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Baptisten gründen Gemeinde in Barth

Barth Baptisten gründen Gemeinde in Barth

Der Tischler Christian Hinrich und Matthias Neumann sind als Gemeindeleiter aktiv. Es ist seit 70 Jahren die erste derartige Gründung in Mecklenburg-Vorpommern. Pfadfindergruppe wird derzeit aufgebaut.

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Eine Baptisten-Gemeinde wurde in Barth gegründet.

Quelle: Christian Hinrich

Barth. Es ist das erste Mal seit etwa 70 Jahren, dass sich in Mecklenburg-Vorpommern eine Baptisten-Gemeinde gründet. Christian Hinrich nahm sich dieser Aufgabe an. Nun ist die neue Gemeinde rechtmäßig anerkannt worden. Und das wird am Sonntag mit einem großen Gottesdienst und einem gemeinsamen Mittagessen gefeiert.

Bis 1990 gab es schon einmal eine Baptisten-Gemeinde in Barth

„Wer eine Kirche gründet, sieht sich vor der gleichen bürokratischen Herausforderung wie die Menschen, die eine Firma oder einen Verein gründen“, sagt der 34-Jährige. Er wuchs mit dem Glauben an Gott auf. Bis 1990, so sagt Christian Hinrich, habe auch in Barth noch die Freikirche der Baptisten existiert. Es sei eine recht große Gemeinde mit etwa 60 oder 70 Angehörigen gewesen – eine Zweitgemeinde, die zu Stralsund gehörte. Familie Hinrich war immer mittendrin. Sein Urgroßvater war Prediger in der evangelischen Religionsgemeinschaft. Sein Großvater war als Gemeindevorsitzender tätig. Doch als dieser starb, löste sich auch die baptistische Gemeinde in Barth auf.

Auch für die Baptisten steht das Wort Gottes in der Bibel. Sie gehören zum Bund der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde, doch es gibt auch Unterschiede zur katholischen und evangelischen Kirche. Die Gottesdienste sind offener und halten sich nicht an die Liturgie, also den traditionellen Ablauf evangelischer oder katholischer Gottesdienste. Es werden keine Kirchensteuern erhoben und bei den Baptisten sind auch Nicht-Gläubige herzlich willkommen. Ein weiterer markanter Unterschied ist wohl, dass Baptisten keine Kinder taufen. Erst wenn der Nachwuchs alt genug ist, sich selbstständig für den Glauben zu entscheiden und auch nachweisen kann, dass er danach lebt, kann er getauft werden. Dann wird nicht nur der Kopf, sondern der ganze Körper zu Wasser gelassen, entweder in einem Taufbecken oder in einem öffentlichen Gewässer. Christian Hinrich ließ sich im Alter von 14 Jahren taufen. Wo diese Zeremonie künftig in Barth stattfinden soll, weiß er allerdings noch nicht.

Auch Nicht-Christen sind herzlich willkommen

Gemeinsam mit seinen Eltern verbrachte der Barther Tischler viel Zeit in der baptistischen Gemeinde in Stralsund. Doch als der er heiratete und zwei Kinder bekam, das dritte wird im Sommer geboren, wuchs der Gedanke, wieder eine eigene Gemeinde in Barth aufzubauen. „Bis dato hatten wir einen Hauskreis, trafen uns also regelmäßig mit Gleichgesinnten im Wohnzimmer zu Bibellesungen oder anderen gemeinsamen Aktivitäten.“ Etwa 16 Menschen aus Barth und Umgebung gehörten dazu. Doch dann reifte ein Wunsch in Christian Hinrichs Kopf: „Wir wollen Barth bunter machen und etwas für die Stadt und die Menschen tun.“ Er ließ sich vom Referent für Gemeindegründung vom Bund für evangelische freikirchliche Gemeinden beraten und Klaus Schönberg gab ihm wertvolle Tipps. So wertvoll, dass die Gemeinde nun anerkannt wurde und ihre Mitgliederzahl wuchs: Bislang gehören 36 Erwachsene und 16 Kinder dazu. Die Kinder nehmen an den Gottesdiensten, die ein Mal monatlich stattfinden, teil. Aktuell feilen die Baptisten am Aufbau einer Pfadfindergruppe. Sie treffen sich auch zu Männerkreisen und Frauenstammtischen – dann gehen sie bowlen und kommen mit Nicht-Christen ins Gespräch.

Carolin Riemer

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