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Ribnitz-Damgarten Im Technikmuseum gehen die Lichter aus
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Im Technikmuseum gehen die Lichter aus
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00:00 27.10.2015
Zur Titanic-Ausstellung gehört ein sechs Meter großes Modell des Schiffes.
Barth

Aus und vorbei: Das Technikmuseum in Barth schließt. Am Sonntag, 1. November, ist nach zehn Jahren Schluss. Dann hat das Museum in der ehemaligen Zuckerfabrik seinen letzten Öffnungstag.

„Grund sind Immobilienstreitigkeiten um Besitztumsverhältnisse und überzogene Pachtforderungen des privaten Grundstückseigentümers“, erklärt Christoph Zechlin. Er ist Chef des Vereins der Oldtimer-, Kunst- und Abenteuerfreunde. Der Verein betreibt das Technikmuseum. Es hat über 4000 Quadratmeter Ausstellungsfläche.

Der Streit ziehe sich schon seit Längerem hin. „So was zehrt an den Nerven. Ich will mir diese Belastung nicht mehr länger antun“, sagt Zechlin. Deshalb habe er beschlossen, den Museumsbetrieb zu beenden und auszuziehen.

Schade für Barth. Denn die Boddenstadt verliert mit dem Technikmuseum am Wirtschaftshafen einen großen Anziehungspunkt. Jährlich kamen von April bis September 15 000 Besucher.

Bis zum Jahresende soll alles raus sein. Die Ausstellung auf 250 Quadratmetern zum Bau, Luxus und Untergang der „Titanic“ will Zechlin erst mal zwischenlagern. „Mal schauen, was sich ergibt“, sagt er. Die meisten Oldtimer aus der 1400 Quadratmeter großen Fahrzeughalle gehen zurück an ihre Besitzer. Die alten Autos sind überwiegend Leihgaben. Für seine eigenen Oldtimer hat Zechlin bereits Abnehmer gefunden. Norddeutschlands größte Playmobil-Ausstellung mit über 1500 Figuren ist bereits abgebaut.

„Ich sehe meinen Entschluss mit einem lachenden und weinenden Auge“, sagt Zechlin. Er verweist auf den Titel „Bleibt alles anders“ von Herbert Grönemeyer, einem seiner Lieblingssänger. Da heißt es:

„Stillstand ist der Tod, geh' voran “ Er wolle nach vorn blicken, und nach über einem Jahrzehnt Technikmuseum erlaube die Zeit nun Veränderungen.

Der 44-Jährige will sich jetzt erst einmal eine Auszeit gönnen — eine Kreativpause, wie er es nennt. „Diese Zeit wird mir gut tun“, ist er sich sicher. „Mal sehen, vielleicht werde ich danach Starkoch im Fernsehen, als Künstler für Aufsehen sorgen oder eine Werkstatt eröffnen, alles ist möglich“, sagt er scherzhaft. Vor allem aber will er sich nun einen langgehegten Wunsch erfüllen: eine Weltreise. „Diese Idee verfolge ich schon seit meinem 25. Lebensjahr“, verrät Zechlin.

Trotzdem, das Museum zu schließen, ist für Zechlin ein schmerzhafter Schritt. Er denkt auch an seine beiden Saisonarbeitskräfte, die ihren Job verlieren.

„Es hat unheimlich viel Spaß gemacht in den zehn Jahren und ich habe hier viel erlebt“, blickt der gebürtige Hamburger zurück. Er habe in Barth wunderbare, freundliche Menschen kennenlernen können.

„Klar, auch Meckerer hat es unter den Besuchern gegeben“, sagt Zechlin. „Aber wir haben nun mal nicht den Anspruch, ein Hochglanzmuseum zu sein. Bei uns stehen die Fahrzeuge wie zuletzt gefahren, mit ihren Narben der Zeit“, erläutert er. Das sei auch im Flyer des Museums so erklärt.

„Einmal wollten zwei Besucher Teile aus einem Oldtimer ausbauen — mit der Begründung, dass Ersatzteilgewinnung früher in der DDR auch so üblich gewesen wäre“, erzählt Zechlin kopfschüttelnd. Diese Begebenheit könne er selbst heute noch kaum begreifen. Zechlin konnte die beiden gerade noch davon abbringen.

Sechs Monate im Jahr jeden Tag geöffnet zu haben, hätte Kraft gekostet. „Das merke ich schon“, gesteht Zechlin ein. Seit 15 Jahren zeigt er Ausstellungen. Seit 2005 in Barth, davor in Peenemünde auf Usedom. Seine Titanic-Ausstellung, zu der ein sechs Meter großes Modell des Schiffes gehört, hat er von dort mitgebracht. Sie war bereits in Peenemünde ein Zugpferd.

Der Auszug bis Jahresende werde noch jede Menge Arbeit bereiten. „Sie glauben ja gar nicht, was sich da alles im Fundus ansammelt“, beschreibt er. Von vielen Antiquitäten aus dem Museumslager trennt sich der Verein jetzt schon. Ob alte Schiffslaternen, Feuerwehrpumpe oder seltenes Flugzeugteil — die Teile werden an der Museumskasse angeboten. Am 7. und 8. November wird es hier einen Kram- und Flohmarkt geben, wenn sich genügend Interessenten melden, die etwas verkaufen möchten (☎ 0177/8919330). Zechlin hofft, dass sich durch den Zulauf auch das übervolle Museumslager etwas schneller lichtet.

Ich gönne mir nun erst mal eine Auszeit.“ Christoph Zechlin (44), Chef des
Betreibervereins



Detlef Lübcke

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