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Ribnitz-Damgarten Austritt aus Tourismusverein?
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Austritt aus Tourismusverein?
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14:42 16.10.2017
Mitglieder der Gemeindevertretung Ahrenshagen-Daskows sind gegen einen Verbleib der Gemeinde im Tourismusverein Vogelparkregion-Recknitztal. Quelle: Peter Schlag
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Ahrenshagen-Daskow/Marlow

Zweckverband in klein? Die Gemeinde Ahrenshagen-Daskow scheint offenbar den Tourismusverband Vogelparkregion Recknitztal verlassen zu wollen. Noch muss zwar die Gemeindevertretung diesen Schritt beschließen. Doch der Bauausschuss der Gemeindevertretung hat nun empfohlen, nicht der neuen Satzung des Tourismusvereins zuzustimmen. Grund ist vor allem, dass sich die Beiträge für die Mitglieder des Tourismusvereins erhöhen sollen. Das sind neben Privatunternehmen, etwa der Vogelpark Marlow oder die Senfmühle in Schlemmin, auch mehrere Gemeinden in der Region. Zahlt Ahrenshagen-Daskow derzeit noch 72 Euro pro Jahr, sollen es mit der neuen Beitragsstruktur 516 Euro jährlich sein. Zu viel für das, was der Verein der Gemeinde biete, so die mehrheitliche Meinung der Bauausschussmitglieder.

Kosten/Nutzen

„Es ist schwierig, einen Nutzen für die Gemeinde herauszustellen“, meint Sandra Schröder-Köhler, Vorsitzende des Ausschusses. „Einen Nutzen sehe ich nicht. Das Geld sollten wir sparen“, sagt Ausschuss-Mitglied Andreas Schulz. „Der Tourismusverein ist für unsere Gemeinde nicht wichtig“, sagte Frank Strobel, ebenfalls Ausschuss-Mitglied.Zumindest aus Privat-Unternehmer-Sicht sei der Tourismusverein lohnenswert, meinte dagegen Roberto Siebenbürgen, Mitglied des Gremiums und mit seinem Honig- und Kürbishof im Gutshaus Behrenshagen als Privatunternehmer Mitglied im Tourismusverein Vogelparkregion-Recknitztal. „Bei einigen Urlaubern sind wir dadurch bekannt geworden“, sagt Siebenbürgen. „Für die Entwicklung des Tourismus halte ich den Verein für gut und förderlich.“ Gleichwohl habe er als Gemeindevertreter ein Problem damit, dass die Mitglieder zunächst mit Förderung und geringen Mitgliedsbeiträgen geködert würden, um dann später mehr zahlen zu müssen, weil die Förderung wegbricht. „Die Beitragserhöhung ist ein zu großer Sprung.“

Geduld oder Absprung

Zu Geduld mahnt dagegen Gunnar Stendel, sachkundiger Einwohner in dem Ausschuss. „Das ist ein junger Verein. Noch ist nicht viel Geld reingeflossen.“ Man sollte erstmal abwarten, wie sich der Verein mit einer größeren finanziellen Ausstattung entwickle. Ähnlich sieht das Norbert Schöler, Bürgermeister von Marlow und Vorsitzender des Tourismusvereins. „Wir hoffen auf die Einsicht, dass das, was der Verein macht, für 72 Euro nicht zu haben ist“, so Schöler. Im Ehrenamt sei das, was der Projektkoordinator Martin Hagemann leiste, nicht zu schaffen.

In der Gemeinde Ahrenshagen-Daskow herrscht zudem die Meinung, dass es kaum touristische Angebote gebe, die sich über den Verein bewerben ließen. Die Wasserwanderrastplätze in Pantlitz und Daskow seien da zu nennen. Doch deren baulicher Zustand lasse zu wünschen übrig. Erst 2019 könne dort wieder investiert werden, weil erst dann wieder Fördermittel für eine Sanierung eingeworben werden könnten.

Dem Mangel an Angeboten entgegnet Schöler mit der Zukunft. In Gruel soll eine Naturschutzstation entstehen, die der Landkreis gemeinsam mit dem Naturschutzbund Nabu und der Gemeinde aufbaut. Neben dem Schutz der Natur im Recknitztal soll es hier auch touristische Angebote geben, etwa Führungen. „Wenn der Landkreis sich für diesen Standort entscheidet, dann ist das auch etwas, was über den Tourismusverein wahrgenommen wurde“, so Schöler. Er hoffe, dass die Gemeindevertretung, die am Ende endgültig beschließt, sich anders als der Bauausschuss entscheidet. Es solle auf jeden Fall nochmal das Gespräch zwischen Gemeinde und Tourismusverband gesucht werden.

Entscheidung im November

Anfang November soll auf der nächsten Mitgliedsversammlung des Tourismusvereins über die neue Beitragsstruktur abgestimmt werden. Zuvor tagt die Gemeindevertretung Ahrenshagen-Daskow.

Grund für die Erhöhung der Beiträge im Tourismusverband ist, dass 2020 die EU-Förderung der Stelle des Projektkoordinators ausläuft. Die aktuelle Rechnung sieht vor, dass die Mitgliedsgemeinden 25 Cent pro Einwohner als Mitgliedsbeitrag zahlen, bei einer Kappung bei 1500 Euro. Ribnitz-Damgarten müsste nämlich beispielsweise 6000 Euro zahlen. Das wäre auch für die Verantwortlichen in der Bernsteinstadt zu viel. Der Tourismusverein wurde 2013 gegründet. Die Mitgliederzahl wuchs von anfangs 24 auf mittlerweile fast 100 an.

Robert Niemeyer

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