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EU-Preis: Das Publikum stimmt mit ab

Barth EU-Preis: Das Publikum stimmt mit ab

Unterstützer der Barther Kirchenbibliothek können ihr Votum im Internet abgeben.

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In der Barther Kirchenbibliothek: Jochen Bepler von der Dombibliothek Hildesheim (vorn) und Dr. Christian Heitzmann, Leiter der Handschriftensammlung der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel. Beide gehören dem fachlichen Beirat des Fördervereins an. Fotos (4): Detlef Lübcke

Barth. Als „große Ehre“ bezeichnete Professorin Ulrike Volkhardt gestern die Vergabe des EU-Preises für den Erhalt kulturellen Erbes an den Förderverein der Kirchenbibliothek St.

Marien Barth. Zu seiner Auszeichnung gab der Förderverein am Nachmittag eine Pressekonferenz. Volkhardt ist dessen 1. Vorsitzende.

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„Die Bücher müssen nach und nach restauriert werden.“ Ulrike Volkhardt, 1. Vorsitzende des Fördervereins

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Mit der Verleihung des „Europa Nostra Award 2014“ werde das ehrenamtliche Engagement des Vereins gewürdigt, sagte die Hannoveraner Musikerin. Mithilfe eines renommierten Fachlichen Beirates und prominenter Förderer habe er in nur vier Jahren die vom Verfall bedrohte Bibliothek gerettet und saniert. „Hierzu wurden gemeinsam mit der Gemeinde rund 400 000 Euro akquiriert“, informierte Volkhardt.

Der Preis wird dem Verein am 5. Mai im Wiener Burgtheater von der EU-Kommissarin Androulla Vassiliou und dem Europa-Nostra-Präsidenten Plácido Domingo überreicht. „Die Höhe des Preisgelder wird erst dort bekannt gegeben“, sagte Ulrike Volkhardt.

Außer dem von der Jury zuerkannten Preis wird ein Publikumspreis verliehen. Dieser Preis wird per Online-Abstimmung ermittelt. Unterstützer der Barther Kirchenbibliothek können ihr Votum abgeben.

„Der ‘Europa Nostra Award‘ unterstreicht die in Vergessenheit geratene gesamteuropäische kulturelle Bedeutung der Stadt Barth“, betonte Volkhardt. Im Ostseeraum gelegen, sei Barth immer ein geistiges Zentrum und Treffpunkt europäischer Geistesgrößen gewesen.

Große Freude ebenfalls bei Bürgermeister Stefan Kerth. „Das ist ein Ritterschlag für die Stadt. Ich bin unendlich stolz auf diese Wertschätzung“, betonte Kerth auf der Pressekonferenz.

Der Förderverein informierte hier auch über seine Initiative „Biblioteca Bardensis (1398) Rettung — Sanierung — Nutzung“, für die er ausgezeichnet wird. Der historische Bibliotheksraum sei baulich saniert, die Ausmalung restauriert, der Raum mit neuen Regalen und einer Klimatisierung versehen worden. „Die Klimatisierung genügt höchsten konservatorischen Maßstäben“, unterstrich Volkhardt. Die von Schimmel befallenen Bücher seien im Zentrum für Bucherhaltung Leipzig gereinigt worden. Während der baulichen Sanierung seien sie in einer Klimakammer in der Kirche zwischengelagert und nach Fertigstellung des Raumes wieder aufgestellt worden.

„Teile des Buchbestandes wurden bereits digitalisiert und sind online einzusehen“, erklärte Ulrike Volkhardt. Die Digitalisierung werde in Zusammenarbeit mit den Universitätsbibliotheken Greifswald und Rostock fortgesetzt. Die Katalogisierung und Einarbeitung in einen elektronischen Katalogverbund seien in der Planungsphase.

Zum Bestand der Barther Kirchenbibliothek sollen noch wertvolle Bände umliegender Gemeinden hinzukommen. Für sie werde in der Marienkirche ein adäquates Aufbewahrungszentrum geschaffen. Mit den ebenfalls historisch bedeutsamen Kirchenbibliotheken in Wolgast und der Bibliothek des Geistlichen Ministeriums solle langfristig eine Art Bibliotheksdreieck gebildet werden.

Für die Allgemeinheit sei die Bibliothek durch eine Glastür, durch Ausstellungsvitrinen und Informationsstelen sichtbar gemacht worden. Regelmäßig würden Führungen durch eine Diplombibliothekarin angeboten.

Der Förderverein der Kirchenbibliothek bittet weiterhin um Spenden. „Die zunächst gereinigten und geretteten Bücher müssen nach und nach restauriert werden“, begründete Volkhardt. Hierfür werde zurzeit ein Programm erarbeitet.

Wer helfen möchte, kann entweder einen kleinen Beitrag zur Restaurierung spenden oder aber größere Summen für jeweils einen konkreten Band übernehmen. Auch das Preisgeld des „Europa Nostra Awards“

soll hierfür verwendet werden.

• Internet:

vote.europanostra.org

Einziger deutscher Preisträger kommt aus Barth
Die Europäische Union lobt alljährlich den prestigeträchtigen „Europa Nostra Award“ für die Erhaltung
kulturellen Erbes aus. Hiermit werden herausragende europäische Projekte ausgezeichnet, die historisch bedeut-
same, aber bedrohte Bauwerke und Einrichtungen bewahrt haben.
2014 wird unter 27 Prämierten als einziger deutscher Preisträger der Förderverein der Kirchenbibliothek St. Marien Barth für seine Initiative ausgezeichnet.
Im Sommer will der Förderverein Preis und Projekt in Barth präsentieren.

 



Detlef Lübcke

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In der Barther Kirchenbibliothek: Jochen Bepler von der Dombibliothek Hildesheim (vorn) und Dr. Christian Heitzmann, Leiter der Handschriftensammlung der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel. Beide gehören dem fachlichen Beirat des Fördervereins an.

Unterstützer der Barther Kirchenbibliothek können ihr Votum online abgeben. Die sechs Hauptgewinner bekommen 10 000 Euro.

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