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Aus Feiningers Perspektive die Stadt entdecken

Ribnitz-Damgarten Aus Feiningers Perspektive die Stadt entdecken

Auf den Spuren des Bauhaus-Künstlers Lyonel Feininger: Rundgang mit zehn Stelen in Ribnitz wurde offiziell eröffnet.

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Ribnitz-Damgartens Bürgermeister Frank Ilchmann (v.l.), Tobias Woitendorf vom Tourismusverband MV und Rolf Günter, Vorsitzender des Ribnitz-Damgartener Kunstvereins, eröffneten den Feininger-Rundgang.

Quelle: Robert Niemeyer

Ribnitz-Damgarten. Seit einigen Wochen schon wurde gerätselt, was es denn auf sich hat mit den gelben, roten und blauen Tafeln, die mehr oder weniger plötzlich in den Straßen Ribnitz-Damgartens auftauchten. Manchem Neugierigen blieb das Geheimnis nicht verborgen, am Donnerstag wurde es offiziell gelüftet. Im Schatten der Ribnitzer Klosterkirche eröffneten die Stadt und der Kunstverein Ribnitz-Damgarten den neuen Feininger-Rundweg, ein Kunstspaziergang auf den Spuren des weltbekannten Bauhaus-Künstlers Lyonel Feininger.

DCX-Bild

Auf den Spuren des Bauhaus-Künstlers Lyonel Feininger: Rundgang mit zehn Stelen in Ribnitz wurde offiziell eröffnet.

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Zehn Stelen wurden in der Ribnitzer Innenstadt aufgestellt. Das Markante: Durch ein rechteckiges Loch in jeder Stele können Neugierige den Blickwinkel des Künstlers einnehmen. Im Sommer 1905 war Lyonel Feininger zum ersten Mal in Ribnitz-Damgarten. Während seiner zahlreichen Besuche fertigte er an verschiedenen Orten Bilder an, die unter anderem im Feininger-Kabinett in der Kunstgalerie im Kloster zu sehen sind.

Bewusst auf Abbildungen verzichtet

Und in der Begleitbroschüre zu dem Rundgang, die in der Galerie und in der Touristinfo am Ribnitzer Markt zu bekommen ist. Denn die wird benötigt, wenn der Betrachter die Perspektive einnehmen möchte, die seinerzeit der Künstler einnahm.

„Wir haben bewusst auf Abbildungen auf den Stelen verzichtet“, erklärte Rolf Günter, Vorsitzender des Kunstvereins. Der Betrachter solle sich selbst ein Bild machen. „Der Rundgang ist kein passiver Weg“, so Günther. Er solle stattdessen auch dazu einladen, selbst zum Zeichenblock zu greifen. Erste Anmeldungen von Schulklassen, die Zeichenprojekte durchführen möchten, gebe es bereits.

Neben dem Feininger-Kabinett und dem 2016 erschienen Buch „Lyonel Feininger in Ribnitz und Damgarten“ sei ein solcher Rundgang der nächste logische Schritt, so Bürgermeister Frank Ilchmann. Die Umsetzung des Projektes kostete rund 53000 Euro. Gut 44000 Euro davon wurden über das EU-Programm Leader gefördert. Die Stadt übernahm den Rest. 2015 war die Idee entstanden, von Dezember 2017 bis April 2018 wurden die Stelen gebaut.

Weitere Zeichnung für die Galerie

Es empfehle sich, an dem Thema dranzubleiben, meinte Tobias Woitendorf, stellvertretender Geschäftsführer des Tourismusverbands Mecklenburg-Vorpommern. Ribnitz-Damgarten habe in den vergangenen Jahren einige Argumente geschaffen, um Urlauber anzulocken. „Bauen Sie Feininger aus, bauen Sie die Stadt weiter aus“, sagte Woitendorf.

Das wird bereits am 25. April geschehen. Dank der Stiftung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung ist nämlich eine weitere Zeichnung Feiningers gesichert worden. Sie wird der Kunstgalerie zur Verfügung gestellt.

Wer war Lyonel Feininger?

Lyonel Charles Adrian Feininger wurde am 17. Juli 1871 in New York geboren und starb dort auch am 13. Januar 1956. Feininger war ein deutsch-amerikanischer Maler, Grafiker und Karikaturist. Ab 1909 war er Mitglied der Berliner Secession. Mit seinen Arbeiten am Bauhaus seit 1919 gehört er zu den bedeutendsten Künstlern der Klassischen Moderne.

Mit 36 Jahren kam Feininger zur Malerei. Zuvor war er lange als kommerzieller Karikaturist für diverse deutsche, französische und US-amerikanische Zeitungen und Zeitschriften tätig.

Erstmals nach Deutschland kam Feininger mit 16 Jahren. Er blieb in Europa (u. a. Berlin, Paris, Weimar) bis er 1937 das nationalsozialistische Deutschland verließ. In der Zeit des Nationalsozialismus galten Feiningers Werke offiziell als „Entartete Kunst“.

Die Sommermonate verbrachte Feininger gerne an der Ostseeküste, etwa auf Rügen oder auf Usedom. Auch Ribnitz-Damgarten gehörte zu seinen Urlaubsaufenthalten.

Niemeyer Robert

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