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Ribnitz-Damgarten Alte Fahrzeuge von Fotos und Gemälden flankiert
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Alte Fahrzeuge von Fotos und Gemälden flankiert
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04:14 13.09.2013
Christoph Zechlin betreibt das Museum am Wirtschaftshafen.
Barth

Barth — Christoph Zechlin ist 42 Jahre jung, hält sich mit täglichen Fahrradrundfahrten durch die Stadt Barth fit und versucht einen musealen Spagat: Technik und Kunst will er in seinem privaten Ausstellungshaus namens „Alte Zuckerfabrik“ vereinen. Die OZ befragte den Museumsleiter, wie das funktioniert.

OZ: Wie war die Besucherresonanz in diesem Sommer?

Christoph Zechlin: Hm. Na ja.

OZ: Also schlecht?

Zechlin: Sagen wir mal so: Wenn der Strandkorbvermieter lacht, weine ich. In diesem Sommer hat der Korbverleiher ganz laut gelacht. Aber: Schon der August brachte unser Technik- und Erlebnismuseum wieder an die Gästezahlen des Vorjahres. Und das, obwohl alle Kunst- und Kulturanbieter feststellen, dass das Freizeit-Angebot in den Dörfern und Städten inzwischen fast ein Überangebot wird.

OZ: Weswegen sollen denn nun die Gäste ausgerechnet in dieses Haus am Barther Wirtschaftshafen kommen? Wegen der die Sportlichkeit fördernden Treppen bis zum dritten Stock doch wohl weniger?

Zechlin: Weil ich — und seit diesem Jahr mit dem Verein „Freunde der Oldtimer, Kunst und des Abenteuers“ im Hintergrund — die Mischung von Technik und Kunst präsentiere. In der großen Halle stehen dicht an dicht Fahrzeuge unterschiedlicher Baujahre — von 1932 bis in die 80er-Jahre des vorigen Jahrhunderts — und Herkunftsländer. In der ersten Etage stellt der Fotograf Niklas Reiners die außergewöhnliche Fotoschau „Wracks“ aus. Eine weitere Sonderausstellung befasst sich mit dem Schicksal der „Titanic“. Und im Rahmen des Kunstmottos „Blickwinkel — mal anders gesehen“ sind unterm Dach über 60 Arbeiten des in Berlin lebenden Malers Kai Peter-René Bagsik zu sehen. An den schmucklosen Wänden der kahlen Räume wirken die surrealistischen Bilder besonders.

OZ: Noch ist ja in einigen Bereichen dieses gewaltigen Gebäudes Platz. Gibt es da auch schon Pläne?

Zechlin: Der noch freie Saal ganz oben wartet förmlich auf Künstler aus der Region, die hier ganz individuelle Ausstellungsflächen vorfinden. Einfach bei mir melden, und schon kann das klappen.

OZ: Die Eisenbahnfähre „Wittow“ neben der Halle wird auseinander gebaut. Soll das Denkmal etwa verschrottet werden?

Zechlin: Im Gegenteil. Für komplette Überholungsarbeiten muss das Schiff zerlegt werden und soll dann in neuem Glanz erstrahlen.

Autos, Ausstellung, Abenteuer
2005 öffnete das private Technik- und Erlebnismuseum am Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik in Barth seine Pforten.

4000 Quadratmeter Ausstellungsfläche auf drei Geschossen stehen zur Verfügung. Auch ein überdachter Spielplatz gehört zum Angebot.

10 Meter hoch ist die Halle, die den zwei- und vierrädrigen Fahrzeugen aus West und Ost vorbehalten ist. Fast alle Motorräder und Autos sind fahrbereit. Zechlin: „Bei uns stehen die Fahrzeuge wie zuletzt gefahren.“

1937 wurde das Backsteingebäude als Zellmühle für die Wehrmacht gebaut. Es wurde dann von drei Armeen als Materiallager für Kleidung und für Unterkunftsgegenstände genutzt.

Wenn der Strandkorbvermieter lacht, weine ich.“Christoph Zechlin über

Ausstellungsbesuche

Künstler werden gesucht
„Kunst trifft Technik“, 2012 als Reihe eingeführt, heißt jetzt „Blickwinkel — mal anders gesehen“. Museumsbetreiber Christoph Zechlin plant, recht schnell mehr Künstlern aus der Region ein Podium zu bieten. Wer sich am Kunstherbst 2013 beteiligen möchte, sollte sich bitte an Christoph Zechlin wenden. Gemeinsam wird entschieden, ob das Angebot zum Profil des Museums passt.

Informationen: Christoph Zechlin, Technikmuseum, Am Wirtschaftshafen 3, Barth. ☎ 0177 8 91 93 30.

Interview von Hans-Joachim Meusel

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