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Ribnitz-Damgarten Bäderregelung: Barth und Ribnitz-Damgarten sind raus
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Bäderregelung: Barth und Ribnitz-Damgarten sind raus
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14:35 10.01.2019
Der Ribnitzer Hafen im Sommer: Die Bernsteinstadt ist auch bei Touristen beliebt. Doch für ausreichend Umsatz an Sonntagen reicht es nicht. Quelle: Ernst Fischer
Ribnitz-Damgarten/Barth

Sie ist ein viel diskutierter Kompromiss, die neue Bäderregelung, die ab dem 15. April in Mecklenburg-Vorpommern gelten soll. Nicht nur, dass Geschäfte in den Ferienorten in MV ab dann nur noch an 26 statt wie bisher an 32 Sonntagen geöffnet haben dürfen. Die Orte, in denen Sonntagsöffnungen erlaubt sind, wurden darüber hinaus von 79 auf 72 reduziert. Zu den aus der Bäderregelung gestrichenen Orten gehören auch Barth und Ribnitz-Damgarten. Hier dürfen dann die Geschäfte nicht mehr am Sonntag öffnen. Größere Auswirkungen dürfte das allerdings nicht haben.

Denn in den beiden Erholungsorten haben die Geschäfte bis auf wenige Ausnahmen ohnehin nicht am Sonntag geöffnet. „Das lohnt sich nicht“, sagt Sarah Weck, Inhaberin eines Deko- und Modegeschäfts in der Ribnitzer Innenstadt. Zu wenige Geschäfte wären offenbar bereit, ebenfalls am Sonntag zu öffnen. Nur wenn möglichst viele Einzelhändler mitziehen, könnten sich Sonntagsöffnungen auszahlen. Bereits am Sonnabend sei das Geschäft schwierig. Die meisten Läden in Ribnitz schließen dann bereits um die Mittagszeit. „Wir haben Sonntags auch nie aufgehabt“, sagt Birte Buchin, Inhaberin eines Schuh-Geschäfts in der Langen Straße in Ribnitz. Die Kosten für das Personal an diesem Tag würden durch den Umsatz nicht gedeckt werden.

„Die Sonntagsöffnung wurde von den Einzelhändlern nicht in Anspruch genommen“, sagt Silke Kunz, Tourismusmanagerin der Bernsteinstadt. Aufgrund dieser Rückmeldung an die Tourismusverbände wurde Ribnitz-Damgarten aus der Liste der Orte gestrichen, in denen die Bäderregelung gilt. Grundsätzlich sei die aktuelle Bäderregelung aber besser als die nun von Land und Gewerkschaften formulierte Kompromisslösung. „Einzelhändler sollten selbst entscheiden dürfen, ob sie sonntags öffnen oder nicht“, so Kunz.

Ähnlich sieht es in Barth aus. „Die neue Bäderregelung hat in Barth keine Auswirkungen, weil sie nicht genutzt wird“, sagt Nicole Paszehr, Tourismusmanagerin der Vinetastadt. Auch sie findet ganz jedoch grundsätzlich, dass eine Reduzierung der Sonntagsöffnungen in den Ferienorten negativ sei, dadurch Umsatz verloren gehe. Den aktuellen Kompromiss akzeptiere sie jedoch. Noch.

Denn bekanntlich wird sich in Barth in den nächsten Jahren touristisch enorm entwickeln. Vinetarium, Motel in der ehemaligen Zuckerfabrik, Ferienwohnungen im Speicher II: In den kommenden Jahren wird die Bettenzahl der Vinetastadt ansteigen. „Mittel- bis langfristig müssen wir für Barth die Bäderregelung zurückerkämpfen“, sagt Nicole Paszehr. Sonst würden die dann zahlreich vorhandenen Urlauber an Sonntagen zum Einkaufen in die Ostseebaäder fahren, Barth ginge Umsatz verloren. Allerdings müssten laut Paszehr dann auch die Einzelhändler mitziehen. „Aktuell sehen die Gewerbetreibenenden den nutzen noch nicht. In ein paar Jahren ist das vielleicht anders.“

Und es kann sich lohnen, sagt Meike Ihlau, Inhaberin der Bücherstube in Barth. Bis vor einem Jahr war die Buchhandlung in der Langen Straße sonntags geöffnet. Es stand zwar nur die Chefin selbst hinter dem Verkaufstresen. „Aber es kamen viele Urlauber, vor allem Fahhradtouristen.“ In Ribnitz-Damgarten, wo Ihlau auch die Wossidlo-Buchhandlung betreibt, würden sich Geschäftsöffnungen am Sonntag jedoch nicht lohnen.

Auch in Prerow, Zingst und Warnemünde betreibt Maike Ihlau eine Buchhandlung. Der Reduzierung der Sonntagsöffnungen auf 26 Sonntage sei hier jedoch ein Einschnitt. „Da geht Umsatz verloren“, sagt Ihlau.

Laut Ladenöffnungszeitengesetz Mecklenburg-Vorpommerns ist der gewerbliche Verkauf an Sonntagen grundsätzlich verboten. Vom allgemeinen Sonntagsöffnungsverbot ausgenommen sind aber beispielsweise Bäcker, Blumenläden, Tabak- und Zeitungsgeschäfte sowie Tankstellen. Die Bäderregelung formuliert für alle anderen Geschäfte Ausnahmen in Gebieten, die besonders vom Tourismus profitieren.

Robert Niemeyer

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