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Ribnitz-Damgarten Kein Platz für Verein im Bürgerhaus
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Kein Platz für Verein im Bürgerhaus
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00:05 17.05.2017
Mitglieder des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Tourismus und Kultur informieren sich in der Dokumentations- und Begegnungsstätte. Quelle: Foto: Volker Stephan

Ursprünglich sollte der Förderverein „Dokumentations- und Begegnungsstätte Barth“ mit seiner Ausstellung in die ehemalige Reuter-Schule einziehen, die nun zum Bürgerhaus umgebaut wird. Davon ist mittlerweile jedoch nicht mehr die Rede. Die Planung ist während des laufenden Umbaus geändert worden.

Planungen geändert: Der Förderverein „Dokumentations- und Begegnungs- stätte Barth“ kann nun nicht mit einziehen. Er fühlt sich übergangen.

Offensichtlich hatte die Stadtverwaltung vergessen, rechtzeitig mit dem Vorstand des Fördervereins über die veränderte Situation zu sprechen. Der erfuhr eher zufällig davon und fühlt sich nun benachteiligt, wie während der jüngsten Sitzung des Barther Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Tourismus und Kultur deutlich wurde.

„2012 waren wir noch mit 80 Quadratmetern und zwei Räumen in der Planung, das hätte gut gepasst. Doch vor zwei Monaten eröffnete der Bürgermeister uns, dass für uns kein Platz mehr vorhanden wäre“, beklagte sich Vereinsvorsitzende Helga Radau. „Für uns war das ein großer Schock.“ Als Ersatz habe die Stadt zwei Varianten angeboten, die aus ihrer Sicht beide nicht infrage kämen. Zum einen sei das die Aula im Obergeschoss der Turnhalle Vogelsang. „Der Standort ist viel zu weit weg vom Stadtzentrum, deshalb haben wir ihn sofort abgelehnt“, so die Vereinsvorsitzende. Auch die Variante Rathaus, konkret handele es sich dabei um den Warteraum der einstigen Poliklinik im Seitenflügel, habe sie zurückgewiesen. „Das ist ja ein Durchgangsraum. Wir möchten dort nicht hinein. Ich habe deshalb darum gebeten, in unseren bisherigen Räumen bleiben zu dürfen“, berichtete Helga Radau. Sie erklärte den Grund für die Ablehnung der Vogelsang-Variante: „Wir stehen immer noch im Kontakt mit ehemaligen KZ-Häftlingen und Kriegsgefangenen. Die sind uns unendlich dankbar, dass wir sie nicht vergessen haben und uns ihrer Geschichte annehmen. Deshalb reisen immer wieder einstige Gefangene oder ihre Nachkommen mit dem Zug nach Barth, um uns zu besuchen. Wir nehmen sie dann am Bahnhof in Empfang und führen sie zur Ausstellung.“

Auf die Frage von Ausschussmitglied Holger Friedrich, wer denn in die ursprünglich für die Dok-Stätte vorgesehenen Räume einziehen solle, berief sich Helga Radau auf den Bürgermeister, der ihr das Kulturhaus HdW genannt habe. Ausschussvorsitzender Mario Galepp ärgerte sich: „Es gab damals drei Sitzungen, um das Raumkonzept zu erstellen. Nun wurden die Beschlüsse wieder einmal ohne uns geändert. Mich würde interessieren, wer die Änderung des Konzeptes angewiesen hat“, kündigte er Gesprächsbedarf an.

Heyko Mews, Sachgebietsleiter Kultur der Stadt Barth und Leiter des Kulturhauses HdW, erinnerte an den ursprünglich geplanten Saalanbau im Erdgeschoss des Bürgerhauses. Der sei jedoch, genau wie viele andere Räume, eingedampft worden und solle durch einen kleineren Saal im Dachgeschoss ersetzt werden. „Selbst jetzt noch müssen wir auf weitere Einschränkungen gefasst sein, denn die Toilettenerweiterung sowie der Einbau eines zweiten Fluchtweges und eines Fahrstuhls kosten Platz. Außerdem sollen der Spielmannszug und die Zirkel des HdW mit in das Bürgerhaus umziehen.“

Bauamtsmitarbeiter Friedrich Carl Hellwig bezeichnete es als einen Glücksfall, dass es keinen akuten Auszugsplan aus der Diesterweg-Schule gäbe und so dem Wunsch der Dok-Stätte nach Verbleib vorläufig entsprochen werden könne. Trotzdem sei es an der Zeit, sich Gedanken über ihre Zukunft zu machen, vor allem wegen der behindertengerechten Zugangsmöglichkeit. Mit der Aula der Turnhalle Vogelsang (einst Fahrzeughalle der Flakschule) habe man dem Verein eine Lösung anbieten wollen. „Die Variante macht aber keinen Sinn bei fehlender Mobilität.“

Verein dokumentiert Barther NS-Zeit

Der Förderverein „Dokumentations- und Begegnungsstätte Barth“ dokumentiert in seiner Ausstellung im Obergeschoss des Verbindungsbaus zwischen Schulgebäude und Turnhalle die NS-Zeit in Barth mit den Schwerpunkten KZ-Außenlager, Stalag Luft I, Militär sowie Einzelschicksale Gefangener und Verfolgter. 2004 hatte die Stadt dem 1998 gegründeten Förderverein die heruntergewirtschafteten Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt und nach gründlicher Renovierung konnte er 2005 hier einziehen. Die aufwendig und professionell gestaltete Ausstellung ist nur über eine schmale, knarrende und steile Holztreppe zu erreichen. Weil außerdem nach einem Käufer für das Diesterweg-Schulgebäude gesucht wird, sahen die ursprünglichen Planungen für den Umbau der einstigen Reuter-Schule zum Bürgerhaus auch neue und behindertengerechte Räume zur Beherbergung des Fördervereins mit seiner Ausstellung vor.

Volker Stephan

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