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Kapitän gibt Kommando ab

Wirtschaft Kapitän gibt Kommando ab

Bernd-Peter Rahner (57) verlässt die Marinetechnikschule Parow. Er will künftig Fachkräfte für MV sichern.

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Einer der Höhepunkte als Kommandeur an der Marinetechnikschule: Das Jubiläum 100 Jahre Technische Marineschulen, als Bernd-Peter Rahner im Mai 2013 auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Phillip D. Murphy, US-Botschafter (vorne v. r.), begrüßen konnte.

Quelle: Christian Rödel

Parow — Führungswechsel an Deutschlands modernster Marineschule (MTS). Nach über vier Jahren Dienst in Parow übergibt Kapitän zur See Bernd-Peter Rahner (57) morgen das Kommando an Kapitän zur See Michael Möding. Heute ist die offizielle Abschiedsveranstaltung. Die OZ sprach mit dem scheidenden Kommandeur.

OSTSEE-ZEITUNG: Kurz nach Aufnahme ihres Dienstes an der MTS im Oktober 2009 haben Sie von einer Traumverwendung für jeden Marineoffizier gesprochen. War‘s das im Rückblick tatsächlich?

Bernd-Peter Rahner: Es ist genau so gekommen, wie ich mir das damals vorgestellt habe, vielleicht sogar noch etwas erfüllender. Was diesen Dienstposten auszeichnet, ist eine große Gestaltungsfreiheit, denn die nächsten Vorgesetzten sind weit weg (lacht). Doch im Ernst. Ich habe in der Region in diesen viereinhalb Jahren viele gute und tragfähige Kontakte geknüpft. So etwa den Patenschaftsvertrag mit der Hansestadt Stralsund, der eine gute Grundlage für die weitere Einbindung der MTS in ihr Umfeld garantiert. Hinzu kamen solche Höhepunkte wie 20 Jahre Marinetechnikschule oder 100 Jahre Technische Marineschulen.

OZ: Sie haben die MTS in einer Zeit geführt, in der die Bundeswehr grundlegend reformiert wird. Was hat sich im Zuge der Reform hier verändert?

B.-P. Rahner: Am Anfang geisterten auch für den Standort Kramerhof viele Zahlenspiele durch die Öffentlichkeit. Das hat sich schnell relativiert. Letztlich fasste die Reform nur zusammen, was langfristig zur Entscheidung anstand. Unter anderem fast 300 zu reduzierende Dienstposten, von denen vor allem unsere Nachbarn, das Bundeswehrdienstleistungs- und das Sanitätszentrum, betroffen waren. Heute lässt sich für die MTS sogar die Prognose wagen, dass die Schule im Zuge der Neuverteilung von Aufgaben in der Deutschen Marine wieder etwas aufwächst. Die Aussetzung der Wehrpflicht, hat uns vor deutlich größere Herausforderungen gestellt. Im ersten Quartal 2011 traten hier noch 229 Frauen und Männer ihren Dienst an. Mit der Freiwilligkeit kamen drei Monate später 159 und im dritten Quartal nur noch 93 Rekruten an den Sund. Die Marine verstand es aber, durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit die Situation deutlich zu verbessern. 2013 waren es 1020 Rekruten und ich schätze mal in diesem Jahr werden wir 1200 Frauen und Männer vereidigen.

OZ: Die Marinetechnikschule ist größter Ausbilder in Vorpommern. Sie waren stets ein Verfechter dafür, die Potenziale der Schule für die Region zu erschließen. Wie weit sind die Bemühungen gediehen?

B.-P. Rahner: Es ging mir darum, Informationsdefizite zu beseitigen. In der regionalen Wirtschaft weiß man oft nicht, was wir hier für hervorragende Fachleute ausbilden. Umgekehrt wissen die Soldaten nach dem Ende ihrer Dienstzeit oft nicht, was es in Mecklenburg-Vorpommern für Unternehmen gibt, die händeringend Fachkräfte suchen. Wir brauchen eine Willkommenskultur, die gewährleistet, dass die Frauen und Männer, die hier ihren Dienst versehen, sich in der Region wohl fühlen, denn sie stammen zu 90 Prozent nicht aus MV. Es muss gelingen, die Soldaten über ihre Dienstzeit hinweg weiter an MV interessiert zu halten.

OZ: Bleiben wir bei Ihren Plänen für die Zukunft. Wie sehen die aus?

B.-P. Rahner: Ich habe einen Vertrag mit dem Wirtschaftsministerium des Landes geschlossen, demzufolge ich künftig als Koordinator Fach- und Führungskräftesicherung aus der Bundeswehr heraus für MV tätig sein werde. Die Aufgabe ist äußerst vielfältig. Da gilt es nicht nur, die sogenannten Multiplikatoren aus Politik, Marine und Wirtschaft zusammenzubringen. Dazu gehört auch der Aufbau einer entsprechenden Internetpräsenz, Vorträge halten usw. Ich werde natürlich ein Standbein in Stralsund behalten. Für den 13. September habe ich schon den 3. Stralsunder Behörden-Golf-Cup im Kalender. Ich habe Sund- und Vilm-Schwimmen ebenso im Blick wie den Zingster Deichlauf.

 



Interview von Jörg Mattern

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