden alle anliegenden Gemeinden profitieren“, ist sich Harald Peithmann, stellvertretender Bentwischer Bürgermeister sicher. Auch für den touristischen Verkehr nach Fischland-Darß- Zingst und weiter Richtung Stralsund wäre es von Vorteil. Ebenso für den Wirtschaftsverkehr von und zum Düngemittelwerk. 50 Prozent des Poppendorfer Verkehrs läuft über die Ortslage Bentwisch.

Hinzu kommt, dass die Gemeinde mit „Poppendorf Nord“ einen weiteren Industrie- und Gewerbestandort östlich des Hansecenters entwickeln möchte. Seit Jahren gäbe es viele konkrete Anfragen von Investitionswilligen mit jeweils Einzelbetriebsgrößen von zehn bis 20 Hektar. „Wir würden gern, können es aber zurzeit nicht bedienen“, sagt Peithmann. Unter anderem sei ein Logistikzentrum im Gespräch.

Das Amt für Raumordnung und Landesplanung prüft derzeit, wie das im regionalen Raumentwicklungsplan in Bentwisch ausgewiesene Vorbehaltsgebiet für Gewerbe und Industrie zu einem Vorranggebiet umgewandelt werden kann. Eine Voraussetzung für die Entwicklung des Standorts „Poppendorf Nord“. Eine weitere Voraussetzung: eine funktionierende Straßenanbindung.

Mögliche Varianten untersuchte das Planungsbüro Mahnel aus Grevesmühlen im Auftrag des Landes. Favorisiert wird die Anbindung an die vorhandene Trasse der B 105 mit Knotenpunkt. Begründung: Hier sei ein Anschluss möglich, ohne eine weitergehende zusätzliche Verbindung zwischen der B 105 und dem Hafen vorauszusetzen. „Hinzu kommt, dass wegen der überdurchschnittlich hohen Verkehrsbelastung die B 105 an diesem Abschnitt sowieso ausgebaut werden muss“, so das Planungsbüro. Bei einer Erschließung von „Poppendorf Nord“ werde von zehn Prozent mehr Verkehr ausgegangen.

Als Ergebnis der planerischen Untersuchung stellte die Gemeinde Bentwisch am 31. August den Antrag auf Aufnahme in die Projektliste für den Bundesverkehrswegeplan 2015. Die Kosten für den vierspurigen Ausbau werden auf 4,5 Millionen Euro geschätzt. Aus dem Schweriner Verkehrsministerium heißt es: „Die Verkehrsbelastung in dem gesamten Streckenzug der 105 östlich von Rostock ist im Vergleich zu anderen Regionen sehr hoch und muss als Ganzes betrachtet werden.“

Und die Bentwischer denken noch über ein weiteres Verkehrsproblem nach. Das lange Warten an der Bahnstrecke Rostock-Stralsund soll behoben werden. Ein Tunnel wird derzeit favorisiert.

Der Bundesverkehrswegeplan
Der Bundesverkehrswegeplan stellt die Investitionstrategie der Bundesregierung in puncto Infrastruktur dar. Die Arbeiten daran haben bereits begonnen. Ziel ist es, ab 2015 ein realistisches und finanzierbares Gesamtkonzept für die künftige Infrastruktur aufzustellen. Prioritäten werden festgeschrieben. Bei Neu- und Ausbau von Verkehrswegen stehen vor allem gesamtwirtschaftlich positive Investitionen im Vordergrund, die besonders zur Auflösung von Engpässen oder besseren Erschließung des Hinterlandes

unter anderem von Häfen beitragen sollen. Für MV hat Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) zum Beispiel auch den Bau einer Ortsumgehung

für Mönchhagen und Rövershagen

zur Diskussion gestellt.

Claudia Haiplick

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