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In Hessenburg entsteht ein Naturspielplatz

Hessenburg In Hessenburg entsteht ein Naturspielplatz

Tobias Borg gestaltet ein hölzernes Ei. Kinder können künftig das Leben eines Kranichs nachempfinden.

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Holzbildhauer Tobias Borg hebelt ein riesiges Holzstück vom dem Stamm der Kastanie. Der Barther gestaltet im Gutspark Hessenburg ein hölzernes Ei.

Quelle: Anika Hoepken

Hessenburg. Bildhauer Tobias Borg hebelt mit einer großen Stange das riesige Holzstück vom Stamm. „Das wiegt etwa 250 Kilo“, schätzt der Künstler. Im Gutspark in Hessenburg baut der 49-Jährige gerade ein Ei aus einer alten Kastanie. „Der Baum hatte einen Durchmesser von 1,30 Meter und war etwa vier Meter hoch. Von innen war er tot und ganz hohl“, berichtet der Barther. „Eine Kugel zu machen ist einfach, aber ein Ei. Das ist eine Herausforderung. Das wird ganz schnell eine Kartoffel.“

Das hölzerne Ei soll Teil eines ganz speziellen Naturspielplatzes im Gutspark werden. Kinder ab zehn Jahren können hier das Leben eines Kranichs nachempfinden. Die erste Station: Aus dem Ei schlüpfen. Deshalb gestaltet der Holzbildhauer das Ei auch so, als wenn es schon geköpft ist. „Die Kinder können dann hineinkrabbeln“, erklärt Bettina Klein, die Besitzerin des Gutshauses Hessenburg.

„Die Spitze soll direkt daneben auf dem Rasen liegen. Es soll so echt wie möglich aussehen.“

Für den Bildhauer ist das Knochenarbeit. „Ich habe von dem Baum zunächst alles abgeschnitten, was ich nicht brauche, beispielsweise große Äste. Dafür nehme ich eine große Mörderkettensage, nach und nach werden die Sägen dann immer kleiner“, erklärt der Barther Künstler die Vorgehensweise. „Das Ei wird am Schluss etwa 1,30 Meter hoch. Damit die Kinder auch ohne Probleme hineinklettern können.“

Die Idee zum Naturspielplatz kam Bettina Klein, als sie die vielen Freiflächen im Park sah. „ Ich habe überlegt, was ich damit machen kann. Früher waren hier überall große Obstbäume. Das haben mir Ortsansässige so erzählt. Zu LPG-Zeiten wurden sie aber alle abgeholzt“, berichtet die Besitzerin des Gutshauses. Etwas anpflanzen könne sie hier nicht mehr, weil die übrigen Bäume Schatten werfen.

Dass die riesige Kastanie in den Naturspielplatz integriert wird, sei Bettina Klein sehr wichtig gewesen. „Der Baum war sicherlich schon 150 Jahre alt. Vor drei, vier Jahren ist er bei einem Sturm auseinandergebrochen“, berichtet Klein. Nun habe er endlich wieder eine neue Funktion. In dem 4,5 Hektar großem Park sollen die Kinder spielerisch erfahren, wie ein Kranich aufwächst. „Zu jeder Station werde ich auch etwas schreiben, beispielsweise, dass Kraniche besondern gern in Sümpfen brüten“, sagt Bettina Klein.

Und nach dem Schlüpfen geht die Reise weiter. „An der nächsten Station werden kleine Baumscheiben liegen. Sie symbolisieren die kleinen, zaghaften Schritte, die die jungen Kraniche machen“, erklärt die Gutshausbesitzerin. Auf einem Tanzplatz können die Besucher des Naturspielplatzes den typischen Tanz der Vögel nachahmen und ganz am Schluss lernen sie dann fliegen.

Doch soweit ist es lange noch nicht. Bislang hört man nur das Rattern der Kettensäge von Tobias Borg und kann sehen, wie das Ei Gestalt annimmt. Eröffnet wird der Naturspielplatz nämlich erst am 28.

Juni zu der Veranstaltung „Offene Gärten“.

Programm im Gutshaus Hessenburg
Auch in diesem Jahr gibt es im Gutshaus Hessenburg wieder zahlreiche Veranstaltungen. Dies sind die Termine für April und Mai:



19. April: von 10 bis 17 Uhr, österlicher Kunsthandwerkermarkt im Gutshaus; Buffet in der Alten Schmiede
20. April: ab 11 Uhr Ostereiersuchen für Kinder im Gutspark
17. Mai: ab 15 Uhr Vortrag und Kinder-Archäologie; Peter und Thomas Kinkeldey: „Das Leben in der Jungsteinzeit“; Turmhügel und Spielplatz auf dem Gutshof; Eintritt frei
18. Mai: 11 Uhr Enthüllung der Werke von Nicole Schuck im Kranich Museum (Gutshaus, 1. Stock); Konzert Eva Zöllner, Akkordeon: „Gefaltetes Licht“ — musikalische Naturbeobachtungen
27. und 28. Mai: Workshop für Aktfotografie mit Pascal Beatens, im Rahmen des Umweltfotofestivals „Horizonte Zingst“

 



Anika Hoepken

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