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Ribnitz-Damgarten Auf in die Vogelwelt!
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Auf in die Vogelwelt!
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18:30 31.07.2018
Köpfe runter, der Adler kommt! Quelle: Susanne Retzlaff
Marlow

Zwanzig vor elf in Afrika: Trampeltiere und Antilopen dösen um die Wette, ein Strauß stakst zum Teich, um den eingeflogenen Weißstorch zu begrüßen. Die Pelikane werden munter, watscheln zielstrebig ins Wasser. Sie haben Tierpfleger Martin Schneider entdeckt. In jeder Hand trägt er einen Eimer.

Im Park gibt es 22 Kontinente, die Besucher entdecken können. Beliebt bei Groß und Klein sind die Schaufütterungen.

Der „umgeschulte Soldat“ freut sich über seine „gelungene Integration ins zivile Leben“, die 2014 mit der Ausbildung im Vogelpark Marlow begann. Heute füttert er die Pelikane mit Weißfisch und die Gäste mit Information. Warum die großen Vögel im Sommer fast weiß sind, verrät er – und dass „Manni“ und „Achilles“ aus dem Ei geschlüpft sind.

Minipapageien vom anderen Ende der Welt

Wenig später in Australien: „Guck mal!“, sagt Josie und dreht sich vorsichtig zu ihren Eltern um. Zwei, drei, jetzt sind es sogar vier Wellensittiche balanciert sie auf einem einzigen Hirsekolben. Die geselligen Minipapageien vom ziehmlich anderen Ende der Welt werden im Marlower Freigehege wieder zu geheimnisvollen Exoten. Sie sind es, die hier größere und kleinere Leute als Gäste empfangen.

Katja Tempel und Thomas Wolf aus Grimma gehören dazu. Regelmäßig besuchen sie mit Josie den Vogelpark: „Sie kann hier die Vögel hautnah erleben. Es gibt kaum Käfige, die offenen Anlagen sind toll“, erklärt die Mama, während ihre Siebenjährige mittendrin das große Flattern genießt.

Das Spiel von Nähe und Freiraum

Das Konzept ist aufgegangen. Maximale Nähe zu den Menschen bei größtmöglichem Freiraum für die Tiere – das ist eines der Prinzipien, die Parkleiter Matthias Haase in „seinem“ Vogelpark umsetzt. Nach der Wende erfüllte er sich seinen Traum vom Zoo vor der eigenen Haustür und kombinierte diesen mit seiner Erfahrung als Tierpfleger im Rostocker Zoo.

Derzeit bevölkern neben 120 Vogelarten – vom kleinen Zebrafinken bis zum großen Strauß – auch Kamele, Kattas, Krallenaffen, Kaninchen und Kängurus den großzügigen Park ebenso wie Präriehunde oder Alpakas. Während sich der kleine Tommi gerade in die Meerschweinchen verguckt, sorgen kuschelige Schafe und freche Ziegen im Streichelzoo für Begeisterung. Da toben die Jüngsten quietschvergnügt mit den Paarhufern über Findlinge, während die Eltern versuchen, Lämmer und Kinder mit Leckerli zu zähmen. Jeden Vormittag werden hier in der Haustiershow teils unbekannte Rassen vorgestellt und Hütehund „Frodo“ treibt eine Gruppe bunt gemischter Böcke an den Besuchern vorbei.

Weiter nach Neuseeland

High Noon bei den Antipoden. Zuhause in Neuseeland knabbern sie gern die Gummis an Autos an, hier haben die Keas ein eigenes. Die geschützten Vögel gelten als schlau. Auch wenn sie sich zuweilen wie kleine „Raubvögel“ benehmen, ihre Füße weisen Keas als Papageien aus. Im Vogelpark zeigen sie bei der Schaufütterung unter anderem bandenmäßiges Eimer-Plündern.

Mittags in Marlow – das bedeutet „natürlich tolle Flugshows“, hatte Josies Mutter vorhin noch erzählt. Eine slawische Burg ist Kulisse für den lautlosen Flug des Uhus, den Sturzflug des Falken und den majestätischen Flug des Weißkopfseeadlers. Deckung! Der Weißrückengeier segelt dicht über die Köpfe hinweg.

22 Kontinente, regionale Produkte

Wer sich für eine große Expedition mit buntem Bollerwagen entschieden hat, kann seine Vorräte bequem durch den Park ziehen und sich ein geeignetes Plätzchen suchen – mit Kindern am besten in Spielplatznähe. Andere Spaziergänger haben die Wahl zwischen bis zu fünf Imbissen.

Das kulinarische Angebot reicht von Pizza und Flammkuchen bis Schnitzel und Grützwurst. In der beliebten Loribar (Eis, Kuchen, Waffeln, Würstchen, Pommes) pfeifen die bunten Vögel den Dschungelsound zum hausgemachten Heidelbeereis. „Wir versuchen, möglichst regionale Produkte anzubieten“, erläutert Matthias Haase. Sein Eis macht der Vogelpark sogar selbst, Mango sei der Renner.

Die österlichen Schneeschäden auch in der Lori-Anlage sind noch nicht gänzlich beseitigt. Die vierjährige Johanna stört das nicht. Gerade hat sie einen der bunten Vögel überzeugt, aus ihrem Becherchen zu trinken: „Dabei ist das doch nur Wasser!“ Seitdem um 10 Uhr die Parktore öffneten, ist die Thüringerin mit ihrer Familie auf Entdeckungstour in der Vogelwelt, die gleich mehrere Kontinente auf 22 Hektar vereint. Es ist Nachmittag geworden und noch fehlen Präriehunde, Pinguine, Emus – ein Tag ist nicht genug. Wie schön, dass es im Vogelpark urige Übernachtungsmöglichkeiten gibt – wie Baumbett, Storchennest, Masoalalodge und Keahöhle!

Schülermann Philip

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