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Ribnitz-Damgarten Auge in Auge mit einem Wolf
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Auge in Auge mit einem Wolf
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07:24 16.07.2013
Mona und Marc aus Karlshagen (Insel Usedom) sind beeindruckt vom Wolf. Für das Präparat musste extra eine neue Glasvitrine gebaut werden. Dafür gaben der Kultur- und Heimatverein und Semcoglas Bad Sülze Unterstützung. Quelle: Edwin Sternkiker
Bad Sülze

Dass sie während ihres Tagesausflugs auf einen Wolf treffen würden, hätten Mona und Marc Ebermann nun gar nicht erwartet. Aber in Bad Sülze begegnete ihnen und ihren Eltern einer. Im Salzmuseum. Da steht hinter Glas ein Prachtexemplar, das 1999 im Kreis Uecker-Randow erlegt wurde. Der Wolf ist eine Leihgabe aus der Sammlung der Rostocker Universität und der Hingucker in der neuen Sonderausstellung zum Thema „Die Tier- und Pflanzenwelt des Grenztalmoores“.

Die Rostocker Uni- Sammlung hat weitere Leihgaben beigesteuert, so unter anderem auch einen Marderhund. Der ausgestopfte Biber, der neben dem Wolf steht, stammt hingegen aus der Sammlung des Salzmuseums. Der hatte die „Vorfahrt“ nicht beachtet und war von einem Auto überfahren worden, erzählt Sigrid Külper.

Für sie ist es nach dem Ausscheiden der langjährigen Museumsleiterin Marlies Lenz die erste Ausstellung, die sie selbstständig zu verantworten hat. Da sie die Flora und Fauna des Grenztalmoores schon immer interessiert habe, habe sie nicht lange nach einem Thema suchen müssen, erzählt sie. Außerdem: „Salzgewinnung und Moor waren früher eng miteinander verknüpft. Denn um aus der aus der Erde geförderten Salzsole Salz herauskochen zu können, war jede Menge Brennmaterial nötig. Das lieferte das Moor in Form von Torf.“

Nicht nur in der Rostocker Universität stieß Sigrid Külper mit ihrer Bitte um Bereitstellung von Ausstellungsstücken auf offene Ohren. Unterstützung gaben unter anderem auch der Hobbyornithologe Richard Maag und Dr. Andreas Osterland von der Unteren Naturschutzbörde der Kreisverwaltung Vorpommern-Rügen. Letzterer sorgte dafür, dass auch Schmetterlinge und Käfer gezeigt werden können.

Die Pflanzenwelt des Grenztalmoores kommt in der Sonderausstellung ebenfalls nicht zu kurz. Ausgangsbasis ist eine Moor-Pflanzenübersicht aus dem Jahr 1849 von Franz Koch, entnommen dem Archiv des Vereins der Freunde der Naturgeschichte in Mecklenburg Band 3/1849. Dann werden die Besucher in die 1950er- und 1960er-Jahre mitgenommen und auch in die heutige Zeit.

In der Ausstellung wird weiterhin auf die Themen Artenschutz, Beringung und Wiederfinden der beringten Tiere eingegangen. Dass Külper übrigens unbedingt einen Wolf in der Ausstellung haben wollte, hat seinen Grund: Im Mai 1989 erlegte Peter Szewczyk aus Bad Sülze bei einem Abendansitz auf einer Fläche vor dem unzugänglichen Moorgebiet einen vermeintlichen „Hund“. Als er das erlegte Tier dann vor sich hatte und genauer anschauen konnte, kam eine Vorahnung in ihm auf: Vielleicht doch ein Wolf? Aus der Vorahnung wurde Gewissheit: Tatsächlich, vor ihm lag ein Wolfsrüde.

Edwin Sternkiker

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