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Licht aus — Akkordeon an

Barth Licht aus — Akkordeon an

Pommernjung Dieter Karow erinnert an „Burg“-Erlebnisse. Heute: Stromlos und doch tolle Stimmung.

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Dieter Karow erinnert sich.

Barth. Da, wo einstmals die Feier-„Burg“ stand, sind die Bauarbeiter tätig. Neugierige Barther schauen regelmäßig, wie weit der Bau gediehen ist.

Doch die Erinnerung an Burg-Erlebnisse verblasst nicht. Jetzt meldete sich Dieter Karow, der „Pommernjung ut Zingst“. Viele Jahre spielte er in einer Band, die als Stammkapelle der Burg galt. Im Karneval trat Dieter Karow als Büttenredner auf. Er verfasste mehrere Geschichten, die die OSTSEE-ZEITUNG veröffentlicht. Als Burg-Reminiszenz, verbunden mit der spannenden Erwartung auf das, was dort entstehen wird. Drehen wir die Uhrzeiger zurück:

„Karneval in Barth — Kultureller Höhepunkt des Jahres in der kleinen Stadt am Bodden. Eine Karnevalsveranstaltung in der ‘Burg‘ war bekannt dafür, dass der Veranstalter mit einem hoffnungslos überfüllten Saal zu rechnen hatte. Jeder, ob Publikum oder Künstler, hatte sich auf diesen tollen Abend vorbereitet. Auch wenn es nur eine etwas abwegige Mütze war. Es saß niemand im Saal, der sich nicht äußerlich erkennbar mit dem Barther Karneval identifizierte. Der Saal war voller Leben. Das Bühnenprogramm des Klubs, das Arbeitsergebnis von einem ganzen Jahr, wurde mit lautem Hallo begrüßt.

Dann begann der Tanz. Die Kapelle Medium war bestens vorbereitet. Doch plötzlich geschah etwas, was niemand im Entferntesten ahnen konnte: Der Strom war weg. Jetzt bewährten sich der Karnevals-Klub und die Burg-Geschäftsleitung. Nach einer kurzen Schrecksekunde startete jeder, der irgendwie am Ablauf des Abends beteiligt war, seine eigene Initiative. Kellnerinnen und Kellner hatten in kürzester Zeit auf jeden Tisch eine brennende Kerze gestellt. An der Theke regelte sofort die Chefin des Hauses den Ablauf. Der Türdienst wurde verstärkt durch Küchenpersonal. Der Präsident mahnte mit eingehenden Worten lauthals zur Besonnenheit.

Gerettet wurde letztendlich alles, als der Kapellenchef sein Akkordeon nahm und spielte. Er spielte, bis ihm die Arme schmerzten und hörte auch dann noch nicht auf. Interessant ist, dass keiner der Musikanten ihm helfen konnte. Nur der Schlagzeuger mühte sich. Er durfte jedoch nicht so laut mitmachen, weil eine Trommel in der Regel immer lauter ist als ein Akkordeon. Das alles dauerte gar nicht so lange, bis Handwerker aus dem Klub Werkzeug zur Hand hatten und den Schaden fachgerecht behoben hatten. Unvorstellbar der Jubel im Saal der Barther Burg, als plötzlich das große Licht wieder anging. Dieser Abend ging in die Geschichte des Barther Karnevals ein.“

 

Hans-Joachim Meusel

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